
Die Poller seien nicht nur vollkommen sinnlos, sondern auch gefährlich, finden die Bezirksverordneten. Foto: Gogol
Die Poller sollen weg – darüber waren sich die Bezirksverordneten am Mittwoch einig. Gemeinsam stimmten sie dafür, dass die Betonpoller auf der S-Bahnbrücke Botanischer Garten entfernt und durch „geeignete Maßnahmen“ ersetzt werden sollen.
Im Zuge der Sanierung der Moltkebrücke waren von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Verkehr dort 38 sogenannte „Schildkrötenpoller“ mit einem Gesamtgewicht von etwa vier Tonnen errichtet worden. Die Begründung: Die 1909 errichtete Stahlbrücke ist nicht mehr ausreichend belastbar. Die Poller sollen verhindern, dass auf dem Gehweg Autos parken. Die Überfahrt für Lkw mit mehr als zwölf Tonnen Gewicht wurde verboten.
Durch die Poller wurde der Fußweg erheblich eingeengt. Statt 3,45 Meter ist der Weg nun nur noch 2,25 Meter breit. Damit die Fußgänger dort ungehindert durchkommen, wurde verboten, am Brückengeländer Fahrräder anzuschließen.
„Neben den Gefahren für ältere und behinderte Menschen, sind auch bei einfachen Begegnungen mit Kinderwagen oder Fahrrädern Ausweichmanöver notwendig. Dabei kam es inzwischen schon mehrfach zu Stürzen. (…) Durch das erfolgte Anschließverbot für Fahrräder am Brückengeländer werden 40 Stellplätze vernichtet. Zumindest theoretisch, denn aufgrund der Knappheit der Stellplätze hält sich kaum einer an das Verbot“, berichten die Grünen, die eine Unterschriftenaktion gegen die Poller gestartet hatten.
Eingebracht hatte den Antrag die CDU-Fraktion, die statt der Poller lieber Fahrradständer sehe. „Die Entfernung der an dieser Stelle sinnlosen Poller und deren Ersatz durch Fahrradständer erhöht einerseits die Anzahl der Abstellmöglichkeiten und verringert andererseits die Beschädigung der Brückengeländer durch dort angeschlossene Fahrräder“, begründete die Fraktion ihren Antrag.
(sn)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos:
Die Poller müssen gar nicht durch „geeignete Maßnahmen“ ersetzt werden. Auf dem Gehweg in Richtung Asternplatz darf kein Auto parken und hat auch noch nie ein Auto geparkt. Auf der anderen Straßenseite wurde und wird immer geparkt – auf der Straße, wie es sich gehört. Will man also die Brücke entlasten, sollte man auf dieser Seite auch ein Park/Halteverbot erlassen, um die Brücke zu entlasten. Mit den Pollern hat man die Brücke ohne Sinn und Verstand zusätzlich belastet. Das Argument, die Poller seien ein Schutz gegen „abirrende Fahrzeuge“ ist kompletter Blödsinn. Moltke- und Enzianstraße liegen in einer Tempo 30-Zone. Die Straßen sind so eng, dass jeder Autofahrer geradezu gezwungen wird, auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen. Wer immer in der Senatsverwaltung auf die Polleridee gekommen ist, muss ein Amt bei den Schildbürgern innegehabt haben und dort wegen Dummheit entlassen worden sein.
Hans Schönefeldt