Nina Hundertschnee freut sch riesig, dass die Geschichte, die sie schon als Siebenjährige geschrieben hat, jetzt ein Kinderbuch geworden ist. Foto: Gogol

„Komisch“, irgendwie „surreal“ – so beschreibt Nina Hundertschnee den Moment, als sie das erste Mal ihr eigenes, richtiges Kinderbuch in den Händen hielt. Am 20. August erschien „Knuddelfant und Lenny“. Der Weg dahin war lang und dauerte fast 30 Jahre.

Acht Jahr ist es her, dass Nina Hundertschnee beim Packen für einen Umzug die Geschichte von dem kleinen Jungen Dennis, der alleine Zuhause ist und sich nun überlegt, was er machen kann, bis die Eltern zurück sind, in die Hände fiel. Geschrieben hatte Nina die Geschichte bereits mit sieben Jahren. Ein richtiges kleines Buch hatte sie damals gebastelt, gestaltet hatte es ihr Au Pair-Mädchen Giovanna. „Ich habe schon als Kind geschrieben. Meine Schwester und ich haben sogar einen Verlag gegründet“, erzählt die 36-Jährige.

Das wiedergefundene Manuskript ließ Hundertschnee nicht mehr los. Sie arbeitete es um – und plötzlich gab es den Knuddelfanten. Und der kam nicht von ungefähr. Auf dem „Titelbild“ ihrer damaligen Geschichte trug Dennis einen Pullover mit einem Elefanten, erinnert sich die Autorin.

Mit ihrer Geschichte wandte sich Hundertschnee an die Illustratorin Nina Dulleck. Die war sofort begeistert und entwarf erste Illustrationen. Beides, Text und Bilder, schickten die beiden Frauen an verschiedene Verlage – doch es hagelte Absagen für „Lenny wartet lange“, so der Arbeitstitel. Es dauerte Jahre und brauchte ein paar gute Kontakte zu Lektoren, die von dem Projekt überzeugt waren, bis „Knuddelfant und Lenny“ dann doch noch das Licht der Welt erblickten.

Es ist nicht die erste Veröffentlichung der Kinderbuchautorin. Bereits 2012 erschien eine erste Geschichte in der Anthologie „Ich und Du durch dick und dünn“, im vergangenen Jahr das Pixi-Buch „Frau Knacks auf dem Eis“.

Ihr Talent, Kindergeschichten zu schreiben, entdeckte die Lankwitzerin während des Studiums wieder. Um das nötige Geld zu verdienen, arbeitete sie als Babysitterin. Und plötzlich sprudelten die Idee. Es sei immer etwas aus dem Leben dabei, das sie in ihren Geschichten verarbeite, sagt die Autorin. Eigene Erinnerungen genauso wie Erlebnisse mit ihrem Sohn, aber auch Zeitungsartikel. Ein solcher über ein festgefrorenes Huhn war zum Beispiel die Grundlage für „Frau Knacks auf dem Eis“.

Hundertschnee ist studierte Juristin, allerdings keine klassische, wie sie betont. Statt das Zweite Staatsexamen abzulegen, volontierte sie bei einem juristischen Fachverlag, für den sie auch heute noch arbeitet. Dort ist die junge Mutter als Lektorin tätig, schreibt auch Texte, die sich aber grundlegend von dem unterscheiden, was sie in ihrer Freizeit zu Papier bringt.

Schreiben für Kinder sei gar nicht einfach, berichtet die junge Mutter. Sie sei erstaunt gewesen, wie viele Vorgaben es von den Verlagen gibt, etwa zur Wortwahl. Die Geschichten sollen zwar lustig und spannend sein, gleichzeitig Kinder aber nicht verleiten.

Die Bilder zu ihren Geschichten denke sie immer mit, das passiere ganz automatisch, erzählt Hundertschnee. Und so gibt es dann auch manchmal Überraschungen, wenn die fertige Geschichte vor ihr liegt. So sei sie erstaunt gewesen, dass Lenny dunkle Haare hat. „Für mich war Lenny immer blond“, erzählt sie lachend.

Für alle, die „Knuddelfant und Lenny“ schon ins Herz geschlossen haben, gibt es eine gute Nachricht: Wie es aussieht, werden sie wiederkommen. Für das nächste Jahr plant der Verlag eine Fortsetzung, es könnte sogar eine Reihe daraus werden, verrät Hundertschnee. Gern würde sie vom Kinderbücherschreiben leben können, doch das sei nicht realistisch, denn der Markt sei groß. „Man muss viel Glück haben und nicht nur gut sein.“

Wer Nina Hundertschnee, Lenny und den Knuddelfanten kennenlernen möchte, kann das am Sonnabend, 26. September, in der Buchhandlung „Kleiner Bücherheldt“, Bruchwitzstraße 30 in Lankwitz. Dort liest Hundertschnee ab 15 Uhr. Eine Anmeldung, Telefon (030) 83 21 63 17, wird empfohlen.

(go)