
Projektleiter Thomas Steller, Domänen-Vorstand Andrea Wellbrock-Thumeyer und Museumsdirektor Dr. Peter Lummel (von links) freuen sich auf zahlreiche Besucher in der Ausstellung zum Apfel. Foto: Gogol
Es ist das beliebteste Obst der Deutschen. Mehr als 25 Kilogramm Äpfel isst jeder von uns im Jahr. Nun widmet die Domäne Dahlem dem Apfel eine Sonderausstellung und beleuchtet dessen „Kultur mit Stiel“.
Blühende Apfelplantagen, die Obstwiese aus der Kindheit, Gesundheit und Versuchung – der Apfel ist ein Symbol für vieles und ruft unterschiedliche Assoziationen hervor. All diesem will die Ausstellung auf einer Fläche von 260 Quadratmetern nachspüren.
20.000 Apfelsorten gibt es weltweit, und doch machen nur sieben Sorten 70 Prozent der verkauften Äpfel aus, weiß Projektleiter Dr. Thomas Steller. Wie kommt es dazu? Diese ist nur eine Frage, die die Ausstellung beantworten will. In sieben Räumen werden die verschiedenen Aspekte des Apfels beleuchtet: Wo kommt er her? Welche Sorten gibt es? Wie wird er kultiviert, wie geerntet. Und was entsteht alles aus der leckeren Frucht?
Im Mittelpunkt der Schau steht natürlich ein Apfelbaum, der im Laufe der Ausstellung, die bis zum 1. Januar 2017 im Herrenhaus zu sehen ist, sein Aussehen verändern, wachsen und vielleicht sogar Früchte tragen wird. Mit ihm wollen sich die Ausstellungsmacher dem Thema sinnlich nähern. Das größte Objekt ist jedoch eine historische Apfelsortiermaschine. Weitere Ausstellungsstücke sind Apfelkisten – früher aus Holz, heute aus Plastik, aber auch pomologische Blätter aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sowie ein iPad gehören dazu.
Auch sozialen Aspekten widmet sich die Ausstellung und thematisiert die wichtige Rolle von Erntehelfern, die jedes Jahr aus Osteuropa nach Deutschland kommen – kein neues Phänomen, erklärt Museumsdirektor Dr. Thomas Lummel und verweist auf die einstige Schnitterkaserne unweit der Dahlemer Kirche, wo die Erntehelfer der Domäne im 19. Jahrhundert untergebracht waren. Heute gibt es dafür Container. Ein Zimmer eines Erntehelfers hat es ebenfalls in die Ausstellung geschafft.
Welche Rolle der Apfel in der Mythologie, der Werbung und in der Kunst spielt, kommt ebenfalls nicht zu kurz. An verschiedenen Stationen können die Besucher ihr Wissen rund um den Apfel testen, aber auch an Video- und Audiostationen in die Welt der Frucht eintauchen.
Natürlich muss kein Besucher gehen, ohne auch herzhaft in einen Apfel zu beißen. Für jeden Besucher gibt es einen, verspricht Museumsdirektor Dr. Peter Lummel. Die Äpfel der Sorte Topaz stellt der Ökofrucht-Hof Rolker aus dem Alten Land zur Verfügung
Zur Ausstellung gibt es zudem ein buntes Rahmenprogramm für alle Altersgruppen: Gartenbegeisterte können sich in den Obstbaumschnitt einführen lassen, Großeltern mit ihren Enkelkindern in der Erlebnisküche gemeinsam Apfelmus kochen, auch thematische Kindergeburtstage können auf der Domäne gefeiert werden. Und wer einfach nicht genug bekommt vom Apfel, für den gibt es einen umfangreichen Begleitband zur Ausstellung.
Man wolle die Besucher mit der Ausstellung nicht belehren, sondern Fragen zum Alltagsleben und Konsum beantworten, den Besucher zum Nachdenken anregen, so Steller.
Die Ausstellung entstand im Rahmen des Ausstellungsverbundes „Arbeit und Leben“ zusammen mit der Stiftung Freilichtmuseum Kiekeberg, dem Freilichtmuseem Hessenpark und de, LVR-Freilichtmuseum Kommern.
(go)












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