Jubiläum: Ein Vierteljahrhundert Entenstaffel

Jubiläum: Ein Vierteljahrhundert Entenstaffel

Auf die Plätze, fertig – los! Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg gibt den Startschuss zur 25. Entenstaffel. Foto: Bezirkssportbund Steglitz-Zehlendorf

 
 

Seit Juni steht im Stadtpark Steglitz eine Gedenktafel für Horst Schuller, der Erfinder des jährlichen Staffellaufs der Steglitz-Zehlendorfer Grundschulen. Über die Jubiläumsveranstaltung berichtet Sabine Hinze in einem Gastbeitrag:

Am 1. Juni veranstaltete der Bezirkssportbund Steglitz-Zehlendorf im Stadtpark Steglitz die 25. Entenstaffel. Der Verband nahm dies auch zum Anlass, den Gründer und Erfinder Horst Schuller mit einer Gedenktafel zu ehren.

Horst Schuller war ein Urgestein der Läuferschaft Berlins und nahm schon am 1. Berlin-Marathon 1974 mit der Startnummer 1 teil. Er war nicht nur Lehrer an einer Neuköllner Schule, der vor Ideen und Initiativen überquoll, er gründete auch bei der Stolpertruppe den Berliner Mannschafts-Halbmarathonlauf und entwickelte die 100-km Berlin-Staffel (10 x 10 km – Vatertags Staffellauf). In seiner Heimat Rumänien initiierte er den „Dracula-Lauf“ – Transsylvanien – Marathon in Timişoara und stand den Organisatoren als Berater zur Seite.

1996 saß er im Stadtpark Steglitz und beobachtete die Enten am Brunnen und plötzlich kam ihm die Idee der Entenstaffel, ein Staffellauf der bezirklichen Grundschulen in Zusammenarbeit mit den bezirklichen Sportvereinen.
Horst Schuller ist 2009 plötzlich und völlig unerwartet verstorben. Zu Lebzeiten hat er nie die Wertschätzung erhalten, die er verdient hat. Die Gedenktafel wurde vom Vorsitzenden des Bezirkssportbundes, Hans-Jürgen Schön, und dem BVV Vorsteher René Rögner-Francke enthüllt. Ein sehr bewegender Moment.

 

Gedenktafel für Horst Schuller im Stadtpark Steglitz

 

Petrus meinte es gut mit uns und bescherte uns wunderbares Laufwetter. Früh am Morgen waren schon alle fleißigen ehrenamtlichen Helfer vor Ort um alles vorzubereiten. Viele kamen, um Teil dieser einzigartigen Laufveranstaltung zu sein und feuerten die Schülerinnen und Schüler an.

Pünktlich war auch das Deutsche Rote Kreuz mit zwei Sanitätern vor Ort. Einer von ihnen erzählte uns, dass er selbst als Kind bei der Entenstaffel mit dabei war und es für ihn selbstverständlich sei, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Das sind die Geschichten, die das Leben schreibt und es war sehr berührend.

Um 9 Uhr starteten die Midis. Viele waren da, um die Läuferinnen und Läufer anzuspornen. Die Strecke wurde, wie in den vergangenen Jahren auch, durch die Fahrer des RV-Lichterfelde -Steglitz e.V. begleitet und die Schüler der Berlin International School waren im Einsatz, um die ganze Strecke abzusichern.

Als erstes erreichte die Mühlenau Grundschule Staffel I mit 38:30 Minuten das Ziel, gefolgt von der Kronach Grundschule Staffel I mit 38:49 Minuten und der Grundschule am Königsgraben mit 39:36 Minuten. Was für eine Freude, was für ein Jubel. Während im Infobus die Urkunden, Lauflisten und Pokale vorbereitet wurden, riefen die Kinder nach unserem Entenmaskottchen.

Endlich kam es auf die Bühne, der Jubel war groß und alle tanzten mit ihm den Ententanz. Zur Siegerehrung erhielten die ersten drei Mini-Midi und Maxi Staffeln die legendären Enten T-Shirts, einen Jubiläumsbutton, ein Schlüsselband, die Siegerurkunde und natürlich den verschönten Wanderpokal. Als besonderes Highlight erhielt die Siegerstaffel noch zusätzlich einen 100 Euro Gewinnerscheck und jeweils ein VIP Band, um am Nachmittag auf der Steglitzer Woche alle Fahrgeschäfte kostenlos nutzen zu können.

 

Keine Entenstaffel ohne Ente! Foto: Bezirkssportbund Steglitz-Zehlendorf

 

Dann: Start für die Minis. Auch bei diesem Lauf kam die Mühlenau Grundschuel Staffel I mit 41:33 Minuten als erste Staffel ins Ziel, gefolgt von der Grundschule am Königsgraben mit 41:50 Minuten und der Süd-Grundschule Staffel I mit 43:10 Minuten. Schnell war die Siegerehrung vorbereitet und der Startschuss der Maxis konnte erfolgen. Auch diese Staffel gewann die Mühlenau Grundschule Staffel I mit 35:20 Minuten, gefolgt von der Friedrich-Drake Grundschule Staffel I mit 36:11 Minuten und der Clemens-Brentano Grundschule mit 36:12 Minuten.

Was für ein Erfolg der Mühlenau Grundschule – Gewinner in allen drei Staffeln und zusätzlich noch Gewinner des Sonderpokals für hintereinander erlaufene Siege in der Maxi-Staffel. Großartig!

Insgesamt war diese Veranstaltung eine wahre Freude: Alle haben mit vollem Einsatz gekämpft und ihr Bestes gegeben. Das ist das Wichtigste und, dass alle einen Riesenspaß hatten.

 

 

Sabine Hinze
Die Autorin ist Geschäftsleiterin des Bezirkssportbundes Steglitz-Zehlendorf.

 

 

 

 

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Unter den Eichen: Radweg-Rückbau erfolgt nicht sofort

[caption id="attachment_104422" align="aligncenter" width="622"] Ehemaliger Rad- und Fußweg Unter den Eichen - geht jetzt alles auf Anfang? Back to the Roots? | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Die umkämpfte rund 600 Meter lange Radspur auf der B1 entlang des Botanischen Gartens bleibt bis auf Weiteres bestehen. Eine Sondersitzung des Verkehrsausschusses der BVV geriet zum wahlkampfgeprägten Schlagabtausch. Die Bezirksverwaltung sieht vor einer Umsetzung des von der Senatsverwaltung angeordneten Rückbaus der Radwegeanlage auf der Straße Unter den Eichen (die Stadtrand-Nachrichten berichteten) rechtliche Bedenken. Weil die Sicherheit der Fußgänger nicht gewährleistet sei, sehe sein Amt Haftungsrisiken, so Stadtrat Urban Aykal (Grüne) in einer von der CDU beantragten Sondersitzung des Ausschusses für Mobilität, Verkehr und Ordnung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Hinzu komme, so Aykal, dass der Bezirk keine Mittel für die Arbeiten zur Verfügung habe. Die Maßnahme würde 65.000 Euro kosten, die auch bei der Senatsverwaltung angefordert worden seien. Auf eine Reaktion der übergeordneten und für das Hauptstraßennetz zuständigen Behörde warte man nun seit einem Monat. „Sobald das Geld da ist, schreiben wir aus“, so der Stadtrat. Der Radstreifen war 2022 von der Senatsverwaltung unter der damaligen Senatorin Bettina Jarasch (Grüne) angelegt worden. Die Begründung damals: der damalige Radweg sei zu schmal und zu kaputt. Das ist er auch heute noch, hier hat sich nichts verändert – außer der Einschätzung der Verwaltung unter der jetzigen Senatorin Ute Bonde (CDU). Wenn die Radfahrer auch den Fußweg zugeschlagen bekommen, heißt es in der Rückbauanordnung, passe die Breite. Das ist dünnes Eis – und für Urban Aykal kein rechtskonformer Weg. Der lasse sich nur erreichen, wenn entlang des Botanischen Gartens die Bäume gefällt werden. „Das wäre die Vollkatastrophe, das würde ich nicht mitmachen“, so der Stadtrat. Thorsten Hippe bezweifelte, dass die Mittel für den Rückbau nicht im Bezirksetat vorhanden seien. Auch der Hinweis der zuständigen Verwaltungsmitarbeiterin, dass der Etat für dieses Jahr entweder ausgegeben oder verplant sei, überzeugte den CDU-Fraktionsvorsitzenden nicht. Er werde das überprüfen. Das BVV-Urgestein Hippe hat seine ganz besondere Abneigung gegen Urban Aykal, die er besonders in den Sitzungen des Bezirksparlamentes auslebt. Da kommt es schon mal vor, dass der scharfzüngige Jurist den Dezernenten in der laufenden Debatte körperlich bedrängt, indem er, sich vor dem Redepult aufbauend, den Stadtrat in ein Zwiegespräch verwickelt. Wenn nun also Torsten Hippe, der eigentlich dem Verkehrsausschuss gar nicht angehört, in einer Sondersitzung den Wortführer seiner Fraktion gibt, geht es nur am Rande um pragmatische Lösungen. Hippe hat seine eigene Agenda, und die heißt Aykal. Daher muss sich der Ausschussvorsitzende Jens Kronhagel (CDU) für die formal ungenügende und aggressiv formulierte Tagesordnung entschuldigen, die er „Eins zu Eins“ von seiner Fraktion übernommen hatte. Hippes Angriffe zerschellten am Dienstag zum einen an einem sonst eher defensiven Aykal, der mehrfach und unmissverständlich deutlich machte, dass er nicht die Absicht habe, sich vorführen zu lassen. Außerdem hatte der CDU-Politiker Schwierigkeiten, Zweifel an den Aussagen des Stadtrates zu säen. Seine Mitarbeiter erläuterten bei Bedarf die Überlegungen des Amtes und ordneten die rechtliche Situation ein. Die Bezirksverordneten sind unter anderem gewählt, um die Verwaltung zu kontrollieren. Man darf nun gespannt sein, ob die CDU in den Winkeln des Bezirkshaushaltes irgendwo noch 65.000 Euro für den Rückbau der Radwegeanlage Unter den Eichen findet.

Daniela von Treuenfels

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