
Der Kunstmarkt hat Tradition – dieses Foto ist bereits im Jahr 2014 entstanden. Foto: Stadtteilzentrum Steglitz e.V.
Am 22. Juni findet im Schlosspark Lichterfelde der 9. Kunstmarkt der Generationen statt. Er wird vom Stadtteilzentrum Steglitz e.V. veranstaltet und bringt jedes Jahr Jung und Alt zusammen.
In diesem Jahr wird neben der Kunst auch ein Jubiläum gefeiert – das 25-jährige Jubiläum der Kita Schlosskobolde sowie der Nachbarschaftsarbeit im Gutshaus Lichterfelde. Besucherinnen und Besucher sind ab 12.00 Uhr zu diesem Anlass eingeladen, an über achtzig Marktständen Kunstwerke sowie Kunsthandwerk zu entdecken und mit den Kunstschaffenden ins Gespräch zu kommen.
Kreatives Schaffen kennt unterschiedliche Spielarten
Wie bereits in den vergangenen Jahren gibt es nicht nur Kunst an den Marktständen, sondern auch auf der Bühne. Tanz- und Musik-Performances stehen hierbei im Fokus.
Das Programm bietet verschiedene Aufführungen, darunter:
- Dancegirls mit Ania & Jugendtreff21 aus dem KiJuNa
- Kindergruppe der Kita Schlosskobolde
- Tanz im SpielWerk mit Lisa Bleiker
- Schulband Raven’s Reverie des Hermann-Ehlers-Gymnasiums
- Deutsch-Rockband Beatbratzen
- Jugendband Tokeh, Preisträger bei Jugend musiziert
Für Kinder gibt es Spiele, Mitmach-Aktionen und ein Kinderspielmobil mit Bewegungsangeboten. Verpflegung wird mit Grillwurst, Kaffee, Kuchen und Getränken angeboten.
Kunst als Brücke zwischen den Generationen
Besucher und Besucherinnen können nicht nur die ausgestellten Werke betrachten, sondern auch direkt mit den Kunstschaffenden ins Gespräch kommen und mehr über die Techniken und Hintergründe ihrer Arbeiten erfahren. Ziel des Kunstmarktes der Generationen ist es, eine Plattform zu schaffen, auf der Jugendkultur für Ältere zugänglich gemacht wird. Auf der anderen Seite bietet die Veranstaltung eine Möglichkeit, Jugendliche für konventionelle Kunstformen zu begeistern. Der Austausch bringt Menschen aller Altersgruppen zusammen und kann dazu beitragen, Verständnis und Wertschätzung für die unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksweisen zu schaffen.
Zwei Einrichtungen in einem Haus
Seit dem 1. Juni 1999 betreibt das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. das Gutshaus Lichterfelde und vereint dort einen Nachbarschaftstreff und die Kindertagesstätte „Schlosskobolde“. Am Schlosspark Lichterfelde gelegen, dient das Gebäude als Begegnungsort. Im Gutshaus gibt es unterschiedliche Angebote: Gruppen, Kurse, Beratungen und Veranstaltungen. Das Nachbarschaftscafé im Erdgeschoss, organisiert von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, bietet täglich belegte Brötchen, Kuchen sowie Kaffee und Tee an.
Die Ursprünge des Gutshauses Lichterfelde reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Seit 1924 im Besitz der Stadt Berlin, wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem Abriss bewahrt und 1953 restauriert. Der Kunstmarkt der Generationen wird bereits seit 2014 einmal jährlich im Schlosspark hinter dem Gutshaus veranstaltet.
Termin: 22. Juni 2024, 12.00 – 18.00 Uhr
Anschließend Konzert: Beatbratzen und Tokeh
Ort: Schlosspark Lichterfelde, Hindenburgdamm 28, 12203 Berlin
Anfahrt: Bus 285, M85
Junia Greb-Georges










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (