Drei Stolpersteine erinnern an die Familie Perez, die 1938/39 Steglitz verlassen musste. Foto: Grützner

Drei neue Stolperstein gibt es seit Montagmittag in Steglitz. Am Hünensteig 14 wurden im Beisein der Angehörigen und Schülern der Wilhelm-Ostwald-Schule, die zur Familiengeschichte recherchiert hatten, Steine für die Familie Perez verlegt: für Rafael und Johanna Perez, geb. Bender, und deren Sohn Heinz.

Michal Perez war extra aus Kiryat-Bialik angereist, der israelischen Partnerstadt von Steglitz-Zehlendorf, und steuert ihre Erinnerungen bei. An ihren blinden Großvater Rafael, der als musikalisch begabtes Kind 1904 von Bulgarien nach Berlin geschickt wurde, um eine gute Ausbildung zu erhalten. Wie er sich in ihre Großmutter Johanna verliebte, die vom Protestantismus zum Judentum übertrat. Und an ihren 2010 verstorbenen Vater Heinz, der von seinen Eltern 1938 nach Palästina geschickt wurde, während sie selbst ein Jahr später nach England ausreisen konnten.

Die Stolpersteinverlegung war das erste Kooperationsprojekt der AG Stolpersteine der Evangelischen Markus-Kirchengemeinde mit der Wilhelm-Ostwald-Schule. Unter der Leitung von Günter und Inge Tarun sollten die Schüler unter anderem lernenn, selbstständig zu Schicksalen jüdischer Familien zu recherchieren, die in der NS-Zeit im Gemeindegebiet lebten und später deportiert und ermordet wurden. Inzwischen gibt es eine Kooperationsvereinbarung zwischen Schule und Gemeinde. Die Wilhelm-Ostwald-Schule übernimmt die Finanzierung der drei Stolpersteine und wird sich im Anschluss um deren Pflege kümmern. Weitere gemeinsame Projekte sind in Planung.

(sn)