Elf Jahre hatte sie auf die Umsetzung warten müssen – und so ließ sich Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne ) am Mittwochmorgen auch von dem bisschen Regen nicht davon abhalten, gemeinsam mit ihrem Amtskollegen Michael Karnetzki (SPD), der AG Mobilität und anderen Interessierten die neue Fahrradstraße entlang der Lauenburger und Sedanstraße feierlich zu eröffnen und „anzuradeln“.
Sie habe als Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung den Antrag mitverfasst, erinnerte sie sich. Doch damals sei er von den zuständigen Ämtern abgelehnt worden und ruhte. Eine Erledigungsnotiz aber gab es nie. Vor einem knappen Jahr nun nahm sich das Umweltamt den Antrag noch einmal vor, und gemeinsam mit dem Straßen- und Ordnungsamt gelang es nun doch, die Fahrradstraße einzurichten. Dafür dankte Markl-Vieto ausdrücklich den beteiligten Mitarbeitern.
Der etwa zwei Kilometer lange Straßenabschnitt ist Teil der Teltow-Route, die Berlins Mitte mit Teltow verbindet, und Bestandteil des bezirklichen Radroutennetzes, das im Bezirk aufgebaut wird. Auf ihm seien die Radfahrer nun „keine Stiefkinder“ mehr betonte Markl-Vieto. Dort geben nun sie das Tempo vor, dürfen auch nebeneinander fahren – bequem, langsam und sicher. Sicherer werde es auch für die an die Straße angrenzenden Schulen und Sportstätten, da der Autoverkehr deutlich reduziert und verlangsamt werde.
Ziel des Bezirkes sei es, den Radverkehr zu fördern und ihn als ökologische Alternative zum Auto attraktiver zu machen. Dafür schaffe man die Rahmenbedingungen, sagte Karnetzki. Eine Straße als Fahrradstraße auszuweisen, sei nicht so einfach möglich. Das gehe nur, wenn der Radverkehr dort schon vorherrschend sei oder dies zu erwarten sei, betonte er.
Weitere Fahrradstraßen im Bezirk sollen folgen. „Wir wünschen uns, dass das dann nicht so lange dauert“, so Markl-Vieto.
(go)












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner