An seinem Grab im Botanischen Garten gedachten Lokalpolitiker und Wissenschaftler Friedrich Althoff. Fotos: Gogol

An einen der bedeutendstenn Kultur- und Wissenschaftspolitiker Preußens wurde am Sonnabend im Botanischen Garten in Dahlem erinnert: Friedrich Althoff. An seinem Grab im Botanischen Garten wurden anlässlich seines 175. Geburtstags Blumen niedergelegt und eine Gedenkplatte eingeweiht.

Damals „bekannt wie ein bunter Hund“ ist der Geheime Rat heute nur wenigen Menschen ein Begriff. Das will Althoffs Geburtsstadt Dinslaken ändern und hat ein Althoff-Jahr ausgerufen, das bis nach Steglitz wirkt. Denn auch heute habe man dem Bildungspolitiker viel zu verdanken, erinnerte Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger an die Verdienste Althoffs: die Max-Planck-Gesellschaft etwa, die Gründung des Vorläufers, die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, initiierte Althoff, auch die Mädchenbildung trieb er voran. Er modernisierte das deutsche Universitäts- und Bildungswesen, reformierte das Bibliothekswesen, wirkte für den Aufbau und Neugründungen von Universitäten und Technischen Hochschulen.

Die Stadt Dinslaken weihte eine Gedenktafel für ihren berümtesten Sohn ein.

Steglitz-Zehlendorf hat ihm den Botanischen Garten zu verdanken, erinnerte der Direktor des Botanischen Gartens und Museums, Prof. Dr. Thomas Borsch. Auf Betreiben des Kulturpolitikers hin zog diese wissenschaftliche Einrichtung nach Dahlem, das Althoff zum „deutschen Oxford“ ausbauen wollte.“Althoff ist ein Meilenstein für uns“, betonte Borsch. Einem aber, und das musste der Direktor gestehen, dem man selbst im eigenen Hause zu wenig Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen Betrachtung schenke.

In Steglitz-Zehlendorf gibt es einen Friedrich-Althoff-Platz und eine Althof-Straße, trotzdem musste auch Bezirksbürgermeister Norbert Kopp zugeben, dass er erst Dank der Initiative Dinslakens sich mit der Person Althoff auseinandergesetzt habe. Auch dass dessen Grab sich im Botanischen Garten befinde, habe er nicht gewusst. Das zeigt: Dinslaken hat noch jede Menge Arbeit zu leisten, bis ihr berühmter Sohn ebenso bekannt ist, wie der berühmteste Sohn der Nachbarstadt Wesel – Konrad Duden.

 (go)