Um die Verkehrsschule in Steglitz kennenzulernen hatte sich Klaus Paschke den richtigen Tag ausgesucht. Am Sonnabend feierte die Schule 55. Geburstag. Paschke wohnt in der Nähe, war aber noch nie in der Verkehrsschule und so war das Fest ein gute Gelegenheit, sich einmal umzuschauen – zumal Tochter Klara im kommenden Jahr in die vierte Klasse kommt und dann ihre Radfahrprüfung ablegen wird.
Die Radfahrprüfung, der hat die Verkehrsschule ihre Gründung am 29. Mai 1957 zu verdanken. Von der damaligen Eröffnung haben Nina Scholz, Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung, und Gernot Mann, Referent des Bezirksbürgermeister, Bilder aus dem Landesarchiv besorgt und zu einer kleinen Ausstellung zusammengefügt.
Unter realen Bedingungen aber in einem geschützten Bereich sollten Kinder Fahrradfahren lernen – diese Idee steht hinter der Einrichtung. „Früher übte man auf dem Schulhof oder in einer abgesperrten Sackgasse. Es gab keine Möglichkeit, unter realen Bedingungen zu üben“, erzählte Mann. Die Notwendigkeit hatte damals nicht nur Steglitz erkannt; die Verkehrsschulen in den westberliner Bezirken seien damals alle um diese Zeit gegründet worden. Die östlichen zogen nach der Wende nach.
Die Verkehrserziehung sei auch heute noch die wichtigste Aufgabe, die zusammen mit der Polizeidirektion 4 wahrgenommen wird. Dieser Unterricht findet am Vormittag statt. Am Nachmittag gibt es das freie Fahren. Das kam allerdings erst vor 15 Jahren dazu, um die Verkehrsschule besser auszulasten. Dann steht vor allem der Spaß im Vordergrund. Mit Spaß lernen die Kinder besser, sind sich Mann und Scholz sicher. Zudem stehen dann die Kettcars bereit, mit denen die Kinder über den Parcourss düsen können, so dass ein „Autofeeling“ aufkommt – natürlich unter Beachtung der Verkehrsregeln. Die Nachmittagsstunden werden durch so genannte Ein-Euro-Jobber abgedeckt.
Mittlerweile nutzen nicht nur die Kinder das Angebot der Schule, sondern auch Erwachsene. Wer schon eine Weile nicht mehr auf dem Rad gesessen hat, kann dort verschüttete Erfahrungen wieder auffrischen, wieder Selbstvertrauen gewinnen. Aber auch, wer nie Fahrradfahren gelernt hat, bekommt es beigebracht. Vor allem seines es Frauen, die das Angebot nutzen, so Mann. Die Erwachsenenkurse seien eine „Marktlücke“ und berlinweit einmalig, sagte Scholz.
Natürlich spielt beim Radfahrtraining auch die Verkehrssicherheit eine wichtige Rolle. Man schule hier schließlich diejenigen, die später am Verkehr teilnehmen.
Ganz dem Motto, wer spielerisch etwas lernt, lernt es leichter, hatten die Mitarbeiter der Verkehrsschule zur Geburtstagsfeier am Sonnabend Spielstationen eingerichtet. So konnten die Kinder an einem Schneckenrennen teilnehmen – wer mit seinem Fahrrad am langsamsten ins Ziel kommt, ohne abzusetzen oder umzufallen gewinnt. Dass das gar nicht so einfach war, musste auch Christian feststellen, der Teil der Musikgruppe aus der Jugendfreizeiteinrichtung „Schottenburg“ war, die für die Gäste spielte. Doch auch beim „Blinde Kuh“-Fahren drehten die Kinder – wegen des Regens waren es nicht so viele, wie die Veranstalter erwartet hatten – ihre Runden. Auf die Erwachsenen hatte sich die Polizei vorbereitet – mit Rauschbrille und Alkoholtest.
Übrigens feiert nicht nur die Verkehrsschule bei sich Geburtstag. Auch als Festort für einen Kindergeburstag kann man die Einrichtung buchen.
(go)













Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: