Die Jugendbank ist schon da: Gemeinsam wurde sie am Freitagnachmittag eingeweiht. Es ist der Anfang der Arbeiten an den beiden Fußballkäfigen. Foto: Gogol

Die Jugendbank ist schon da: Gemeinsam wurde sie am Freitagnachmittag eingeweiht. Es ist der Anfang der Arbeiten an den beiden Fußballkäfigen. Foto: Gogol

Kickend und grillend weihten am Freitagnachmittag die Mobile Jugendarbeit von Outreach, Kinder, Jugendliche und Nachbarn die neue Jugendbank vor dem Fußballkäfig „Schotter“ am Keffenbrinkweg ein. Doch was ist eigentlich eine Jugendbank? Die passt sich dem an, wie Jugendliche sitzen, erklärt Stefan vom Scheidt vom Outreach-Team Steglitz-Zehlendorf. Man sitzt auf der Lehne und da, wo normalerweise die Sitzfläche ist, werden die Füße abgestellt.

Die Jugendbank ist aber nur ein Teil des neugestalteten Platzes vor dem Fußballkäfig. Die Sträucher wurden entfernt, so dass der Platz wieder „offen und freundlich“ ist, berichtet vom Scheidt. Die Tischtennisplatte erhielt ein neues Netz und es wurde neu gepflastert, berichtet. Und es wird weitergehen: Der Basketballkorb soll noch ausgetauscht werden, der Kasten einen neuen Anstrich erhalten. Derzeit verhandle man mit Geso-Bau, um die Hausfassade gegenüber dem Fußballkäfig mit Graffiti zu gestalten – derzeit ist die Fassade mit Schmierereien verunstaltet. Für die Jugendbank gab es Geld vom Kinder- und Jugendhaushalt, die restlichen Arbeiten übernahm das Grünflächenamt.

Im vergangenem Jahr habe man die Kinder und Jugendlichen gefragt, was sie sich für ihren Kiez wünschen würden. Die beiden Fußballkäfige – neben dem „Schotter“ gibt es auch noch den „Gummi“, beide benannt nach ihren Belägen – standen ganz oben auf der Wunschliste, erzählt vom Scheidt. Beide sind heruntergekommen, vor allem die Böden. Auf dem Schotter versickere das Wasser nicht, so dass es nach Regen nicht bespielbar ist, berichtet vom Scheidt. „Wenn es nass ist, ist hier alles Matsch“, sagt auch Anthony. Der 14-Jährige kommt regelmäßig zum „Schotter“, um mit Freunden zu kicken. Doch auf dem rauen Boden gingen die Sachen schnell kaputt und man verletzte sich leicht. Deshalb hofft er, dass der Schotter dort bald entfernt wird.

Den zweiten Fußballkäfig, „den „Gummi“, meidet Anthony meistens. Der Boden dort sei uneben, überall kämen kleine Hügel aus dem Boden, erzählt er. Dennis Kurnaz hingegen, versucht ihn und seine Freunde zu überreden, doch dort zu spielen, um zu zeigen, dass der Platz gebraucht werde von den Kindern und Jugendlichen. Der 24-Jährige kommt jeden Sonntag aus Neukölln nach Lankwitz, um mit Freunden auf dem „Gummi“ Fußball zu spielen. Er mag die Nähe zur Jugendfreizeiteinrichtung Wichurastraße. Den Platz in seinem derzeitigen Zustand aber nicht. Der Boden sei gerostet, deshalb bildeten sich dort die von Anthony beschriebenen Hügel, die Tore seien extrem alt, in den Zäunen seien Löcher, die gerade für Kinder, die dort spielen, gefährlich seien, sagt Kurnaz. Er selbst habe sich dort auch schon verletzt. Es gebe keine Bänke, die Mülltonnen sind ausgebrannt. Den Zustand findet er „katastrophal“. Der Fußballkäfig aber sei ein wichtiger Treffpunkt, weil man dort gemeinsam spielen kann, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, Mädchen und Jungen. Deshalb wünscht sich Kurnaz, dass der Platz erhalten bleibt. Und deshalb war er zusammen mit den Mitarbeitern von Outreach bei der Spielplatzkommission, um sich für die Sanierung des „Gummi“ stark zu machen. Mit Erfolg, wie vom Scheidt berichtet. Die Kommission denke derzeit darüber nach, Geld bereitzustellen. Für die Sanierung des gesamten Platzes brauche es rund 54.000 Euro. Für den „Schotter“ rund 40.000 Euro.

Über die ersten kleinen Veränderungen am „Schotter“-Vorplatz freut sich Anthony. Vor allem über die Bank. Bisher saß er mit seinen Freunden mangels Alternativen auf der Tischtennisplatte. Die aber sei immer dreckig, manchmal lägen dort auch Kippen herum, erzählt er. Damit auch sein großer Wunsch, ein neuer Boden, in Erfüllung gehen kann, versuche man derzeit Sponsoren zu finden, berichtet vom Scheidt.

Die Fußballkäfige wieder herzurichten, sei wichtig für alle, die in dem Kiez wohnen, findet vom Scheidt.

(go)