Hinter der Plane stehen schon die Metall-Elemente, die aus Glas sollen nächste Woche eingebaut werden. Foto: Gogol

Es war das erste Mal, dass die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf über einen Einwohnerantrag entscheiden musste. 1.500 gültige Unterschriften hatte die Bürgerinitiative zum Wiederaufbau der Geyer-Fassade am Jagdschlosssss Glienicke gesammelt, damit sich der Bezirk mit einem „dringenden Hilferuf“ an den Regierenden Bürgermeister von Berlin wendet,damit, entgegen den Plänen des Landeskonservators „die Bauarbeiten am Jagdschloss Glienicke so wie von der BVV und Bezirksamt gewollt mit dem Nachbau der historischen Geyer-Fassade vollendet werden können“. Doch wie am Mittwochabend auf der Sitzung der BVV klar wurde, ist die Chance, dass die Geyer-Fassade wieder aufgebaut wird, verschwindet gering.

Bezirksstadtrat Michael Karnetzki (SPD) musste mitteilen, dass die Metall-Elemente der ungeliebten Tautschen Fassade bereits stehen, die Glasteile sollen in der kommenden Woche eingebaut werden. Bereits im November soll der Bau fertig und übergeben sein. Doch auch wenn die Chance gering sei, es sei noch nicht zu spät für die Geyer-Fassade, betonte er.

Annette Ahme-Maier von der Bürgerinitiative gab auch dem Bezirk Mitschuld an der verfahrenen Situation. Es sei nicht klar, ob nicht das Bezirksamt „mehr Härte, mehr Durchsetzungsfähigkeit, mehr Mut gebraucht“ hätte. „Vielleicht wäre etwas mehr Mut nötig gewesen“, sagte sie.

Diese Kritik wies Torsten Hippe (CDU) zurück: Das Bezirksamt sei „bis an die Grenzen des rechtlich Erträglichen gegangen, um zu retten was zu retten ist“, betonte der Bezirksverordnete. Er wendete sich mit einem Appell in Richtung Klaus Wowereit: „Retten Sie das Jagdschloss Glienicke vor der Verschandelung! Noch ist es nicht zu spät, aber bald“. Ansonsten konnte er nur hoffen, dass sich die Nachkriegsbauten so anfällig zeigen, wie eh und je, dann könnte in 30 Jahren noch einmal über die Fassade diskutiert werden. „Eine Null weniger“, hieß es da aus dem Publikum.

Auch bei den anderen Abgeordneten galt der Leitsatz „Die Hoffnung stirbst zuletzt“. Einstimmig stimmten sie dem Einwohnerantrag zu.

(go)