
Foto: Daniela von Treuenfels
Start der Badesaison in Wannsee ist traditionell am Karfreitag. Doch auch dieses Jahr müssen sich Fans des Strandbades gedulden.
Gemeinsam mit dem Sommerbad Kreuzberg und dem Kombibad Seestraße eröffnet das beliebte Familienbad am 1. Mai die Berliner Badesaison. Berlinerinnen und Berliner jeden Alters können also, wie bereits im vergangenen Jahr, erst mit Beginn des Wonnemonats die Badehose einpacken und in dem 1907 eröffneten Gelände die Sommerfrische genießen. Die Tradition des Anbadens am Karfreitag, in diesem Jahr am 3. April, fällt ins Wasser. Dafür stehen im Mai wie in den Jahren zuvor Fass-Saunen zur Verfügung.
Wie die Berliner Bäderbetriebe mitteilen, waren als Folge des dreitätigen Stromausfalls im Januar verschiedene Leitungen geborsten. Dennoch kann das Bad im späten Frühling öffnen, mit Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Toiletten und Duschen.
Sofern eine entsprechende Heizung vorhanden ist, wird in den Sommerbädern das Wasser diesen Sommer wieder auf 22 Grad Stütztemperatur erwärmt. Das gilt auch für das Sommerbad Am Insulaner. Hier haben Betonsanierungsarbeiten ihren Abschluss gefunden, teilt eine Sprecherin mit. Vorerst sollen in dem modernisierungsbedürftigen Freibad keine weiteren Arbeiten stattfinden.
Die meisten Badeanstalten werden zu Pfingsten und Anfang Juni 2026 öffnen. Die Hallenbäder bleiben in diesem Frühsommer länger für die Öffentlichkeit nutzbar. Die Saunaanlagen hingegen gehen Ende März in die Schließzeit.
Daniela von Treuenfels
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Schloßstraße 26 im Jahr 1925: An der Ecke Zimmermannstraße verkaufte Ernst Taeger Röcke und Blusen. | Foto: Museum Steglitz Nr. 03114[/caption]
Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek macht aufmerksam auf die große Bedeutung jüdischen Lebens und jüdischer Wirtschaftstätigkeit für das Aufblühen der Schloßstraße im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
Die Schloßstraße entwickelte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in rasantem Tempo zur Einkaufsmeile. Die Eisenbahnverbindung zwischen Potsdam und Berlin mit Halt in der Albrechtstraße und die vor 1900 verkehrenden Straßenbahnen machten die Landgemeinde Steglitz attraktiv. Niedrige Grundstückspreise und Mieten lockten viele Geschäftsleute in die Steglitzer Hauptverkehrsstraße.
Jüdisches Leben hatte einen großen Anteil an dieser wirtschaftlichen Entwicklung und am Glanz und Reichtum der Schloßstraße. Jüdische Kaufleute betrieben zahlreiche spezialisierte Einzelhandelsgeschäfte, Handwerksbetriebe und größere Warenhäuser.
In den zwischen 1900 und 1910 entstandenen Wohn- und Geschäftsgebäuden lebten und arbeiteten jüdische Menschen in Bäckereien, Zigarrenläden und Konfektionsgeschäften, als Rechtsanwälte, Ärzte und Musiker.
Die Ausstellung erinnert mit acht kurzen Biographien und einer Übersicht von 40 Wirtschaftsbetrieben an diese Vielfalt und zeigt die radikale Vernichtung jüdischen Lebens nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Jahr 1933. In nur wenigen Jahren wurden alle jüdischen Gewerbetreibenden zur Geschäftsaufgabe gezwungen, jüdische Bewohnerinnen und Bewohner vertrieben oder deportiert. Heute erinnern nur einige im Jahr 2025 verlegte Stolpersteine und eine unauffällige Gedenktafel an das einst vitale jüdische Leben. Die Gedenktafel erinnert an Moritz Feidt, der im Jahr 1907 in der Schloßstraße 97 das erste größere Warenhaus eröffnete.
JÜDISCHES LEBEN IN DER SCHLOẞSTRAẞE
19.9.—14.11.2026
Eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek
Grunewaldstraße 3, im Einkaufzentrum "Das Schloss"
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 11 – 19 Uhr
Samstag 11 – 16 Uhr
Eintritt frei
VERANSTALTUNGEN
Sonntag, 27. September, 12:00 Uhr
Geschichte vor Ort. Jüdisches Leben in der nördlichen Schloßstraße
Stadtspaziergang mit Sabine Davids und Barbara Wittkopf