„Mütter lernen“ hilft jungen Müttern dabei, den Einstieg in den Beruf zu schaffen. Foto: Lisa Schwarz / pixelio.de
Junge, alleinerziehende Mütter ohne Ausbildung und ohne Perspektive – diese zu unterstützen hat sich das Projekt „Mütter lernen“ des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks (EJF) zur Aufgabe gemacht. Und auch wenn das Projekt in Lichterfelde ansässig ist, junge Mütter aus Steglitz-Zehlendorf werden dort nicht betreut. Das Jobcenter Steglitz-Zehlendorf vermittelt sie nicht dort hin.
Der Sozialausschuss des Bezirks nahm sich des Themas an und hatte in seine jüngste Sitzung zwei Vertreterinnen des Projektes eingeladen, um dieses vorzustellen. Zudem war die Geschäftsführerin des Jobcenters Steglitz-Zehlendorf dazugebeten worden.
Die Gruppe der alleinerziehenden Mütter sei nicht einheitlich. Die Frauen unterschieden sich nach Alter, sozialer Herkunft und vielen weiteren Faktoren, erklärte Elke Heßmann vom EJF. Mit dem Projekt „Mütter lernen“ wende man sich an benachteiligte Mütter, jene, die keine Berufsausbildung haben, die mit schulischen und/oder familiären Problemen zu kämpfen hatten, keine Vorstellung davon hatten, wie ihr Leben weitergehen sollte und diesen Problemen mit einer Schwangerschaft entflohen. Sie kämpften mit finanziellen Problemen, der Isolation und die Vorurteile von Arbeitgeber, erläuterte Heßmann. Ihr Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt: quasi null. Diesen jungen Müttern bietet das Projekt seit 2001 die Möglichkeit, eine überbetriebliche Ausbildung zu absolvieren. Drei kaufmännische Berufe stehen dabei zur Auswahl. In Teilzeit können die Frauen die Ausbildung absolvieren, erklärte Projektleiterin Doris Voggeser den Ausschussmitgliedern. Das Durchschnittsalter der Frauen liege derzeit bei 23,4 Jahren, Tendenz steigend.
Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit einem Abschluss der Industrie- und Handelskammer (IHK). Doch neben der reinen Ausbildung biete das Projekt den jungen Frauen auch Unterstützung in Form von sozialpädagogischer und psychosozialer Betreuung. Denn sie hätten oft viele Probleme – finanziell, familiär, gesundheitlich. Viele müssten auch erst wieder an das Lernen herangeführt werden, erklärte Voggeser. Oft seien sie nicht sehr belastbar. Doch die Ausbildung verlange viel von ihnen. Berufsschule, Betrieb und Träger müssten alle unter einen Hut gebracht werden. Die Sorge um die Kinderbetreuung nimmt „Mütter lernen“ ihnen ab. Sie sorgen für eine Kinderbetreuung im Mutter-Kind-Haus bis gemeinsam eine geeignete Kita gefunden wurde.
Bisher kommen die meisten jungen Mütter, die in Lichterfelde betreut werden aus Tempelhof-Schöneberg. Anfragen gibt es zwar auch aus Steglitz-Zehlendorf. Doch das Jobcenter kauft die Plätze nicht ein.
Weil es dafür im Bezirk nur wenig Bedarf gebe, erklärte die Jobcenter-Geschäftsführerin Andrea Hanuschke. Man schreibe deshalb nicht selbst aus, sondern beteilige sich an den Ausschreibungen anderer Jobcenter, um so ein breites Angebot zu haben. Man biete ebenfalls überbetriebliche Ausbildungen an, auch Teilzeit ist möglich, IHK-Abschluss inklusive, Betreuungsmöglichkeiten gebe es ebenfalls. „Wir nutzen die Möglichkeiten, die wir haben“, sagte Hanuschke und verwies darauf, dass man eben auch wirtschaftlich denken und die Plätze besetzen müsse, die man bereits bezahlt habe. Das heißt aber auch, dass jungen Frauen für die Ausbildung noch mehr Wege auf sich nehmen müssen, etwa nach Charlottenburg-Wilmersdorf oder Spandau.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: