Dreimal lag Viktoria am Sonnabend gegen des FSV Luckenwalde zurück – dreimal kämpften sich die Hellblauen wieder zurück und blieben abermals ungeschlagenem eigenen Stadion.
Das Spiel startete rasant, bereits in der sechsten Minute schoss Tiago Sprenger die Gäste in Führung. Wiederum nur sechs Minuten später war die aber schon wieder hin. Oliver Hofmann nutzte einen Rückpass der Luckenwalder auf ihren Torwart. Der fand nicht schnell genug eine Anspielstation, so dass Hofmann ihm den Ball abnehmen und im leeren Tor versenken konnte.
Die Luckenwalder zeigten sich angriffsfreudig und waren den überraschten Lichterfeldern überlegen. Und so ließ das zweite Tor der Gäste nicht lange auf sich warten. Sascha Guthke sorgte in Minute 22 für deren erneute Führung.
Nun schien auch Viktoria ins Spiel gefunden zu haben, Oliver Hofmann, Maik Haubitz und Ümit Ergirdi tauchten gefährlich vor dem Tor des FSV auf. Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff gelang Haubitz dann der erneute Ausgleich.
Wer dachte, dass es mit diesem Gleichstand in die Pause gehen würde, sah sich getäuscht. Ein Freistoß der Luckenwalder in der 45. Minute landet im Strafraum, im Gewühl verloren einige Viktoria-Spieler die Übersicht. Das nutzte Robert Häsen, um mit einem Kopfball den FSV wieder in Führung zu bringen.
Viele leichte Fehler bestimmten das Viktoria-Spiel zu Beginn der zweiten Halbzeit. Doch die Hellblauen fingen sich wieder und erspielten sich zahlreiche Großchancen. Es war schließlich Nils Stettin, der in der 81. Minute den Ball im FSV-Tor versenken konnte und der Viktoria schließlich einen Punkt bescherte.
(sn)










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (