Umbau des Boulevard Berlin beginnt

Umbau des Boulevard Berlin beginnt

Ab 19. Juni beginnen im Einkaufszentrum „Boulevard Berlin“ in der Steglitzer Schloßstraße die Umbauarbeiten. Die oberen Stockwerke werden in Büroflächen umgewandelt. Foto: Daniela von Treuenfels

 

In der nächsten Woche, ab dem 19. Juni, beginnen die Umbauarbeiten im „Boulevard“ in der Schloßstraße. Das Center folgt damit dem Beispiel des „Forum Steglitz“ am Walther-Schreiber-Platz, das seine Umgestaltung bereits abgeschlossen hat.

Beiden Einkaufszentren ist der Mix aus Einzelhandel und Büros gemeinsam. Im Boulevard sollen die Decken zwischen beiden Nutzungen jedoch geschlossen werden, so dass die Nutzungen unabhängig und nicht einsehbar voneinander funktionieren. Im Forum ist das Konzept erfolgreich angelaufen: Die Büros sind voll vermietet und die beiden großen Ketten Edeka und Bauhaus ziehen Kundschaft an.

Bis Anfang 2025 sollen nun in den oberen Etagen des Boulevards, das von 2009 bis 2012 nach Plänen des Architekturbüros Ortner & Ortner errichtet wurde, mehr als 25.000 m² Bürofläche geschaffen werden. „Die größte Veränderung erfahren das erste und zweite Obergeschoss. Nach jahrelangem Leerstand und vielen Überlegungen, wie die Flächen sinnvoll genutzt werden könnten, entstehen hier nun Büroräume für bis zu 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt Anja Schieban, die Centermanagerin des Boulevard Berlin. „Unser Einzelhandelsangebot ‒ aktuell über 50 Shops ‒ ziehen wir im Erdgeschoss und im Untergeschoss zusammen. Dabei wird hier auch alles übersichtlicher, moderner und freundlicher gestaltet.“

Wie das konkret aussehen kann, zeigt das Unternehmen auf seiner Webseite mit Visualisierungen. Kurioserweise gibt es dort derzeit nur Visionen der Büros zu sehen, obwohl die Flächen noch nicht vermietet sind. „Wir sind noch in Verhandlungen“, heißt es. Auch auf der Webseite ist unkonkret von neuen „Büro- oder Gastronomieflächen“ die Rede.

Ideen für die Verkaufsflächen gibt es dagegen auf der Webseite nicht zu sehen, obwohl die Nutzer – die erwähnten 50 Shops – bereits feststehen. Das könnte daran liegen, dass zu erwarten ist, dass die Mall an Attraktivität einbüßt: Durch die Deckenziehung wird es dunkler, und die Fläche wird insgesamt kleiner. Ob die Kunden das eher als kuschelig empfinden werden oder als beengt, wird sich zeigen. Das Centermanagement versichert jedenfalls, dass die große Passage von der Einziehung einer Decke nicht betroffen ist. Entlang des Wertheim Kaufhauses bleibt die großzügige Ladenstraße mit ihrer raumhohen Glasfassade und dem gläsernen Dach erhalten.

Das Bezirksamt sieht diese Aktivitäten mit Wohlwollen. „Jedes Konzept, das gegen Leestand hilft, findet unsere Zustimmung“, sagt Patrick Steinhoff, Stadtrat für Stadtentwicklung. „Wenn es dann noch funktioniert, ist es gut.“ Die weitere Entwicklung, vor allem die Vermietung der Büroflächen, werde er mit Interesse verfolgen.

Derweil soll der Shoppingcenter-Betrieb während des Umbaus ohne Unterbrechung weiter gehen. Während der ersten Bauphase werden die Rolltreppen im Atrium demontiert, trotzdem wird das Parkhaus weiterhin über die Aufzüge erreichbar sein.

Informationen zu den einzelnen Arbeitsabschnitten und deren Dauer in den verschiedenen Etagen des Boulevard Berlin finden sich in Zukunft hier:

https://www.boulevardberlin.de/umbau


Daniela von Treuenfels

 

 

Die großzügige Passage mit dem spektakulären Glasdach bleibt erhalten. Foto: Daniela von Treuenfels

 

 

 

 

 

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„Perspektiven der Kinder und Jugendlichen machen unsere Entscheidungen besser“

[caption id="attachment_103286" align="aligncenter" width="400"] Johanna Martens in der BVV am 22. April 2026, Rede zum Thema Kinder- und Jugendparlament | Foto: Grüne Fraktion[/caption]   Steglitz-Zehlendorf bekommt ein Kinder- und Jugendparlament. Das hat die BVV in der vergangenen Woche beschlossen. Wir dokumentieren die Rede von Johanna Martens, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen, im Wortlaut: Wir haben vor anderthalb Jahren einstimmig beschlossen, ein Beteiligungsgremium für Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen. Seitdem ist viel passiert: Es gab einen strukturierten Beteiligungsprozess, Gespräche in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und mit Fachkräften. Und vor allem mit den jungen Menschen selbst. Wir haben uns bewusst nicht vorab auf eine Struktur für ein solches Gremium festgelegt und diese den Kindern- und Jugendlichen vorgesetzt, sondern den Beteiligungsprozess ernst genommen. Das Ergebnis dieses Prozesses war eindeutig: Die Kinder und Jugendlichen in Steglitz-Zehlendorf wollen ein Kinder- und Jugendparlament. Das Kinder- und Jugendparlament wird demokratisch gewählt, breit zusammengesetzt aus Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen und weiteren Organisationen. Es gibt klare Regelungen zur Repräsentanz und zur Einbindung verschiedener Gruppen im Bezirk. Und mit der Änderung der Geschäftsordnung integrieren wir dieses neue Gremium in unsere Arbeit in der BVV: Das Kinder- und Jugendparlament wird zu den Sitzungen eingeladen, kann eigene Anträge in die BVV einbringen und erhält eine nachvollziehbare Rückmeldung, wenn Anträge abgelehnt werden sollten. Auch Rederechte sind vorgesehen. Das sind notwendige strukturelle Veränderungen, die echte Mitwirkung ermöglichen. Warum ist das so wichtig? Weil wir damit zeigen, dass wir die Anliegen junger Menschen ernst nehmen. Weil wir damit Vertrauen in die Bezirkspolitik schaffen. Und weil wir somit ganz konkret in und mit diesem Gremium etwas gegen Politikverdrossenheit tun. Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass Politik über sie hinweg entscheidet, sie nicht ernst nimmt. Doch wer früh erlebt, dass die eigene Stimme gehört wird und Einfluss hat, entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse. Mit diesem Beschluss heute können wir zeigen: Eure Perspektiven sind nicht nur willkommen – sie haben Gewicht. Gleichzeitig profitieren auch wir als Bezirksverordnete und der Bezirk selbst: Kinder und Jugendliche nehmen ihren Bezirk anders wahr als wir Erwachsene, haben oft einen anderen Blick auf ihren Alltag: auf Schulwege, Freizeitangebote oder öffentliche Räume. Sie sehen Probleme, die wir vielleicht übersehen würden und haben Ideen, auf die wir selbst nicht kommen würden. Diese Perspektiven machen unsere Entscheidungen als BVV besser. Deshalb geht es heute auch um Vertrauen: Vertrauen darin, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen können und wollen. Und dass sie uns als Bezirkspolitik vertrauen können. Und es geht um Respekt: Respekt vor der Zeit, dem Engagement und den klaren Forderungen, die im Beteiligungsprozess formuliert worden sind. Ich möchte mich deshalb im Namen der Grünen Fraktion ausdrücklich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben: bei allen Kindern und Jugendlichen, die sich eingebracht haben, bei den Einrichtungen, Fachkräften und der Verwaltung, die diesen Prozess getragen haben. Sie haben die Grundlage dafür geschaffen, dass wir heute diesen Schritt gehen können.

Johanna Martens

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