Familientipp: Entdeckungstour für Kinder auf der Pfaueninsel

Familientipp: Entdeckungstour für Kinder auf der Pfaueninsel

Foto: Tina Hoffmann

 

Unter Naturfans ist das UNESCO-geschützte Eiland in der Havel kein Geheimtipp. Familien kommen häufig her, um die farbenprächtigen Pfauen zu bewundern oder den grasenden Wasserbüffeln einen Besuch abzustatten.

Wenn sich die Kids etwas mehr Unterhaltung wünschen, dann ist die Entdeckertour über das Gartendenkmal genau das Richtige. Der dafür nötige Faltplan liegt an etlichen Orten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg aus. Auch im Fährhaus direkt am Anleger hat man gute Chancen auf ein Exemplar. Falls keines verfügbar ist, dann gibt es das Entdeckungsspiel auch online: https://www.spsg.de/fileadmin/user_upload/SPSG_Pfaueninsel_Kinder.pdf

Mit Johann Kunckel unterwegs

Begleitet wird die Tour von Johann Kunckel, dem einstigen Besitzer der Insel, der dort im 17. Jahrhundert rotes Rubinglas herstellte. Insgesamt gilt es 10 Stationen mit ihm zu entdecken, die in einem Rundgang um die komplette Insel führen. Rosengarten, ehemaliges Palmenhaus, Schloss (wird zur Zeit renoviert) oder der Luisentempel sind einige davon. Und natürlich gehört auch der Kunckelstein zur Tour. Schließlich erinnert dieser an den heute fast vergessenen Alchemisten.

Die Orte einfach nur zu finden, wäre natürlich viel zu langweilig! Zu jeder Station bietet die Karte eine kindgerechte Beschreibung sowie eine Aufgabe bzw. eine Quizfrage. Das kann auch mal für die Großen knifflig sein. Oder wer kennt sich mit antiker griechischer Architektur aus und weiß, wie man bestimmte Säulenarten nennt?

Schöne Ergänzung für ein Berlin-Highlight

Den meisten Kids machen Familienausflüge besonders viel Spaß, wenn sie mehr bieten als Natur & Kultur. So eine kleine „Schnitzeljagd“ ist definitiv ein toller Anreiz. Der Anspruch ist allerdings so, dass sich die Tour erst ab dem Grundschulalter anbietet. Die vielen Tierbegegnungen sind dann noch das i-Tüpfelchen des Tagestrips. Wer die Pfauen beim Rad schlagen sehen möchte, der muss im Frühjahr zur Paarungszeit kommen. Die Wasserbüffel verbringen allerdings nur den Sommer auf der Insel.

Anfahrt: Buslinie 2018 beispielsweise ab S-Bahnhof Wannsee bis Endhaltestelle „Pfaueninsel“. Dort startet direkt die Fähre zum Eiland, Karten (die auch den Eintritt beinhalten) bekommt man vor Ort am Automaten.

 

Tina Hoffmann

Tina entdeckt mit Sohn und Tochter gerne immer neue Orte in Berlin. Darüber schreibt sie in ihrem Blog staycation.berlin. Mehr Naturtipps für Familien in der Hauptstadt gibt es in ihrem Buch „Grüne Orte in Berlin, die Familien glücklich machen“.

 

 

 

 

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Unter den Eichen: Radweg-Rückbau erfolgt nicht sofort

[caption id="attachment_104422" align="aligncenter" width="622"] Ehemaliger Rad- und Fußweg Unter den Eichen - geht jetzt alles auf Anfang? Back to the Roots? | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Die umkämpfte rund 600 Meter lange Radspur auf der B1 entlang des Botanischen Gartens bleibt bis auf Weiteres bestehen. Eine Sondersitzung des Verkehrsausschusses der BVV geriet zum wahlkampfgeprägten Schlagabtausch. Die Bezirksverwaltung sieht vor einer Umsetzung des von der Senatsverwaltung angeordneten Rückbaus der Radwegeanlage auf der Straße Unter den Eichen (die Stadtrand-Nachrichten berichteten) rechtliche Bedenken. Weil die Sicherheit der Fußgänger nicht gewährleistet sei, sehe sein Amt Haftungsrisiken, so Stadtrat Urban Aykal (Grüne) in einer von der CDU beantragten Sondersitzung des Ausschusses für Mobilität, Verkehr und Ordnung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Hinzu komme, so Aykal, dass der Bezirk keine Mittel für die Arbeiten zur Verfügung habe. Die Maßnahme würde 65.000 Euro kosten, die auch bei der Senatsverwaltung angefordert worden seien. Auf eine Reaktion der übergeordneten und für das Hauptstraßennetz zuständigen Behörde warte man nun seit einem Monat. „Sobald das Geld da ist, schreiben wir aus“, so der Stadtrat. Der Radstreifen war 2022 von der Senatsverwaltung unter der damaligen Senatorin Bettina Jarasch (Grüne) angelegt worden. Die Begründung damals: der damalige Radweg sei zu schmal und zu kaputt. Das ist er auch heute noch, hier hat sich nichts verändert – außer der Einschätzung der Verwaltung unter der jetzigen Senatorin Ute Bonde (CDU). Wenn die Radfahrer auch den Fußweg zugeschlagen bekommen, heißt es in der Rückbauanordnung, passe die Breite. Das ist dünnes Eis – und für Urban Aykal kein rechtskonformer Weg. Der lasse sich nur erreichen, wenn entlang des Botanischen Gartens die Bäume gefällt werden. „Das wäre die Vollkatastrophe, das würde ich nicht mitmachen“, so der Stadtrat. Thorsten Hippe bezweifelte, dass die Mittel für den Rückbau nicht im Bezirksetat vorhanden seien. Auch der Hinweis der zuständigen Verwaltungsmitarbeiterin, dass der Etat für dieses Jahr entweder ausgegeben oder verplant sei, überzeugte den CDU-Fraktionsvorsitzenden nicht. Er werde das überprüfen. Das BVV-Urgestein Hippe hat seine ganz besondere Abneigung gegen Urban Aykal, die er besonders in den Sitzungen des Bezirksparlamentes auslebt. Da kommt es schon mal vor, dass der scharfzüngige Jurist den Dezernenten in der laufenden Debatte körperlich bedrängt, indem er, sich vor dem Redepult aufbauend, den Stadtrat in ein Zwiegespräch verwickelt. Wenn nun also Torsten Hippe, der eigentlich dem Verkehrsausschuss gar nicht angehört, in einer Sondersitzung den Wortführer seiner Fraktion gibt, geht es nur am Rande um pragmatische Lösungen. Hippe hat seine eigene Agenda, und die heißt Aykal. Daher muss sich der Ausschussvorsitzende Jens Kronhagel (CDU) für die formal ungenügende und aggressiv formulierte Tagesordnung entschuldigen, die er „Eins zu Eins“ von seiner Fraktion übernommen hatte. Hippes Angriffe zerschellten am Dienstag zum einen an einem sonst eher defensiven Aykal, der mehrfach und unmissverständlich deutlich machte, dass er nicht die Absicht habe, sich vorführen zu lassen. Außerdem hatte der CDU-Politiker Schwierigkeiten, Zweifel an den Aussagen des Stadtrates zu säen. Seine Mitarbeiter erläuterten bei Bedarf die Überlegungen des Amtes und ordneten die rechtliche Situation ein. Die Bezirksverordneten sind unter anderem gewählt, um die Verwaltung zu kontrollieren. Man darf nun gespannt sein, ob die CDU in den Winkeln des Bezirkshaushaltes irgendwo noch 65.000 Euro für den Rückbau der Radwegeanlage Unter den Eichen findet.

Daniela von Treuenfels

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