
Symbolbild (Archiv): Baumann
Vor der Sommerpause hat die Bauverwaltung den neuen Berliner Mietspiegel 2026 veröffentlicht. Er löst den bisherigen Mietspiegel 2024 ab.
Der Berliner Mietspiegel 2026 gilt für rund 1,6 Millionen mietspiegelrelevante Wohnungen und basiert auf ca. 17.000 Miet- und Ausstattungsdaten, die bei Mieterinnen und Mietern sowie Vermieterinnen und Vermietern erhoben wurden. Er wird von allen an der Arbeitsgruppe Mietspiegel beteiligten Mieter- und Vermieterverbänden als qualifizierter Mietspiegel anerkannt.
Den Mietspiegel gibt es als Tabellenmietspiegel mit Orientierungshilfe zur Spanneneinordnung. Das durchschnittliche Mietniveau im aktuellen Mietspiegel liegt bei 7,71 €/m². Die ortsübliche Vergleichsmiete kann sowohl mithilfe der veröffentlichten Mietspiegel-Broschüre als auch über den Online-Abfrageservice auf der Website der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ermittelt werden.
Für alle Berliner Wohnadressen wurde die Wohnlage aktualisiert. Insgesamt befinden sich 29,4 % (2024: 28,5 %) der Adressen in der einfachen Wohnlage, 49,9 % (2024: 52,1 %) in der mittleren Wohnlage und 20,7 % (2024: 19,4 %) in der guten Wohnlage.
Interessierte erhalten mit dem Mietspiegel einen aktuellen Orientierungsrahmen über die Höhe der ortsüblichen Mietpreise für vergleichbaren, nicht preisgebundenen Wohnraum in Berlin. Mieterinnen und Mieter können auf seiner Grundlage Mieterhöhungsforderungen überprüfen und sich damit vor unrechtmäßigen Mieterhöhungsverlangen schützen. Eigentümer können bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete auf die Daten des Mietspiegels zurückgreifen.
Service und Informationen
Auf der Webseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen finden sich unter https://mietspiegel.berlin.de/ der Berliner Mietspiegel 2026 einschließlich Abfrageservice, Erläuterungen und Downloadmöglichkeiten.
Fragen zum Mietspiegel werden über das „Servicetelefon Mietspiegel“ unter der Telefonnummer (030) 90173-3860 (Mail: mietspiegel@senstadt.berlin.de ) beantwortet.
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Schloßstraße 26 im Jahr 1925: An der Ecke Zimmermannstraße verkaufte Ernst Taeger Röcke und Blusen. | Foto: Museum Steglitz Nr. 03114[/caption]
Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek macht aufmerksam auf die große Bedeutung jüdischen Lebens und jüdischer Wirtschaftstätigkeit für das Aufblühen der Schloßstraße im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
Die Schloßstraße entwickelte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in rasantem Tempo zur Einkaufsmeile. Die Eisenbahnverbindung zwischen Potsdam und Berlin mit Halt in der Albrechtstraße und die vor 1900 verkehrenden Straßenbahnen machten die Landgemeinde Steglitz attraktiv. Niedrige Grundstückspreise und Mieten lockten viele Geschäftsleute in die Steglitzer Hauptverkehrsstraße.
Jüdisches Leben hatte einen großen Anteil an dieser wirtschaftlichen Entwicklung und am Glanz und Reichtum der Schloßstraße. Jüdische Kaufleute betrieben zahlreiche spezialisierte Einzelhandelsgeschäfte, Handwerksbetriebe und größere Warenhäuser.
In den zwischen 1900 und 1910 entstandenen Wohn- und Geschäftsgebäuden lebten und arbeiteten jüdische Menschen in Bäckereien, Zigarrenläden und Konfektionsgeschäften, als Rechtsanwälte, Ärzte und Musiker.
Die Ausstellung erinnert mit acht kurzen Biographien und einer Übersicht von 40 Wirtschaftsbetrieben an diese Vielfalt und zeigt die radikale Vernichtung jüdischen Lebens nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Jahr 1933. In nur wenigen Jahren wurden alle jüdischen Gewerbetreibenden zur Geschäftsaufgabe gezwungen, jüdische Bewohnerinnen und Bewohner vertrieben oder deportiert. Heute erinnern nur einige im Jahr 2025 verlegte Stolpersteine und eine unauffällige Gedenktafel an das einst vitale jüdische Leben. Die Gedenktafel erinnert an Moritz Feidt, der im Jahr 1907 in der Schloßstraße 97 das erste größere Warenhaus eröffnete.
JÜDISCHES LEBEN IN DER SCHLOẞSTRAẞE
19.9.—14.11.2026
Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek
Grunewaldstraße 3, im Einkaufzentrum "Das Schloss"
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 11 – 19 Uhr
Samstag 11 – 16 Uhr
Eintritt frei
VERANSTALTUNGEN
Sonntag, 27. September, 12:00 Uhr
Geschichte vor Ort. Jüdisches Leben in der nördlichen Schloßstraße
Stadtspaziergang mit Sabine Davids und Barbara Wittkopf