Kranoldkiez-Lichterfelde e.V.: Vorstand schließt Mitglieder willkürlich aus und verhindert Wahlen

Kranoldkiez-Lichterfelde e.V.: Vorstand schließt Mitglieder willkürlich aus und verhindert Wahlen

Kranoldplatz, Foto von Stephan Voß

 

Zahlreiche Gründungsmitglieder verlassen die Bürgerinitiative Kranoldkiez – Lichterfelde e.V.

1.

Im Mai 2021 trat der Vorsitzende des Kranoldkiez – Lichterfelde e.V. von seinem Amt zurück. Im Jahr 2021 fand keine außerordentliche Mitgliederversammlung zur Nachwahl des Vorsitzenden statt. Im Newsletter 4/21 vor dem Rücktritt des damaligen Vereinsvorsitzenden hieß es zur Frage der Mitgliederversammlung noch: „Eine ordentliche Mitgliederversammlung sollte aber hoffentlich im Spätsommer möglich sein.“ Bis heute wurde kein/e neuer Vorsitzende/r gewählt. Die nächste Mitgliederversammlung ist erst für Anfang 2023 geplant.

In der Satzung des Vereins heißt es im § 6 Der Vorstand: „Scheidet ein Vorstandsmitglied während seiner Amtszeit aus dem Vorstand aus, so hat der Vorstand innerhalb angemessener Frist eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, die für die restliche Amtsdauer ein Ersatzmitglied wählt.“

Im Jahr 2021 fand auch keine ordentliche Mitgliederversammlung statt.

In der Satzung des Vereins heißt es im § 7 Die Mitgliederversammlung: „Jedes Jahr ist eine ordentliche Mitgliederversammlung abzuhalten.“

Sowohl eine außerordentliche als auch eine ordentliche Mitgliederversammlung hätten bereits im Jahr 2021 und auch im Jahr 2022 vor dem 30. Juni (s.u.) stattfinden können. Unabhängig von der Frage, ob und zu welchem Zeitpunkt solchen Versammlungen in Präsenz die jeweils gültige Fassung der SARS-CoV-2 Infektionsschutzmaßnahmenverordnung im Wege gestanden hätte oder nicht, hätten solche Versammlungen und auch Beschlussfassungen gemäß des Gesetzes über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie – „COVMG“ virtuell stattfinden können, bzw. hätten ohne Anwesenheitserfordernis Entscheidungen getroffen werden können, was guten demokratischen Gepflogenheiten entsprochen hätte.

Am 30. Juni 2022 schließlich hat eine Mitgliederversammlung stattgefunden, auf der es jedoch nicht dazu kam, dass ein neuer Vorstand gewählt wurde.

Eine für den 28. September 2022 geplante Mitgliederversammlung, zu der bereits eingeladen war, wurde kurzfristig abgesagt. Somit ist auch nach inzwischen 16 Monaten immer noch kein neuer Vereinsvorsitzender und auch kein neuer Vorstand gewählt.

Dafür, dass die für Ende September geplante Versammlung abgesagt wurde, gibt es keinerlei Gründe, die in irgendeinem Zusammenhang mit Schutzmaßnahmen vor oder mit gesetzlichen Bestimmungen im Zusammenhang mit Covid stehen könnten. Allerdings war für diese Versammlung eine Gegenkandidatur zum aktuellen Vorstand angekündigt.

Bis zur nächsten Versammlung, die für Anfang 2023 angekündigt wurde, bleibt der auf zwei Personen reduzierte Vorstand weiter im Amt, obwohl dessen reguläre Amtszeit bereits im Februar 2022 nach zwei Jahren endete.

Der Beschluss der Mitgliederversammlung vom 30.06.22, dass spätestens bis zum 31.10.22 eine MV mit Neuwahlen eines Vorstands durchgeführt werden muss, wurde somit vom Vorstand ignoriert und nicht umgesetzt.

In der Satzung des Vereins heißt es im § 6 Der Vorstand: „Der Vorstand im Sinne des § 26 BGB besteht aus dem Vorsitzenden, einem Schatzmeister und mindestens einem weiteren Stellvertreter und wird von der Mitgliederversammlung für eine Amtsdauer von zwei Jahren gewählt.“

2.

Nach der Mitgliederversammlung im Juni 2022 hat der Vereinsvorstand am 26.07.22 zwei Mitglieder ohne jede plausible und nachvollziehbare Begründung willkürlich aus dem Verein ausgeschlossen. Den Betroffenen hat der Vorstand vor seinem entsprechenden Beschluss keine Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben.

In der Satzung des Vereins heißt es zum Ausschluss von Mitgliedern im § 4 Erwerb und Ende der Mitgliedschaft:
„…Die Mitgliedschaft endet…
3. durch den Ausschluss aus dem Verein. Der Ausschluss eines Mitgliedes kann durch den Vorstand ausgesprochen werden.
a) wegen grober Verstöße gegen die Zwecke des Vereins…
Dem Mitglied muss vor der Beschlussfassung Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden…“

3.

Abseits der vorgenannten Punkte gab es unter anderem Kritik am derzeitigen Vorstand des Vereins Kranoldkiez – Lichterfelde e.V. mit Blick auf die Transparenz seines Handelns, die Kommunikation mit den Vereinsmitgliedern, die Förderung der Kommunikation unter den Vereinsmitgliedern, die vereinsinterne Abstimmung von Aktionen, sein Finanzgebaren sowie mit Blick auf die Förderung offener Diskurse innerhalb des Vereins.

4.

Am 30. September 2022 haben 12 Vereinsmitglieder ihren Austritt aus dem Verein Kranoldkiez – Lichterfelde e.V. gegenüber dem Vereinsvorstand gemeinsam begründet. 9 von ihnen waren Gründungsmitglieder des Vereins. Von den ehemals 16 Gründungsmitgliedern des Vereins sind damit höchstens noch 4 Mitglied im Verein Kranoldkiez – Lichterfelde e.V. Das entspricht einem Viertel der ehemaligen Vereinsgründer*innen.

 

Arnim Gießmann (Gründungsmitglied),
Pia Imhof-Speckmann (Gründungsmitglied),

Sabine Moser (Gründungsmitglied),
Katrin Rinne,

Jan Trommershausen (Gründungsmitglied),
Stephan Voß (Gründungsmitglied)

 

 

 

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„Perspektiven der Kinder und Jugendlichen machen unsere Entscheidungen besser“

[caption id="attachment_103286" align="aligncenter" width="400"] Johanna Martens in der BVV am 22. April 2026, Rede zum Thema Kinder- und Jugendparlament | Foto: Grüne Fraktion[/caption]   Steglitz-Zehlendorf bekommt ein Kinder- und Jugendparlament. Das hat die BVV in der vergangenen Woche beschlossen. Wir dokumentieren die Rede von Johanna Martens, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen, im Wortlaut: Wir haben vor anderthalb Jahren einstimmig beschlossen, ein Beteiligungsgremium für Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen. Seitdem ist viel passiert: Es gab einen strukturierten Beteiligungsprozess, Gespräche in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und mit Fachkräften. Und vor allem mit den jungen Menschen selbst. Wir haben uns bewusst nicht vorab auf eine Struktur für ein solches Gremium festgelegt und diese den Kindern- und Jugendlichen vorgesetzt, sondern den Beteiligungsprozess ernst genommen. Das Ergebnis dieses Prozesses war eindeutig: Die Kinder und Jugendlichen in Steglitz-Zehlendorf wollen ein Kinder- und Jugendparlament. Das Kinder- und Jugendparlament wird demokratisch gewählt, breit zusammengesetzt aus Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen und weiteren Organisationen. Es gibt klare Regelungen zur Repräsentanz und zur Einbindung verschiedener Gruppen im Bezirk. Und mit der Änderung der Geschäftsordnung integrieren wir dieses neue Gremium in unsere Arbeit in der BVV: Das Kinder- und Jugendparlament wird zu den Sitzungen eingeladen, kann eigene Anträge in die BVV einbringen und erhält eine nachvollziehbare Rückmeldung, wenn Anträge abgelehnt werden sollten. Auch Rederechte sind vorgesehen. Das sind notwendige strukturelle Veränderungen, die echte Mitwirkung ermöglichen. Warum ist das so wichtig? Weil wir damit zeigen, dass wir die Anliegen junger Menschen ernst nehmen. Weil wir damit Vertrauen in die Bezirkspolitik schaffen. Und weil wir somit ganz konkret in und mit diesem Gremium etwas gegen Politikverdrossenheit tun. Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass Politik über sie hinweg entscheidet, sie nicht ernst nimmt. Doch wer früh erlebt, dass die eigene Stimme gehört wird und Einfluss hat, entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse. Mit diesem Beschluss heute können wir zeigen: Eure Perspektiven sind nicht nur willkommen – sie haben Gewicht. Gleichzeitig profitieren auch wir als Bezirksverordnete und der Bezirk selbst: Kinder und Jugendliche nehmen ihren Bezirk anders wahr als wir Erwachsene, haben oft einen anderen Blick auf ihren Alltag: auf Schulwege, Freizeitangebote oder öffentliche Räume. Sie sehen Probleme, die wir vielleicht übersehen würden und haben Ideen, auf die wir selbst nicht kommen würden. Diese Perspektiven machen unsere Entscheidungen als BVV besser. Deshalb geht es heute auch um Vertrauen: Vertrauen darin, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen können und wollen. Und dass sie uns als Bezirkspolitik vertrauen können. Und es geht um Respekt: Respekt vor der Zeit, dem Engagement und den klaren Forderungen, die im Beteiligungsprozess formuliert worden sind. Ich möchte mich deshalb im Namen der Grünen Fraktion ausdrücklich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben: bei allen Kindern und Jugendlichen, die sich eingebracht haben, bei den Einrichtungen, Fachkräften und der Verwaltung, die diesen Prozess getragen haben. Sie haben die Grundlage dafür geschaffen, dass wir heute diesen Schritt gehen können.

Johanna Martens

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