
In dem Neubau an der Fabeckstraße ziehen die sogenannten Kleinen Fächer ein. 52 Millionen Euro kostete die Holzlaube. Foto: Stefan Müller-Naumann
Es ist das größte Projekt, das die Freie Universität Berlin je als Bauherr realisiert hat: Nur zweieinhalb Jahre nach der Grundsteinlegung wurde der Neubau für die Kleinen Fächer pünktlich zum Sommersemester fertiggestellt. Die etwa 52 Millionen Euro teure Erweiterung der sogenannten Rost- und Silberlaube, in der 14 Kleine Fächer des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften unter einem Dach zusammengeführt werden, beherbergt auch eine neue Bibliothek für 24 Institute und Arbeitsbereiche, darunter die mathematisch-naturwissenschaft
„Der Neubau ist ein entscheidender Schritt zur engeren Vernetzung der Universität und damit zur Intensivierung der fächerübergreifenden Zusammenarbeit“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Peter-André Alt. Denn künftig werden die Wege für Studierende und Wissenschaftler kürzer. Mit dem Einzug der Kleinen Fächer in den Neubau gibt die Universität elf über den Campus verstreute Villen auf, in denen die Institute bisher untergebracht waren. Ein Teil davon geht in den Verkauf und trägt so zur Finanzierung des Erweiterungsgebäudes bei. Von den insgesamt etwa 52 Millionen Euro Baukosten trägt die Universität rund 33,5 Millionen. 18,5 Millionen Euro gibt der Bund als Förderung dazu, weil mit der Zusammenführung der Fächer auch die Forschungsverflechtung vorangetrieben wird. „Wir sind mit den Bauarbeiten nicht nur im vorgesehenen Zeitplan geblieben, sondern auch im Kostenrahmen“, freut sich der Kanzler der Freien Universität, Peter Lange.
Der Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin weist ein in der deutschen Universitätslandschaft einzigartiges Fächerspektrum auf. Es reicht zeitlich vom Altertum bis zur Moderne und räumlich von Europa bis Asien. Zu den 14 Fächern, die in den Neubau eingezogen sind, zählen etwa Iranistik, Turkologie, Judaistik, Islamwissenschaft, Koreastudien, Prähistorische Archäologie und Altorientalistik. In dem Neubau sind die Kleinen Fächer in vier große Bereiche aufgeteilt: Altertum, Vorderer Orient, Ostasien und Religion. „Inhaltlich stark miteinander verbundene Institute sind sich nun auch räumlich nahe und finden einen gemeinsamen Ort für Lehre und Forschung in der zentralen Bibliothek“, sagt Prof. Dr. Karin Gludovatz, Dekanin des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften. Das erleichtere nicht nur den wissenschaftlichen Austausch sehr. Häufig würden Kleine Fächer in Kombination studiert, die Studierenden hätten deshalb bisher weite Wege zwischen den entfernt liegenden Standorten in Kauf nehmen müssen. Die räumliche Nähe helfe Zeit sparen und verbessere die Studienbedingungen.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Studierende und Wissenschaftler zentral auf die gesamte Forschungsliteratur zugreifen können. Die Institutsbibliotheken, die bislang getrennt an den einzelnen Villen-Standorten der Fächer untergebracht waren, sind jetzt in der neuen Campusbibliothek vereint. Baulich ist diese mit der komplett sanierten Bereichsbibliothek für Erziehungswissenschaft, Fachdidaktik und Psychologie in der Silberlaube verbunden. Sie bildet einen Teil der neuen Bibliothek, in die insgesamt 24 Instituts- und Bereichsbibliotheken integriert sind – einschließlich der Bibliotheken von fünf mathematisch-naturwissenschaft

Die neue Bibliothek hat einen Bestand von mehr als einer Million Medien. Foto: Stefan Müller-Naumann
Der Neubau verfügt neben der Bibliothek über 220 Büros und Arbeitsräume für die Wissenschaftler, zwölf Seminarräume und drei Hörsäle. Mit seiner ein- bis dreigeschossigen „Gebäudetopographie“ und den begrünten Innenhöfen lehnt sich die Architektur des Erweiterungsbaus an die bestehende Gebäudestruktur der Rost- und Silberlaube an. Die Fassade ist mit Zedernholz verschalt, weshalb sie in Anlehnung an die Rost- und die Silberlaube den Namen „Holzlaube“ trägt. Viele Aufenthaltsbereiche und Knotenpunkte im Gebäude bieten Möglichkeiten für Kommunikation. „Dazwischen verbleiben kleinteilige Einheiten, in denen die Institute wieder eine eigene Identität entwickeln können“, sagt Architekt Florian Nagler. „Die früher in den Villen untergebrachten Institute verschwinden nicht in einer uniformen, gesichtslosen Megastruktur.“
Der Neubau ist komplett barrierefrei zugänglich und entspricht neuesten ökologischen Standards. „Eine energetische Besonderheit ist die natürliche Klimatisierung des Gebäudes“, sagt Uwe Meising, der Leiter der Technischen Abteilung der Freien Universität. In den Büroräumen ermöglichen Wetterschutzlamellen das Offenlassen eines Fensters, sodass die Nachtkühle zur Belüftung genutzt werden kann. Auch in der Bibliothek werden die Fenster für die Nachtkühlung elektromotorisch geöffnet, durch Öffnungsflügel in den Oberlichtern kann die erwärmte Luft ausströmen. Gesteuert wird über Wind- und Regenwächter, in Abhängigkeit der Außen- und Innentemperaturen. Ein neu angelegter Eingangsplatz an der Fabeckstraße bietet Studierenden und Mitarbeitern die Möglichkeit, unter Zierkirschen zu lernen und zu arbeiten.
Offiziell eröffnet wird der Neubau am 29. Mai.
(sn)













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner