
Noch kein Plätzchen zum Wohlfühlen. Helmut Lübbeke und seine Initiative Markusgarten will da ändern. Foto: Gogol
Es könnte alles so idyllisch sein: In der Mitte des Markusplatzes sprudelt der Springbrunnen, drumherum blühen die schönsten Blumen. Kinder tollen umher und pflücken sich Johannis- und Stachelbeeren von den angrenzenden Sträuchern, die Oma holt schnell noch an der Kirche ein paar Blätter Basilikum für den Tomate-Mozzarella-Salat, während die Familie es sich an Tischen gemütlich macht, um gemeinsam zu picknicken. Wenn es nach Helmut Lübbeke und seinen Mitstreitern von der Initiative Markusgarten geht, könnte das in ein paar Jahren auf dem Markusplatz in Steglitz Realität sein.
Doch noch braucht man dafür sehr viel Fantasie: Der Springbrunnen ist mit Graffiti beschmiert und läuft schon seit 15 Jahren nicht mehr, erzählt Lübbeke. Die Bänke sind ebenfalls beschmiert, die Papierkörbe laufen über, überall liegen Müll und Hundehaufen herum. Die Rosensträucher, die einst den Platz zierten, wichen schon vor Jahren aus Kostengründen einem pflegeleichten Rasen. „Als Anwohner des ‚Markus-Kiezes‘ schätzen wir uns glücklich, einen so schönen Platz direkt vor unserer Haustür zu haben, aber er hat in den letzten Jahren doch etliches von seinem Charme und seiner Schönheit eingebüßt, und wir haben Sorge, dass dieser Prozess voranschreitet, wenn wir uns nicht kümmern“, so Lübbeke.
Er und seine Nachbarn seien absolut nicht zufrieden damit, wie der Platz jetzt aussieht, sagt der Senior. Doch er weiß auch: Wenn sich etwas ändern soll, dann müssen die Bürger selbst Hand anlegen. Mit dem Grünflächenamt hat Lübbeke gesprochen. „Die schaffen das nicht“, sagt der Anwohner und hat dafür auch Verständnis angesichts der Stellenstreichungen in der Abteilung.
Also überlegten Lübbeke und seine Mitstreiter, was man mit dem Platz anstellen könnte. Erste Idee: urban gardenig. Das sei derzeit in aller Munde und werde in Berlin auch schon an vielen Stellen realisiert. Zudem seien er und seien Frau im vergangenen Jahr in Andernach gewesen, die den Zusatz „essbare Stadt“ trägt. Auf einem Teil der öffentlichen Grünanlagen dort wird Gemüse angebaut, an dem sich die Einwohner bedienen können. Eine tolle Idee auch für den Markusplatz, dachte zumindest Lübbeke. Das Grünflächenamt aber nicht. Erdbeeren und Hundekot würden sich nicht so gut vertragen, fanden die Mitarbeiter, erzählt Lübbeke, der sich aber noch nicht ganz von der Idee verabschieden möchte. Johannis- oder Stachelbeersträucher am Rande des Platzes kann er sich gut vorstellen, ebenso eine Kräuterspirale am Platz vor der Kirche. „Die Beete müsste man wieder zum Blühen bringen“, findet Lübbeke.
Auch wenn alle Pläne mit dem Grünflächenamt abgesprochen werden müssen, Arbeitsleistung oder Geld wird es von dort nicht geben. Deshalb sucht die Initiative nicht nur Menschen mit Ideen, sondern auch welche, die mitanpacken. Die Patenschaften für die Beet übernehmen, die herausfinden, warum der Brunnen nicht mehr sprudelt und wie man das ändern kann.
Unterstützung gibt es von der Grundschule am Stadtpark Steglitz, von der Markuskirchengemeinde und von der Bürgerstiftung Steglitz-Zehlendorf.
Ziel der Initiative ist es, „den Platz so zu gestalten, dass die Leute Lust haben, sich dort aufzuhalten – nicht nur die biertrinkenden Jugendlichen“. Dazu gehören auch Bänke und Tische.
Dass es keine schnelle Lösung für den Platz gibt, das weiß Lübbeke auch: „Das ist langfristig angelegt – jeden Tag einen halben Millimeter“.
Ein paar Kleinigkeiten hat die Initiative auch schon erreicht. So blühen an einer Stelle schon Krokusse, auch eine Bücherboxx ist ihr zu verdanken. Wenn es auch erst einmal nur eine „Wanderbox“ ist. Über eine permanente Bücherboxx an dieser Stelle sei er im Gespräch mit dem Künstler. Die Optimisten in der Initiative gehen davon aus, dass man in diesem Jahr auch schon die ersten zwei bis drei Beet bepflanzen könne. „Ich bin da eher skeptisch“, sagt Lübbeke, der sich aber gern eines Besseren belehren lässt.
Wer selbst Ideen und Wünsche für den Markusplatz hat, ist herzlich zum ersten offiziellen Treffen am Freitag, 14. März um 18.30 Uhr in die Kapelle der Markuskirche eingeladen.
(go)














Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: