Am Ende lagen alle auf dem Rasen. Die Lichtenberger in einem Knäuel voller Freude über den in letzter Sekunde errungenen 2:1-Erfolg, die Zehlendorfer tief enttäuscht über den fast schon sicher geglaubten und dann so unglücklich verlorenen Punkt. Vorher hatten beide Teams den 483 Zuschauern auf den endlich einmal gut besuchten Rängen ein rassiges und ausgeglichenes Oberliga-Lokalderby geboten.
Dabei hätten mit einer Punkteteilung beide Teams gut leben können. „Meine Mannschaft muss noch lernen, in so einer Situation auch mal mit einem Punkt zufrieden zu sein. Aber wir haben viele junge Spieler, und die wollen dann noch den Sieg“, sagte Trainer Alexander Arsovic auf der anschließenden Pressekonferenz. Alles drehte sich um die letzte Aktion des Spiels in der 90. + 3 Minute. Die Gäste schlugen einen Freistoß auf Höhe der Mittellinie in den Zehlendorfer Strafraum, der Ball landete bei Lichtenbergs Spielmacher Christian Gawe, und der traf die Kugel perfekt. Philip Sprint im Tor der „kleinen Hertha“ hatte gegen den Flachschuss nicht den Hauch einer Abwehrmöglichkeit. „Wir versuchen den Ball zu blocken, dadurch hatte ich eine schlechte Sicht auf den Ball“, erklärte Sprint hinterher. Wenige Sekunden später pfiff Schiedsrichter Markhoff aus Rostock die Partie ab.
Im ersten Abschnitt hatten die Lichtenberger zunächst Feldvorteile, ehe sich Zehlendorf etwas befreien konnte und durch Mike Ryberg die erste gute Chance besaß. Sein Schuss aus halblinker Position strich jedoch am langen Pfosten vorbei (24.). Ryberg, schnell wie in alten Zeiten, sagte später dazu: „Mal spielst Du gut und triffst die Hütte nicht, mal richtig schlecht und gewinnst trotzdem.“ In der 39. Minute erhielten die Gäste in zentraler Position einen Freistoß zugesprochen. Gawe zirkelte den Ball über die Zehlendorfer Mauer, Sprint bekam noch eine Hand an den Ball und konnte ihn an die Latte lenken. Doch die Lichtenberger reagierten schneller: Mayoungou drückte die Kugel aus Nahdistanz zum 0:1 über die Linie!
Nach dem Wechsel wurde die „kleine Hertha“ stärker, übernahm die Initiative und erspielte sich Torchancen. Sebastian Huke per Kopf (50.), ebenso Faton Ademi per Kopfball-Bogenlampe setzten die Kugel jeweils über den Kasten. In der 73. Minute wurden die Bemühungen der Gastgeber jedoch belohnt: Eine Maßflanke von Niclas Warwel köpfte Torjäger Ademi unhaltbar für Lichtenbergs Schlussmann Wollert zum 1:1 ins Netz. Die beiden Protagonisten des Ausgleichs hätten beinahe wenig später sogar für die Führung sorgen können. Warwel schickte mit perfektem Pass in die Schnittstelle Ademi auf die Reise. Zehlendorfs Ausgleichsschütze lief freistehend zentral aufs gegnerische Gehäuse zu, überlegte wohl einen Augenblick zu lange und blieb am Lichtenberger Torhüter hängen. Warwel: „Man kann unserer Mannschaft keinen Vorwurf machen, aber der Ball wollte einfach nicht über die Linie.“ Hier ein 2:1, der Sieger hätte vermutlich am Ende auf der anderen Seite gestanden. So aber entschied die letzte Szene des Spiels.
Mögen die Zehlendorfer Köpfe auch heute noch etwas hängen. Ihre Leistung war eines Spitzenspiels würdig, sie haben vor der tollen Kulisse neue Freunde gewonnen, und auch wenn der Abstand nun fünf Punkte auf die Spitze beträgt, ist längst nicht alles verloren. Wenn es auch wie eine der üblichen Floskeln klingen mag: Die Saison ist noch lang, die Qualität des Zehlendorfer Teams hoch. Nächste Woche kann es in Rathenow schon wieder anders laufen.
(ok)













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner