
An die verfolgten Bezirksverordneten in Steglitz-Zehlendorf erinnert eine Tafel am Rathaus Zehlendorf. Doch das reicht der SPD nicht. Foto: privat
Wie aus einem SPD-Antrag ein gemeinsamer Antrag von CDU und Grünen werden kann, das erlebten Gäste der jüngsten Bezirksverordnetenversammlung (BVV).
Es ging um den Antrag der ursprünglich den Titel „Zerstörte Vielfalt – auch in der BVV in Steglitz und Zehlendorf“ trug , mit dem die SPD-Fraktion das Bezirksamt aufforderte, in „geeigneter Form“ zu erarbeiten, wie und welche Magistratsmitglieder, Stadt- und Bezirksverordnete aus Steglitz und Zehlendorf von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Eine geeignete Form – das seien Buch, Broschüre oder eine Internetseite. Vor allem letztere sei sinnvoll, weil die Ergebnisse der Recherche so kostengünstig verbreitete werden können und vor allem auch junge Leute erreiche, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Buchta in der Sitzung. Grundlage für die Arbeit sollte das Buch „Vor die Tür gesetzt“ des Aktiven Museums sein.
Nach den Beratungen im Ausschuss sei der Ursprungsantrag aber so verkürzt worden, fand Buchta, dass er ihn kaum wiedererkenne. Jetzt sollen die Ergebnisse der bisher praktizierten Erinnerungsarbeit des Bezirks online veröffentlicht werden. „Welche praktizierte Erinnerungskultur im Bezirk“ wollte Buchta wisse. „Jetzt besagt der Antrag das Gegenteil von dem, was er ursprünglich wollte“, sagte der Fraktionsvorsitzende und zog den Antrag zurück.
Der geänderte Antrag, der nun den Titel „Erinnerung verfolgter Politiker und Politikerinnen aus dem Bezirk weiter pflegen“ trägt, gefiel aber durchaus der CDU-Fraktion, die ihn wieder aufnahm. Der ursprüngliche Antrag negiere die Erinnerungsarbeit im Bezirk, fand der Grüne Carsten Berger, der mit seiner Fraktion dem Antrag beitrat. Es gebe Bücher, Stelen und Veranstaltungen zu diesem Thema. Dr. Sabine Lehmann-Brauns (Grüne) warf Buchta vor, dieses ernste Thema zu missbrauchen, um Zwietracht zu säen. „Sie wollen die besseren Antifaschisten sein.“
Der Ursprungsantrag überfordere zudem das Bezirksamt, das das Thema nicht umfangreich recherchieren, analysieren und bewerten könne. „Das Bezirksamt ist kein Forschungsinstitut“, so Berger.
Da halfen auch die Appelle der beiden SPD-ler Martin Kromm und Jan Kellerman, diese Chance nicht verstreichen zu lassen, nicht. „Das Zeitfenster schließt sich“, sagte Kromm, die Zeitzeugen würden weniger. CDU und Grünen blieben bei ihrer Meinung und stimmten für den geänderten Antrag.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: