Die Lärmschutzwand in Dahlem bewegt die Gemüter. Es gibt wohl kein Medium in Berlin, das nicht darüber berichtet hat. Verschiedene Institutionen und Politiker meldeten sich deshalb zu Wort.
So zeigt sich Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, entsetzt über die fünf Meter hohe Mauer. Für ihn ist das ein Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention, „die ganz klar die Vorrangstellung des Kindeswohls auch bei Verwaltungsentscheidungen normiert. Es ist ein Skandal, dass das Wohl von Investoren und Bewohnern von Luxuswohnungen über den Interessen von Kindern und Jugendlichen steht“.
Indessen verteidigen Bezirkspolitiker die Wand. Sie sei notwendig gewesen, um die Skaterbahn der Jugendfreizeiteinrichtung an der Marshallstraße zu erhalten, betont Torsten Hippe. Denn es handele sich nicht um „Kinderlärm“. „Die Skateboardanlage ist dadurch gekennzeichnet ist, dasss ständig Skateboards mit ihren Rollen durch Sprungübungen der Kinder bis jungen Erwachsenen auf den Boden oder den Anlagen aufsetzen; ich kann mir kaum Menschen vorstellen, die dies auf Dauer nicht stört“, so Hippe. Die Alternative wäre gewesen, das Areal nicht zu bebauen – für ihn keine Lösung.
„Die Frage der Lärmschutzwand betrifft das Grundproblem, dass nach aktueller gesetzlicher Regelung zwar Kinderlärm zu akzeptieren ist, nicht aber Sportlärm“, betont Maren Schellenberg, Sprecherin Stadtplanung Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen. „Dies ist hier entscheidend, da die Lärmschutzwände nicht primär zum Schutz vor ‚Kinderlärm‘ sondern vor ‚Sportlärm“ hier Skateranlage, BMX-Bahn und Sportplatz aufgestellt werden.“
Dass die Bezirksverordneten den Investor dazu verpflichtet hatten, eine Lärmschutzwand zu errichten, sei der Tatsache geschuldet, „dass die neuen Nachbarn erfolgreich gegen den Baseballplatz um die Ecke Am Waldfriedhof geklagt hatten und dieser abgebaut werden musste“. Das dieses Schicksal auch der Skateranlage drohen könnte, habe man verhindern wollen.
Vor allem den Vorwurf, dass mit der Lärmschutzwand „Luxuswohnungen“ geschützt werden sollen, weist Hippe zurück. Das sei beim Thema Lärm unerheblich. „Wenn auf dem gleichen Gelände sozialer Wohnungsbau stattgefunden hätte, wären eher eine größere Anzahl von Menschen vom Lärm betroffen.“
Dass diese Entscheidung für eine Lärmschutzwand so harmonisch fiel, widerspricht hingegen Norbert Buchta (SPD). „Der Bau der Lärmschutzwand war nicht zwingend notwendig. Es gab andere Lösungsvarianten, die von der Zählgemeinschaft abgelehnt wurden“, sagt er.
Eine Alternative wäre es gewesen, den Geltungsbereich des Bebauungsplans zu erweitern und die Fläche als Jugendnutzung abzusichern. „Dann müssten alle Anwohner die Anlagen dulden und hätten keine Handhabung für Klagen. Eine Lärmschutzwand wäre zwar erforderlich gewesen, aber sie hätte auf das Grundstück von Stofanel platziert oder die Bebauung hätte weiter von den Einrichtungen entfernt und mit geringerer Bebauungsdichte geplant werden müssen, was dem Investor nicht gefallen hätte“, meint Volker Semler, Sprecher der SPD-Fraktion im Stadtplanungsausschuss. Dies sei jedoch von der Zählgemeinschaft abgelehnt worden, so dass die Lärmschutzwand als einzige Lösung erschienen sei. Zudem kritisiert die SPD, dass die Anwohner bei der Abstimmung zu wenig beteiligt worden seien. Die Planungen seien unausgewogen und bevorteilten den Investor Stofanel auf Kosten der Jugend.
Stofanel hatte bereits in einer vorherigen Verlautbarung erklärt, dass die Lärmschutzwand für ihn keinen Vorteil bringe, sondern nur Kosten.
Anwohner haben sich derweil zu einem „Aktionsbündnis gegen Lärmschutzwände in Dahlem“ zusammengeschlossen und fordern den Rückbau der Wände.
(go)













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner