Seit November vergangenen Jahres ist der Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) in Wannsee abgeschaltet. Der Grund: Die Risse an einer Schweißnaht im Bereich der Trennwand zwischen zwei Reaktorbecken, die seit vier Jahren bekannt sind, waren so weit angewachsen, dass laut „taz“-Recherche der Reaktor aus Sicherheitsgründen heruntergefahren wurde.
Dass der Reaktor abgeschaltete wurde, hatte das HZB im Mai bekannt gemacht. Begründet wurde die Abschaltung mit der Ertüchtigung der Gesamtanlage, weil zukünftig mit einem starken Magneten geforscht werden soll. „Während dieser Wartungsperiode wird auch eine bekannte potentielle Schwachstelle beseitigt“, hieß es in der Presseerklärung, womit die Risse an der Schweißnaht gemeint waren. Das HZB schrieb weiter: „Aufsichtsbehörde und Sachverständige kamen unter anderem überein, dass von dem Riss zwar weiterhin keine Gefährdung ausgehe (…). Um jederzeit auf der sicheren Seite zu bleiben, wurde beschlossen, das Reparaturkonzept jetzt umzusetzen.“ Die „taz“ wirft dem HZB vor, mit dieser Aussage zu suggerieren, dass hier ein Schaden vorausschauend beseitigt werden soll, obwohl in Wirklichkeit „ein sicherheitsrelevantes Problem in eine kritische Phase eingetreten war“.
Diese Darstellung weist Dr. Ina Helms, Sprecherin des HZB, zurück. Man habe sich zwar, nachdem die Risse an der Schweißnaht im November auf zwölf Zentimeter angewachsen waren, entschieden, die Anlage herunterzufahren. Das sei aber ein ganz normaler Vorgang, wenn Wartung und Reparaturen anstünden. Man selbst sei zunächst davon ausgegangen, dass der Reaktor wieder hochgefahren wird und noch zwei bis drei Monate läuft, bis die ohnehin geplanten Reparaturen vorgenommen werden. Die habe man dann vorgezogen, weil man den Beweis hätte führen müssen, dass die Risse sich nicht in noch größerer Geschwindigkeit weiter vergrößern würden, was nicht möglich gewesen sei, so Helms. Eine Gefahr habe durch die Risse aber nicht bestanden. Senat und TÜV hätten diesen Vorgang zudem begleitet. Nicht die Tatsache, dass die Anlage heruntergefahren wurde, sei das Außergewöhnliche, sondern die Tatsache, dass sie über eine so lange Zeit – bis Herbst 2014 – abgeschaltet bleibt. Das liege daran, dass die Reperaturarbeiten sehr aufwändig seien und ferngesteuert erfolgen müssen, erklärte Helms.
Das Anti Atombündnis in Berlin und Potsdam wirft derweil der Atomaufsicht des Senats völliges Versagen vor. Nicht nur, dass Senat und HZB den wahren Grund der Abschaltung verschwiegen hätten, „noch schlimmer, der Senat hat die Vertuschungspolitik des Betreibers, der HZB tatkräftg unterstützt“, schreibt das Bündnis. Deshalb fordert es die Absetzung des Leiters der Atomaufsichtsbehörde und des zuständigen Senators Michael Müller. „Diese Politik des Verharmlosens und Vertuschens von gravierenden Mängeln und Störfällen des Atomforschungsreaktors, bei dem im Falle einer Kernschmelze immerhin ein Zehntel der radioaktiven Strahlung wie beim Supergau in Fukushima freigesetzt würde, ist einfach nicht mehr hinnehmbar“, so das Anti Atombündnis in einer Stellungnahme.
Die Sprecherin der Senatsverwaltung war für eine Stellungnahme bisher nicht erreichbar, wir werden diese aber nachreichen, falls es sie geben sollte.
(go)













Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner