Den Schulhof barrierefrei gestalten, ein Schülerparlament einrichten, die eigene Schule „grüner machen“, mehr Mülleimer für den Bäkepark – 16 verschiedene Ideen und Projekte stellten Kinder- und Jugendliche beim Kinder- und Jugendforum im Rathaus Steglitz vor – und alle von ihnen fanden einen Paten.
Mehr als 100 Schüler, Eltern, Politiker und Interessierte waren ins Rathaus gekommen, um zu verhandeln und schließlich Vereinbarungen zu schließen, wie die Politiker die Kinder- und Jugendlichen bei ihren Projekten unterstützen kann.
Ein Projekt, dass sich präsentierte, hieß „Politik als Schulfach“. Politik gebe es zwar im Lehrplan, so Jan Szalucki. Doch nur als Sozialkunde als Teil des Geschichtsunterrichtes. Doch Sozialkunde werde kaum unterrichtet, ergänzte Ruth Appel. Deshalb setzen sich Szalucki und Appel zusammen mit Lisa Opolka, Lena Fiechter, Lukas Gast, Larissa Volkmann und Serafine Sonntag, dafür ein, dass Politik endlich auch unterrichtet wird – getrennt vom Geschichtsunterricht. Eine Umfrage unter Schülern habe ergeben, dass viele gar nicht wüssten, welche Parteien im Bundestag sitzen und wofür diese stehen. Doch wie solle so bei den Schülern ein demokratisches Grundverständnis entstehen, fragten sich die Jugendlichen. Damit sie nicht einfach die Meinung von Lehrern oder Eltern übernehmen, sondern sich durch Diskussion selbst positionieren können, deshalb bedarf es einen Unterrichtsfaches Politik, in dem Schüler ab der 7. Klasse über aktuelle politische Themen informiert werden und sich damit auseinandersetzen. Szalucki und Appel ist klar, ist, dass das ein berlinweites Thema ist. Doch mit der Vereinbarung, einen Projekttag zum Thema Politik und Partizipation in Steglitz-Zehlendorf zu veranstalten, die sie mit Jonas Botta von den Grünen geschlossen haben, sind die Jugendlichen froh, schon einmal im Bezirk mit ihrem Anliegen voranzukommen.
Viktoria Kampa und ihre Mitschüler von der Biesalski-Schule waren gleich mit zwei Projekten vertreten. Zum einen möchten sie einen barrierefreien Schulhof haben, zum anderen einen rollstulfreundlichen U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim. „Wir haben viele Rollstuhlfahrer an unserer Schule“, erklärte Viktoria ihre Anliegen. Für den Schulhof wurde ein Vor-Ort-Termin vereinbart. Und beim Thema U-Bahnhof hoffte Georg von Boroviczeny (Piraten) helfen zu können. Er will Kontakt mit dem neuen Investor für das Medizin- und Wellnesszentrum dort aufzunehmen, für den das Thema vielleicht auch interessant sein könnte, eigentlich aber sei der U-Bahnhof Sache der BVG, so von Boroviczeny bei der Präsentation der Vereinbarung.
Eric Lüders von den Piraten unterstützt die Idee eines Jugendparlaments, das sich mit Anträgen in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einbringen kann.“Kindern in der BVV eine Stimme geben“, das will Lüders. So könnten Kinder sehen, dass sie etwas bewirken können im Bezirks. Und so hat Lüders zusammen mit Jan Kellermann (SPD) sich dazu verpflichtet, einen Antrag auf Gründung eines Jugendparlaments in die BVV einzubringen.
Das Forum fand Lüders „sehr strukturiert“, eher so, wie Erwachsene vorgehen. Das bedauerte er. „Kinder würden das wahrscheinlich anders machen“, ist der Pirat überzeugt. Man müsste den Kinder mehr Freiheit einräumen bei einem solchen Forum.
Hella Schleef vom Kinder- und Jugendbüro (KiJuB), das das Forum organisierte, war begeistert von der hohen Teilnehmerzahl und den zahlreichen unterschiedlichen Ideen. Einige Projekte entstanden bei den Kinderrechtsveranstaltungen des KiJuB in den Schulen des Bezirks, andere kamen von den Schülern selbst.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos:
es wird heute Kindern immer gesagt dass sie Rechte haben.Doch niemand sagt ihnen dass sie auch Pflichten haben