Es ist das wichtigste Infrastrukturprojekt im Bezirk Steglitz-Zehlendorf – das Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) an der Fabeckstraße. Ab 2020 sollen auf dem umgebauten Gelände des ehemaligen US-Hospitals Wirtschaft und Wissenschaft zusammengeführt werden.
Am Donnerstagabend stellten die Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Hochschule die ersten Pläne für das Areal vor. Rund 150 interessierte Zuhörer waren in das Foyer des ehemaligen Krankenhaus gekommen.
Konzepte – noch keine fertigen Entwürfe – habe er mitgebracht, betonte Architekt Timo Klumpp. Er und seine Kollegen wollen das Areal zu einem Campus entwickeln, der sich auf den Campus der Freien Universität bezieht.
Um das sanierte Hauptgebäude des Krankenhauses, das als einziges erhalten bleiben soll, sollen sich neue Nebengebäude gruppieren. Der Zaun kommt weg, stattdessen ist eine Durchwegung des Areals geplant. Die Hauptpromenade soll direkt durch das Haupthaus geführt werden. Dieses ist als Anlaufpunkt geplant, mit Cafeteria und Kita. Der grüne Saum bleibt erhalten, versprach der Architekt. Parkplätze soll es 300 geben, teilweise überirdisch.
In den Gebäuden werden Labore und Büros untergebracht. 900 Mitarbeiter in 80 bis 90 Unternehmen, vor allem aus den Bereichen IT, Bio-Chemie und Gesundheitswirtschaft sollen dort zukünftig forschen und arbeiten, so Jörg Israel, Leiter eines Technologiezentrums im Technologiepark Adlershof. Er geht davon aus, dass der Bebauungsplan bis Ende 2018 auf den Weg gebracht wird, dann können auch die Fördermittel beantragt werden. Rund 40 bis 50 Millionen Euro wird die Wista Management GmbH in den Bau des TGZ investieren.
Die Wista ist eine 100-prozentige Tochter des Landes Berlin und betreibt den Technologiepark in Adlershof.
Bezirksbürgermeister Norbert Kopp betonte die Wichtigkeit des TGZ für Steglitz-Zehlendorf. „Wir werden alles tun, um kreatives, junges Zukunftspotential im Bezirk zu halten“.
Gewünscht und unterstützt wird der Aufbau des TGZ von der Freien Universität Berlin, die auch in der Steuerungsgruppe vertreten ist. Die Freie Universität stehe unter massivem Legitimations- und Existenzdruck, erklärte der Kanzler der FU, Peter Lange. Praxisbezug und Transferleistungen in die Wirtschaft gelten als wichtige Erfolgskriterien einer Universität. Deshalb sei die Gründung des TGZ „institutionelles Eigeninteresse“.
Die FU sei unter den nicht-technischen Universitäten deutschlandweit führend bei Ausgründungen. Etwa 20 Firmen bringe man jedes Jahr auf den Weg. Für die brauche man Raum – und zwar möglichst in der Nähe der Universität. Denn grade für ein neues Unternehmen sei der Austausch mit den Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern wichtig, betonte Lange. Deshalb ist das Areal an der Fabeckstraße so ideal. In einem Radius von 600 Metern liegen zahlreiche Institute der Freien Universität, ebenso der Botanische Garten.
Junge Unternehmen seien wichtig für die Wirtschaft, betonte Dr. Reinhard Baumgarten, Leiter des Regionalmanagement Berlin Südwest (RMSW). Denn im Gegensatz zu großen und älteren Unternehmen, die eher Arbeitsplätze abbauen, schafften Start ups neue Jobs. Bisher profitiert Steglitz-Zehlendorf davon aber sehr wenig, denn rund 70 Prozent der im Umfeld der FU seit 1998 gegründeten Unternehmen hätten den Bezirk verlassen. Das soll ein TGZ verhindern.
Bis zu acht Jahre können junge Unternehmen die kostengünstigen Räume im TGZ nutzen. Bis die ersten das Gelände verlassen müssen, will der Bezirk Möglichkeiten schaffen, wo diese sich anschließend ansiedeln können. As Beispiel nannte Kopp das Krone-Gelände an der Goerzallee, das es zu entwickeln gilt.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: