Die Firma Knauer ist ein Familienunternehmen – im besten Sinne des Wortes. Und so wirkte die große Feier zum 50-jährigen Bestehen der Firma am Montagabend teilweise wie eine Familienfeier. Im Mittelpunkt standen dabei Firmengründer Herbert und Roswitha Knauer, die noch immer Herz und Seele des Unternehmens zu sein scheinen. Roswitha Knauer hatten sogar noch einen Grund mehr zu feiern. Nur wenige Tage vor dem Firmenjubiläum, am 29. September, beging sie ihren 75. Geburtstag.
Einen ungewöhnlichen Ort für das Jubiläum hatte sich das Unternehmen ausgesucht – ins Planetarium am Insulaner hatten Knauers Familie und Freunde, Lieferanten, Kunden und Wegbegleiter eingeladen, darunter zahlreiche Vertreter von Universitäten und Forschungsinstituten wie dem Frauenhoferinstitut, dem Max-Planck-Institut Berlin und dem Bundesinstitut für Materialforschung. Mit den Mitarbeitern war schon am Vormittag im Unternehmen gefeiert worden, mit Torte und allem, was dazu gehört.
Bereits am Eingang zum Planetarium begrüßten Herbert und Roswitha Knauer jeden Gast und ließen gemeinsame Fotos schießen. Die „junge Generation“ – Tochter Alexandra Knauer, die seit 1995 die Geschäfte führt, und Dr. Alexander Bünz, ebenfalls Geschäftsführer, – ließen sich zusammen mit den Gästen vor dem Sternenhimmel ablichten.
Als dann alle Platz genommen hatten, wurden sie herzlich von Alexandra Knauer und Dr. Alexander Bünz begrüßt.
„Pure Neugier“ lautete das Motto des Firmenjubiläums. Und Neugier sei im Unternehmen Ausgangspunkt und Grundlage für Innovationen. Sie sei „die Antriebsfeder, die uns nie ruhen lässt“. Ohne die Neugier der Mitarbeiter würde das Unternehmen auf der Strecke bleiben, betonte Alexandra Knauer in ihrer kleinen Ansprache. Doch neben der Neugier zeichne das Unternehmen noch weitere Tugenden aus. Geduld, beispielsweise. Sich die „richtige Zeit für die richtigen Dinge lassen“, so die Geschäftsführerin. Eine weitere Tugend des Unternehmens sei Verantwortung, so Dr. Bünz, die das Unternehmen für die Mitarbeiter und deren Familien übernehme. Die Mitarbeiter sollen sich geborgen und aufgenommen fühlen wie in eine Familie.
Natürlich wird an solch einem Tag auch gern zurück geschaut auf die Gründung und die vergangenen 50 Jahre. Und wer weiß darüber wohl besser Bescheid als Firmengründer Dr. Herbert Knauer, der in einem lockeren Gespräch, befragt von Dr. Knut Bausemer, der 40 Jahre für die Firma tätig war, über die Geschichte des Unternehmens plauderte.
Er habe sich damals gelangweilt an der Universität, erzählte der Firmengründer. Da habe er auf einem Markt ein Osmometer gesehen – groß wie ein Kühlschrank – und sich gedacht: „Das kann ich besser“. Und er entwickelte ein kleines, handliches Gerät.
1971 habe er dann auf einer Messe Hochleistungsflüssigkeitschromatographen (HPLC) kennengelernt, seine Neugier war geweckt, sein Unternehmergeist auch. Von da an ging es stetig bergauf. Bis 1989. „Da standen die Sterne schlecht“, erinnerte sich Knauer. Ein Verlust von drei Millionen Euro fuhr das Unternehmen ein. Von allen Banken verlassen verkaufte die Familie Aktien und tat alles, um die Firma zu retten. „Sie war wie das erste Kind“, so Knauer. „Man tut alles, dass es dem Kind gut geht.“ Auch Mitarbeiter mussten entlassen werden.
Dann stieg Tochter Alexandra ins Familienunternehmen ein. 1998 trat Dr. Herbert Knauer als Geschäftsführer zurück, froh, dass die Nachfolge geregelt und das Fortbestehen der Firma gesichert war.
Losgelassen hat der 81-Jährige aber bis heute nicht. Noch kommt er jeden Tag in die Firma, bringt seine Ideen und seine Erfahrung ein. „Arbeit hält jung“, sagte er.
Doch ohne seine Frau hätte das nicht funktioniert. Und so machte er ihr von der Bühne aus eine Liebeserklärung: „Ich bewundere sie täglich und liebe sie täglich.“ Und ein wenig später setzte er hinzu: „Es war ganzes Leben lang ein Vergnügen mit Dir zusammen zu sein“.
Filme, Vorträge, Glückwünsche und Fachgespräche rundeten den feierlichen Abend ab.
(go)













Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: