
Kriminaldirektor Rüdiger Engler bedankte sich bei Moritz H. und Erik B. (von links) für ihr entschlossenes Handeln. Foto: Gogol
Es war ein Sonntag, der 26. August. Erik B. kam nach Hause, es war schon Abend, kurz vor 18.30 Uhr. Im Hausflur an der Rheinstraße kamen dem 55-Jährigen zwei junge Frauen entgegen, er grüßte freundlich – doch die Frauen liefen davon. Merkwürdig, dachte sich B. Doch dann entdeckte er eine aufgebrochene Wohnungstür, sah verstreute Gegenstände auf dem Flur und war sich sicher: Hier wurde eingebrochen. Da drehte er sich um und nahm die Verfolgung der beiden jungen Frauen auf. „Ich habe gar nicht überlegt“, sagte B. am Montagnachmittag in der Polizeidirektion in Lankwitz. Dort wurde er für sein entschlossenes Handeln geehrt.
Gut 500 Meter verfolgte B. die 22- und 14-jährigen Frauen, und vielleicht wären sie entwischt, wenn nicht Moritz H. dazu gekommen wäre. Der Sportstudent wohnte gerade einmal eine Woche in der Gegend und war mit seiner Freundin auf der Suche nach einem Restaurant. Da sah er B., der außer Atem die beiden Diebinnen verfolgte. Er erkundigte sich bei B., was los sei und nahm dann seinerseits die Verfolgung auf. „Die Frauen pfiffen schon auf dem letzten Loch“, erinnerte sich H. In der Dickhardtstraße holte der 25-Jährige die beiden Frauen ein und hielt sie fest, bis die Polizei kam. Auch H. wurde am Montag geehrt.
H. gestand, dass auch er in dem Augenblick wenig über die Konsequenzen nachgedacht habe. Erst als eine der beiden Frauen mit einem Handy telefonierte, dämmerte es ihm das erste Mal, dass das gefährlich werden könnte. Schnell nahm er der Frau das Telefon weg. Man könne ja nicht wissen, ob sie nicht ihre Großfamilie damit rufe, sagte er. Aus der Situation heraus hätten sie entschieden, erklärten beide Männer. Wenn statt der beiden Frauen ein paar muskulöse Männer vor ihnen gestanden hätten, hätten sie die Verfolgung wahrscheinlich nicht aufgenommen, sondern es dabei belassen, die Polizei zu rufen, gaben beide zu. Doch auch die Frauen waren nicht friedlich, eine biss H., als dieser kurz unaufmerksam war. „Sie war ein wenig grantig“, so H. lachend.
Paradox sei gewesen, dass auf das Rufen B.s fast niemand reagiert habe, aber als er die Frauen festhielt, hätten viele Passanten gefragt, was er da mit den Frauen mache, erzählte der Student, der sich gut vorstellen kann, sich nach dem Studium bei der Polizei zu bewerben.
Die 22-jährige Diebin, die der Polizei wegen weiterer Delikte schon bekannt war, ist mittlerweile verurteilt, die 14-Jährige wurde der Kinder- und Jugendhilfe übergeben, berichtete Kriminaldirektor Rüdiger Engler, der den beiden Männern eine Urkunde überreichte und sich bei ihnen für ihren mutigen und umsichtigen Einsatz bedankte.
Die Nachbarin, in deren Wohnung die Frauen eingedrungen waren, hat sich bei B. und H. mit einem Abendessen bedankt. „Es ist schön, dass man mal Kontakt bekommt zu seinen Nachbarn“, finde B. – wenn er sich dafür auch einen schönen Anlass vorstellen könnte.
(go)












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Hallenbäder öffnen, am Wannsee stehen wieder Faß-Saunen. Auch das Stadtbad Schöneberg geht wieder in Betrieb.
Derzeit öffnen nach und nach 25 Hallenbäder für die Öffentlichkeit. Das frisch sanierte Stadtbad Schöneberg steht ab dem 9. September wieder zur Verfügung. Da die Bäderbetriebe dieses Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiern, erhält am Eröffnungstag jeder 30. Badegast an der Kasse vor Ort freien Eintritt.
Das Bad war zuvor seit Anfang 2024 teilsaniert worden: Die Technik wurde erneuert und die Heizungsanlage. Auch Teile der Fassade wurden saniert und die Becken neu gefliest. Die Arbeiten kosteten 14,5 Millionen Euro.
Da das Personal jetzt in den Hallenbädern benötigt wird, weil dort mit Schuljahresbeginn das Schulschwimmen startet, schließen nach und nach die 14 Sommerbäder. Das Strandbad Wannsee hat bis zum 13. September geöffnet, das Sommerbad am Insulaner bis zum 11. September.
Das Strandbad bleibt zum Sonnenbaden und Saunieren noch bis zum 04. Oktober geöffnet. Zwei Fass-Saunen mit 85°C und 95°C stehen hierfür zur Verfügung. Im regulären Eintrittspreis ist die Nutzung der Strandkörbe mit inbegriffen. Wer das Sauna-Angebot mit nutzen will, zahlt am Eingang für eine Sauna-Tageskarte 11,50 Euro. Öffnungszeiten: in der Woche von 12 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10-18 Uhr. Die Tickets fürs Sonnenbaden und Saunieren sind direkt an der Kasse vor Ort erhältlich.
Einen Gesamtüberblick über alle offenen Bäder mit ihren jeweiligen Öffnungszeiten nach Tagen sortiert gibt es