Bezirksbürgermeister Norbert Kopp überreichte Dr. Harald Gögler das Verdienstkreuz. Foto: Grützner

Menschen helfen – das ist das große Lebensmotto von Professor Dr. Harald Gögler. Dafür wurde dem Mediziner am Donnerstag das von Bundespräsident Joachim Gauck verliehene Bundesverdienstkreuz am Band überreicht. Die Ehrung übernahm Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU).

Es war ein bewegtes Leben, das Gögler führte. Studiert hat der Berliner an der Humboldt-Universität. 1966 flüchtete er im Kofferraum aus der DDR. Im Brüderkrankenhaus in Trier fand er eine Stelle als Assitenzarzt. Von Trier ging es nach Togo. In Palimé baute er ein Krankenhaus mit auf. Er leitete dieses Krankenhaus nicht nur, sondern kümmerte sich auch um die Ausbildung von Krankenpflegehelferinnen in den umliegenden Dörfern. Anschließend ging er als Kübel-Stipendiat an das Tropenkrankenhaus und -institut nach London und legte dort seinen Facharzt für Tropenmedizin ab. Zurück in Berlin war als Notarzt im Alliierten Französischen Militärkrankenhaus für Chirurgie und Gynäkologie tätig. 1985 wurde er Chefarzt der Chirurgie im DRK-Krankenhaus Jungfernheide – den heutigen DRK Kliniken Berlin-Westend -, dessen ärztliche Leitung er fünf Jahre später übernahm. Gögler war aufgrund seiner großen chirurgischen Erfahrung mehr als 20 Jahre lang Vorsitzender des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgie in Berlin und damit auch ständig Mitglied im Vorstand der Berliner Chirurgischen Gesellschaft.Im Alter von 66 Jahren übernahm Professor Dr. Gögler schließlich eine Tätigkeit im Krankenhaus Waldfriede, wo er mit zwei weiteren Fachärzten das Interdisziplinäre Darm- und Beckenbodenzentrum eröffnete, das heute weltweit einen hervorragenden medizinischen Ruf genießt. Zuletzt war er bis zu seinen Eintritt in den Ruhestand Anfang 2011 Ärztlicher Direktor des Krankenhauses.

Es war der Abschied in den Ruhestand, der schließlich Dr. Gögler das Bundesverdienstkreuz bescheren sollte, berichtete der Geschäftsführer des Krankenhaus Waldfriede, Berndt Quos. Erst da habe er erfahren, was der Kollege alles geleistet hat. Quos war es, der Weggefährten und Kollegen animierte, ihn beim Antrag für das Bundesverdienstkreuz zu unterstützen. Und so waren zur Verleihung auch viele von ihnen gekommen. Wie Professor Dr. Ernst Kraas, der sich gut an einen Spruch Göglers erinnerte: „Fünf Finger machen eine Faust“. Alle im Team seien wichtig, um zum Erfolg zu kommen – vom Hausmeister bis zum Chefarzt. Heidi Schäfer Frischmann, Oberin der DRK Schwesterschaft Berlin, berichte, dass Gögler in der Lage war, in schwierigen Besprechungen „Probleme mit dem kleinsten Kompromiss“ zu lösen. Auch Dr. Ralph Schoeller, Chefarzt und Ärztlicher Leiter der DRK Kliniken Berlin Westend und Dr. . Wilhelm Zuschneid, ehemaliger Leiter des Schilddrüsenzentrums im Westend, waren ins Zehlendorfer Rathaus gekommen, um zu gratulieren.

„Ich bin euch allen sehr sehr dankbar“ richtete Gögler das Wort zum Abschluss an die Gratulanten. Besonders freute ihn, dass alle vier Einrichtungen, für die er tätig war, sich für die Auszeichnung eingesetzt hatte.

Für den Geehrten, der mit Familie erschienen war, hatte der 12. Juli aber auch noch eine andere besondere Bedeutung, wie der Sohn erzählt. Er und seine Frau feierten ihren 30. Hochzeitstag.

(mgr/go)