„Danke Frau Scheeres! Oberstufe (Sek II) genehmigt!“ prangt in großen Lettern auf der Homepage des Montessori-Gemeinschaftsschule Lichterfelde. Nach einem rund zweijährigen Kampf, den die Schule und Eltern geführt haben, hat die Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) nun die Einrichtung einer Oberstufe genehmigt – als Schulversuch.
„Wir sind sehr, sehr froh. Wir können es nicht fassen“, freut sich Manuel Weiniger-Kühn über die Entscheidung der Bildungssenatorin. Und so nimmt die Vorsitzende der Gesamtelternvertretung (GEV) der Montessori-Schule es hin, dass nicht alle Ideen bei der Senatsverwaltung Zustimmung fand. So waren die „Kosmischen Kurse“ nicht genehmigungsfähig, teilte Scheeres mit. Unter dem Oberbegriff sind die naturwissenschaflichen Fächer aber auch Geografie und Geschichte zusammengefasst, erklärt Weiniger-Kühn. In der Oberstufe müssen die Fächer nun getrennt angeboten werden. Stunden müssen neu berechnet werden, die Grund- und Leistungskurse stärker getrennt werden als ursprünglich von der Schule geplant, führt Weiniger-Kühn aus. Für ein wenig Wehmut sorgt auch, dass die Oberstufe zunächst nur als Versuch startet. „Wir müssen beweisen, dass wir es können. Ich hoffe, dass es uns gelingt“, so die GEV-Vorsitzende. Scheeres verspricht Unterstützung durch ihr Haus.
Auch die Piraten Steglitz-Zehlendorf sind froh über die Entscheidung. Es war ihre Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung, die im April dieses Jahres einen Antrag einbrachte, um die Schule bei ihrem Wunsch nach einer Oberstufe zu unterstützen. Dieser Antrag wurde im Schulausschuss einstimmig angenommen und ebenso von der BVV beschlossen. Zeitgleich nahm sich auf Landesebene der bildungspolitische Sprecher der Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, Martin Delius, des Themas an. „Wir freuen uns, dass die Schulsenatorin sich gegen ihre eigene Verwaltung durchgesetzt hat und nun die Montessori-Gemeinschaftsschule eine eigenständige Oberstufe einrichten kann“, sagten die Gebietsbeauftragten der Piratenpartei in Steglitz-Zehlendorf, Alf Jarosch und Lothar Kurtz.
Vor gut zwei Jahren war die Montessori-Gemeinschaftsschule durch Fusion der Grundschule Am Rohrgarten und der Nikolaus-Otto-Oberschule gegründet worden. Damals war man davon ausgegangen, dass die Schüler dort gemeinsm lernen können von der ersten bis zur 13. Klasse. Vor rund einem Jahr entschied die Schulveraltung, dass die Schule nach der zehnten Klasse enden, das Abitur am kilometerweit entfernten Oberstufenzentrum (OSZ) Bürowirtschaft und Verwaltung abgelegt werden sollte. Die Schule sei zu klein, habe zu wenig Schüler und die Auswahl an Kursen in der Oberstufe sei nicht groß genug, so die Argumente aus der Verwaltung.
Die Eltern schrieben Bittbriefe, reichten Petitionen ein und demonstrierten zum Schluss sogar vor dem Brandenburger Tor.
Starten wird die Oberstufe zum Schuljahr 2014/15, denn die Schüler, die als erstes ihr Abitur dort ablegen sollen, sind derzeit noch in der neunten Klasse.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: