Stefanie Bahlecke und Volker Koch freuen sich auf Besuche rim "temporären KunstgARTen". Foto: Gogol

Eine kleine Oase hat sich die Steglitzerin Stephani Bahlecke gleich hinter der Bezirksgrenze geschaffen. In der Kolonie „Wiesbadener“ hat sie einen Garten, in dem Blumen und Sträucher üppig wuchern und dazu einladen, zu verweilen und den Alltagstrubel zu vergessen. Doch der Garten hat auch ein Geheimnis: Einmal im Jahr wird er zum „temporären KunstgARTen“ – so auch wieder am kommenden Sonntag, 31. August.

Seit 2011 lädt Bahlecke immer zum Tag der offenen Kolonie in ihren „Kunstgarten“ ein. In diesem Jahr findet zwar das Fest nicht statt – die Ausstellung aber schon. „Kunst und Garten passen gut zusammen“, findet Bahlecke, die selbst künstlerisch aktiv ist und die am Sonntag einige ihrer Werke präsentieren wird.

Bahlecke arbeitet mit natürlichen und Gebrauchsmaterialien im Stile der „armen Kunst“ berichtet sie. In den 1980er Jahren hatte sie mit Malerei begonnen, sich dann mit Bildhauerei beschäftigt. „Ich bin Autodidaktin“, sagt die Steglitzerin. Wichtig in ihrer Kunst sei ihr der Gedanke der „Nachhaltigkeit“, ganz bewusst arbeite sie mit Dingen des Alltags, die man irgendwann wegwirft, wie Schwämme und Topfkratzer und setzt sie in einen neuen Kontext. Lamellen von Jalousien hat sie etwa zu Musikinstrumenten umgeformt. Aus Eisbechern formte sie Dekoelemente für den Garten.

Auch einem anderen Künstler gibt Bahlecke die Chance, sich in ihrem „Kunstgarten“ zu präsentieren. In diesem Jahr ist es Volker Koch. Er zeigt seine „Gesellschaftsstützen“ – aus alten Dachbalken gefertigte Figuren, wie den „Konfusius“, den „Flexibitionisten“ und den „kleinen Metaphysiker“. Der Philosoph Dr. Ralf-Dietmar Hegel nannte einmal die „Gesellschaftsstützen“ eine „Grenzüberschreitung vom Reich der bildenden Kunst in die Gefilde der Philosophie“. Auf skurrile und subtile Weise lasse er die Betrachter teilhaben an „seiner Sicht auf das Stützkorsett unserer Gesellschaft“.

Kochs Wurzeln liegen allerdings in Karikaturen, die er schon als Jugendlicher gezeichnet und auch veröffentlicht hat. Koch hat an der Hochschule der Künste Berlin studiert und war dort auch Lehrbeauftragter. Heute ist er freischaffender Künstler. Elf Jahre lang war er zudem Mitglied bei den „Stachelschweinen“.

Für den Steglitzer ist es nicht die erste Gartenausstellung. Den Garten von Bahlecke findet Koch „schön und geeignet“ für eine Ausstellung, weil er „nicht so ein Nagelscherengarten“ sei.

Während Bahlecke derzeit noch darüber nachdenkt, ob sie auch Führungen anbieten soll, sagt Koch: „Meine Werke zu erklären, ist wie einen Witz zu erklären.“

Von 15 bis 18 Uhr öffnet Bahlecke ihren Garten für Besucher. Neben Kunst und netten Gesprächen erwartet diese auch ein „Happening zum Kunst-Rasen“, wann das stattfindet und was das ist, will Bahlecke aber noch nicht verraten.

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Der Garten von Stephani Bahlecke befindet sich an der Wiesbadener Straße 56, Parzelle 11.

(go)