
Titelverteidiger Markus Genz (rechts) kämpfte in diesem Jahr mit einer Wildschwein-Steinpilz-Bratwurst um den Sieg. Fotos: Grützner
Das Wetter ist endlich frühlingshaft und lädt wieder zum Grillen ein. Wer keine Lust auf 08/15-Bratwürste im heimischen Garten und keine Angst vor großen Menschenmassen hatte, war am Sonntag auf der Domäne Dahlem richtig, zur 11. Bratwurstmeisterschaft.
Titelverteidiger Markus Genz war natürlich auch wieder dabei. Im vergangenen Jahr hatte er den ersten Platz sowohl bei der kreativen als auch bei er regionalen Bratwurst geholt. In diesem Jahr bot er in der Kategorie „beste kreative Bratwurst“ eine Wildschweinbratwurst mit Steinpilzen an, verfeinert mit frischer Minze und Cranberries. Ganz bewusst habe er sich gegen eine fruchtige Variante entschieden. „Ich bin kein Freund der Fruchtsäure“, sagte Genz. „Ich esse gern herzhaft und süß getrennt.“ In der Kategorie „beste regionale Bratwurst“ versuchte es Genz mit seinem Klassiker, der Merguez, mit der er seit vier Jahren bei der Bratwurstmeisterschaft antritt und sich im vergangenen Jahr den Titel des Berliner Bratwurstmeisters sicherte.
Die Konkurrenz war groß, in beiden Kategorien: Ungewöhnlichee Geschmackserlebnisse warteten auf die Besucher, so eine Erdbeer-Sahne-Trüffel-Bratwurst, eine Rote-Beete-Meerrettich-Bratwurst und auch eine Zitronen-Thymian-Bratwurst. Eine fruchtige Variante gab es auch bei Mathias Bothe zu kosten: eine grobe Bratwurst mit Preiselbeeren. Bothe ist zum achten Mal bei der Meisterschaft dabei, oft mit eher schärferen Kreationen. In diesem Jahr sollte es deshalb fruchtig werden, verrät Bothe. In den Wintermonaten habe er in seinem Laden eine Leberwurst mit Preiselbeeren angeboten. Die sei so gut angekommen, dass er sich dachte, dass die Beeren sich auch gut in einer Bratwurst machen. Wichtig sei bei den Eigenkreationen, dass der Bratwurst-Charakter nicht verloren gehe, so Bothe. Also, dass die Wurst Biss hat, saftig ist und nicht zu viel krümelt.
Neben den Bratwurstständen gab es für die Besucher noch mehr zu entdecken, Senf und Ketchups beispielsweise und Wein. Aber passt Wein denn zu einer Bratwurst? Besser als Bier, findet Winzer Hartmut Willert-Eckert, der seit Jahren zu der Meisterschaft kommt. Weine seien sehr vielfältig – und das passe wunderbar zu der Vielfalt der Bratwürste, die angeboten werden. Die Kombination aus Bratwurst und Wein sei sehr individuell, so wie der Geschmack jedes Besuchers verschieden sei. Allerdings sei, den passenden Wein zu finden, anstrengender für den Konsumenten, findet Willert-Eckert, weil man sich mehr Gedanken machen muss, „erst so wird der Genuss schön“. Überhaupt müssten sich die Menschen viel mehr Gedanken machen um die Qualität ihres Essens, sich abwenden von der industriellen Massenproduktion, plädiert Willert-Eckert für mehr Bewusstsein beim Essen.
Gerhard Thiel und Eveline Bork sind alte Fleischer, waren jahrelang selbstständig und schauten am Sonntag mal bei den Kollegen vorbei. Von den neuen Kreationen aber halten sie nicht viel, sagen sie. Sie seien da eher skeptisch und setzen auf die traditionellen Bratwürste, die aber überzeugten.
„Die Zitronen-Thymian-Bratwurst ist der Knaller“, fand Petra Belau. Sie war zum ersten Mal bei der Bratwurstmeisterschaft dabei. Bisher sei das der Favorit, sagte ihr Mann Christoph, „aber das kann sich in wenigen Minuten ändern“. Ob sie es schaffen, alle zu probieren, da sind sich die beiden nicht sicher, denn irgendwann sei ein Ende erreicht. Belaus hatten von der vergangenen Meisterschaft erfahren und wussten, dass es dort besondere Würste geben würde – und sie waren nicht enttäuscht.
„Gewöhnungsbedürftig“ fanden Maria und Michael K. die „Rote-Beete-Meerrettich-Bratwurst“, ihr Favorit allerdings war die Fränkische Bratwurst, obwohl auch die Merguez ihnen sehr gut gefallen habe, sagten die die beiden. Auch sie waren zum ersten mal dabei, wussten nicht, dass es es bei Bratwürsten solch ausgefallene Kombinationen geben könnte, „aber heutzutage ist ja alles möglich.“ Auch sie beteiligen sich an der Abstimmung, so wie die meisten der zahlreichen Gäste, die mit ihrem Kreuzchen den Sieger wählen durften.
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Die Bratwurstmeisterschaft geht noch bis 18 Uhr, die Siegerehrung findet gegen 16.30 Uhr statt. Die Sieger reichen wir nach.












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos:
Im Namen der Band möchte ich dem Veranstaltern, der gesamten Domäne Dahlem und dem Puplikum danke sagen ! Es hat uns großen Spaß gemacht !
Ein Danke auch an alle netten Fotografen !
LG Diana von BLIND TRUST