
Und sie fällt… – in Jahrzehnten gewachsen, wurde die Rotbuche innerhalb von Stunden abgesägt. | Foto: Daniela von Treuenfels
Am Freitag wurde am Hindenburgdamm neben der Pauluskirche eine Blutbuche gefällt. Der Baum war von einem Pilz befallen.
„Das brennt wie Zunder“ ist ein bekanntes Sprichwort. Es leitet sich ab vom Zunderschwamm, dessen Fruchtstände hufeisenförmig am Baum kleben – fünf bis 30 Zentimeter groß und knorrig. Dieser Fruchtstand kann bis zu 30 Jahren alt werden. Seine Farbe variiert von weiß über grau bis zu schwarz.
Früher wurde der Pilz zum Feuermachen verwendet, weil das Naturmaterial lange glimmt. Die Technik ist schon sehr alt, sogar „Ötzi“ soll einen Zunderschwamm bei sich getragen haben. Später wurden aus dem Zunderschwamm auch Dochte für Petroleumlampen und Material für die Herstellung von wildlederartigen Kleidungsstücken, Mützen und Hüten hergestellt.
Der eigentliche Pilz aber lebt im Holz. Der Zunderschwamm (Fomes fomentarius) zersetzt erkrankte, geschwächte oder sterbende Bäume, bevorzugt Buchen oder Birken. Seine Sporen dringen durch Ast- und Stammwunden in das Kernholz ein.
Dabei zerstört er das Holz relativ rasch. Grosse, noch belaubte Buchen, an deren Stämmen Fruchtkörper des Zunderschwammes sitzen, können urplötzlich zusammenbrechen, weil der Pilz die Festigkeit des Holzes von außen unsichtbar mindert.
Die Rotbuche in der Lichterfelder Dorfaue „weist Pilzbefall sowie Faulstellen im Kronenbereich auf“, hatte das Bezirksamt am Donnerstag mitgeteilt. Es seien große Fruchtkörper des Zunderschwammes zu erkennen. „Dies ist an diesem stark frequentierten Standort sehr gefährlich – es besteht eine akute Gefahr.“ Weil ein Auseinanderbrechen der Krone zu befürchten war, entschied sich das Amt für die Fällung.
Eine Nachpflanzung ist für den Herbst 2024 vorgesehen.
Daniela von Treuenfels

Der Übeltäter: Zunderschwamm an der gefällten Rotbuche. | Foto: Daniela von Treuenfels

Im Hintergrund: der gleichalte „Zwilling“. | Foto: Daniela von Treuenfels

Quellen / Leseempfehlungen
https://totholz.wsl.ch/de/artenportraets/echter-zunderschwamm/
https://www.dgfm-ev.de/jugend-und-nachwuchs/kreativwerkstatt/zunder-und-feuermachen












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: