
Eine glückliche Familie?! Die Erkrankung von Amandus‘ (Achim Wolf; rechts) stellt die Familie Rosenbach vor unerwartete Herausforderungen. Foto: DERDEHMEL/Urbschat
Mehr als sieben Millionen Menschen sahen im Kino „Honig im Kopf“ mit Dieter Hallervorden und Till Schweiger – am Sonnabend feierte die Bühnenfassung im Schlosspark Theater Premiere. Es ist nicht das erste Mal, dass das Theater einen erfolgreichen Film auf die Bühne bringt – und wieder ist die Inszenierung gelungen. Das zeigte der tosende Applaus am Ende der Vorstellung.
Tilda und ihr Opa Amandus haben ein enges Verhältnis. Doch nach dem Tod seiner geliebten Frau offenbart sich für die Familie, dass er an Alzheimer leidet. Als ob er „Honig im Kopf“ habe, fühle er sich, erklärt er seine Enkelin. Er vergisst zunächst nur Worte und Namen, dann ruiniert er die Gartenparty seiner Schwiegertochter und fackelt beim „Kuchenbacken“ fast das Haus ab. Für die ohnehin kriselnde Beziehung von Amandus‘ Sohn Niko und seiner Frau wird die Krankheit des Seniors zur Belastung, schließlich wollen sie ihn in ein Heim abschieben. Doch Tilda flieht mit ihrem Opa nach Venedig, wo er einst glücklich war. So hofft sie, ihrem Opa helfen zu können. Es beginnt eine turbulente Reise, nicht nur nach Italien sondern auch der Familie zu sich selbst.
Ein zurückgenommenes Bühnenbild mit ein paar zu verschiebenden Schränken und Stühlen lässt Raum für das berührende Spiel des Ensembles, dem der Spagat zwischen witzigen, traurigen und dramatischen Momenten spielend gelingt.
Die Rolle der Tilda spielt die Berlinerin Nastassja Revvo. Mit ihren 22 Jahren hat sie schon eine Karriere hinter sich, die einen schwindelig werden lässt – Kinderchor der Komischen Oper, Mitglied der Kinderband Rumpelstil, Auftritte mit der Staatlichen Ballettschule, Rollen im Fernsehen und im Theater, Sprecherin für das Radio und Computerspiele. Ihre Tilda spielt Revvo mit so viel jugendlichem Übermut und Frechheit, dass man vergisst, dass sie eigentlich doppelt so alt ist wie ihr Charakter. Kein Wunder, dass sie vom Publikum mit extra lauten Applaus begrüßt wurde.
Den erntete auch Achim Wolff als liebenswerter Amandus. Er glänzt genauso in den komischen wie in den ruhigen, verzweifelten Momenten, wenn ihm die Hoffnungslosigkeit seiner Situation bewusst wird. So zauberte er Tränen in die Augen zumindest einer Zuschauerin.
Die Hilflosigkeit und Überforderung angesichts Amandus‘ Krankheit, ihre Verletzlichkeit und Wut über das Scheitern ihrer Ehe – Karsten Speck und Astrid Kohrs finden dafür stets die richtige Sprache, die richtige Geste. Ihren Charakteren verleihen sie so Glaubwürdigkeit und Tiefe.
Wer je gezweifelt hat, ob der Stoff von der Kinoleinwand auch auf der Bühne trägt, dem sei mit ganzem Herzen Ja gesagt und ein Besuch im Schlosspark Theater empfohlen. „Honig im Kopf“ könnte dem Theater, das das Stück gemeinsam mit dem Theater an der Kö Düsseldorf und der Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig produziert, einen Zuschauermagneten bescheren. Es gilt schließlich die sieben Millionen-Marke zu knacken!
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: