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20. Januar 2026
Anlässlich des 84. Jahrestages der „Wannsee-Konferenz“: Deutsche Erinnerungskultur und israelische Perspektiven auf das Gedenken an die Shoah
Jerusalem, 2008: Angela Merkel tritt als erste Regierungschefin der Bundesrepublik ans Redepult der Knesset – und spricht auf Deutsch. Ein Satz wird besonders nachhallen, und das bis heute: “Diese historische Verantwortung Deutschlands ist Teil der Staatsräson meines Landes.”
Seitdem ist der Begriff der Staatsräson vielfach aufgegriffen, zugespitzt und aufgeladen worden. Irgendwann verschwand das Wörtchen “Teil”, und heute sind sich Apologet*innen wie Kritiker*innen des Konzepts zumindest darin einig, dass das Gedenken an die Shoah und das Eintreten für die Sicherheit des Staates Israel ein nicht verhandelbares Prinzip deutscher Politik sei. Aber ist das wirklich so?
Darf man in Deutschland wegen des Holocaust Israel nicht kritisieren? Sind Gedenkstätten und Erinnerungsorte Teil der sogenannten Staatsräson? In welchem Spannungsfeld befinden sich Akteur*innen aus diesem Feld aktuell?
Welche Rolle kann das Erinnern an die Shoah für ein gesellschaftliches Selbstverständnis haben, wenn es auch zum Spielball politischer Konflikte, Anklagen und historisch fragwürdiger Vergleiche gemacht wird? Gibt es in dieser Debatte noch die Bereitschaft, jüdische und israelische Perspektiven auf die Shoah und ihre Bedeutung für die Gegenwart – vor allem nach dem 7. Oktober – wahrzunehmen?
Am 84. Jahrestag der “Wannsee-Konferenz” stellen wir uns daher der Frage, welche Rolle die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen im Selbstverständnis der bundesrepublikanischen Gesellschaft spielt – und wie sie die Haltung gegenüber Israel heute prägt.
Eintritt frei, Anmeldung ist erforderlich
Die Veranstaltung wird simultan Deutsch–Englisch übersetzt.











