Wie ist es schüchtern zu sein? Mit seinem neusten Buch „Schüchtern“ widmet sich der Autor Florian Werner dieser „unterschätzten Eigenschaft“. Am Sonnabend trug er auf dem Sommerfest des Literarischen Colloquiums daraus vor und sorgte beim begeisterten Publikum für so manchen Schmunzler – wenn er beschreibt, wie es ihn davor graust, Menschen anzurufen, wie es ihm unangenehm ist, im Restaurant eine Birnen-Käse-Pastete zu reklamieren, die weder Birne noch Käse enthält und wie er aus Höflichkeit sogar noch Spam-Mails beantworten möchte. Auf der Terrasse noch im Haus blieb kaum ein Platz unbesetzt, so wie auch bei den zahlreichen anderen Lesungen an diesem Tag.
Schweizer Verlage standen in diesem Jahr im Mittelpunkt des Sommerfestes. Eine Auswahl der 15 vorgestelltenn Bücher konnten interessierte Besucher am Büchertisch erwerben, den die Buchhandlung „Schleichers“ aus Dahlem betreute, wie auch schon in den vergangenen Jahren. Malcah Castillo war zum vierten Mal dabei. „Wenn das Wetter schön ist, ist das eine grandiose Umgebung“, war sie begeistert, ebenso wie ihre beiden Kolleginnen. Es sei einfach sehr stimmungsvoll, und die Besucher seien Menschen, die Bücher mögen, hätten Fragen zu den Büchern und den Autoren. Viele von ihnen erkenne man wieder aus den Jahren zuvor, so Castillo.
Bei dem großartigen Wetter, das einem Sommerfest würdig war, machten es sich die Besucher auf der Wiese gemütlich, genossen den Sonnenschein – und verpasste darüber auch manchmal eine Lesung, auf die sie sich gefreut hatten. So wie Anne Nordmann, der die Florian Werners Lesung entgangen war. Die Lektorin besuchte schon häufiger das Sommerfest. Doch auch wenn sie schon viele Autoren kennt, Neues gab es auch für sie zu entdecken.
Ebenfalls Lektorin ist Susann Rehlein. Sie war begeistern von den Lesungen, vor allem die zu den Briefen von Martha Gellhorn von Miriam Mandelkow hatte es ihr angetan. Gellhorn sei „eine der ganz Großen“, betonte sie. Auch Rehlein konnte sich dem Reiz der Umgebung nicht entziehen.
Seit etwa sechs Jahren besucht auch Roswitha Bethge das Sommerfest, hatte dieses Mal ihre Freundin Indira Zhue dabei. Was sie jedes Jahr lockt, ist Schriftsteller kennenzulernen, „über die man sonst nichts erfährt“, sagte Bethge. Vor allem in diesem Jahr mussten sich die beiden Damen überraschen lassen – „es ist kein bekannter Autor für mich dabei“, so Bethge alles andere als enttäuscht.
Dass die Besucher zufrieden sind, diesen Eindruck hatte auch eine Mitarbeiterin des Hauses gewonnen die es sich zusammen mit einer Freundin auf einer Decke auf der Wiese hinterm Haus gemütlich gemacht hatte. „Sie machen alle einen glücklichen Eindruck“, fand sie und gab sich selbst wieder dem Hörgenuss hin.
(go)













Im Forum Steglitz kommt der Hotdog aus der Maschine. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Im Forum Steglitz kommen jetzt heiße Würstchen im Brötchen aus einem Automaten. Auf Wunsch mit Senf, Gurke und Zwiebeln.
Es gibt zwei gute Nachrichten. Erstens müssen Freunde fragwürdiger Masse im Kunstdarm, nicht mehr zu Ikea fahren, sollte der Heißhunger wieder einmal zu groß werden. Ein Ausflug in die Schloßstraße reicht aus.
Dort gibt es, zweitens, den Hotdog aus der Maschine. Im Forum Steglitz steht seit einigen Tagen „grabbzy“ des Unternehmens MeiCook. Der Roboter baut den Snack jederzeit auf Knopfdruck vollautomatisch zusammen.
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Neuheit im Shoppingcenter: Den Hotdog-Roboter kann man jederzeit bei der Arbeit beobachten. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das geht erstaunlich geräuschlos, und man kann dabei zugucken. Zuerst plumpst eine Pappschale mit Wurst und Brötchen in die nächste Fabrikationsstufe: die obere Plastikfolie wird entfernt. Dann befördert die Maschine das Schälchen in die Aufwärmzone. Nach einigen Sekunden flutscht das ganze wieder raus, und die Wurst erhält ihr Topping, welches bei der Bestellung gewünscht wurde: Senf, Ketchup, Gurke und Zwiebeln.
Die beiden Damen, die wir bei der Order beobachten durften, sind zufrieden: schmeckt gut, sagen sie, und es sei sogar richtig heiß. Mit Senf und Zwiebeln kostet die Mahlzeit 2,90 Euro.
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Auswählen und bezahlen - alles andere macht der Roboter. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Berliner Unternehmen MeiCook hat den Roboter über einen Zeitraum von rund acht Jahren entwickelt, wie das Centermanagement in einer Mitteilung erklärt. Das Team habe gemeinsam mit einer Berliner Fabrik die Technologie entwickelt und investierte nach eigenen Angaben mehr als eine Million Euro in das Projekt „grabbzy“. Rund 350.000 Euro davon stammen aus nicht rückzahlbaren staatlichen Fördermitteln. Die dabei entwickelten Technologien sind nach Angaben des Unternehmens patentiert. Produziert und weiterentwickelt wird in Tempelhof-Schöneberg.
Das fertige Produkt: maschinell zusammengeschraubter heißer Hund. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
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