Für kurze Zeit wurde aus dem Hindenburgdamm in Steglitz am Mittwoch der „Gretel-Bergmann-Damm“. Die Linke nannte die Straße symbolisch um. „Wir greifen damit einerseits die Debatte um die Ehrenbürgerschaft Paul von Hindenburgs auf und verbinden diese andererseits mit der Diskussion um mögliche Olympische Spiele in Berlin. 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist es überfällig, den Militaristen Hindenburg von der Ehrenbürgerliste Berlins zu streichen. Wir wollen ein deutliches Zeichen gegen Militarismus, Nationalismus und Antisemitismus setzen. In Dortmund, München und Leipzig wurde ihm die Ehrenbürgerschaft bereits entzogen“, erklärt Katina Schubert, Landesgeschäftsführerin Die Linke Berlin.
Für Franziska Brychcy, Linke-Bezirksvorsitzende in Steglitz-Zehlendorf, ist die Aktion auch Auftakt, um das Gespräch mit anderen Parteien im Bezirk zu suchen und zu prüfen, ob es ein Bündnis für eine Umbenennung der Straße geben kann, so wie bei der Treitschkestraße. Dort hatten unter anderem Linke, SPD, Grüne und Piraten gemeinsam für eine Umbenennung geworben.
Wichtig sei es, die Diskussion anzustoßen, findet Brychcy, denn die Argumente, die einst dazu führten, dass einige Straßen ihren Namen erhielten, würden heute nicht mehr gelten – vor allem, wenn dahinter menschenverachtende Ideologien stünden, so die Bezirksvorsitzende. Eine Straße umzubenennen sei ein politisches Statement.
Gretel Bergmann, die die Linke für die symbolische Umbenennung ausgewählt hatte, ist eine deutsche Hochspringerin, die 1936 in Stuttgart den damaligen deutschen Rekord von 1,60 Meter einstellte. Damit gelang ihr der Sprung an die Weltspitze. Dennoch wurde sie wegen ihrer jüdischen Herkunft von den Nazis daran gehindert, an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin teilzunehmen. 1937 musste sie Deutschland für immer verlassen.
Bei einer wirklichen Umbenennung des Hindenburgdamms käme Bergmann wahrscheinlich weniger infrage, doch eine Frau sollte es schon sein, findet Brychcy.
Neben der Linken nahmen auch Mitglieder des ver.di-Landesbezirksvorstands, der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, der Berliner Jusos, der Linksjugend [’solid] Berlin und des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus an der Aktion teil.
Der Hindenburgdamm ist nicht die einzige Straße mit umstrittenen Namensgebern in Steglitz-Zehlendorf. Sollen die alle umbenannt werden? Man könne doch mit dem Hindenburgdamm einen solchen Prozess beginnen, findet Brychcy.













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner