
Bezirksbürgermeister Norbert Kopp sowie die Projektentwickler Ernst und Jürgen Kahl (von links) legten den Grundstein für den neuen Medizinstandort. Foto: Gogol
Mit einem kleinen gallischen Dorf verglich Jürgen Kahl von der OHA Projektentwicklungsgesellschaft am Freitag Steglitz-Zehlendorf: Gegen die Pläne des Berliner Senats und der Projektentwickler setzte der Bezirk durch, dass mindestens 50 Prozent des Geländes des Oskar-Helene-Heims weiterhin als Gesundheitsstandort genutzt werden muss.
Am Freitag nun feierten Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) und Investoren die Grundsteinlegung für den Medizinstandort „eins – alles für die Gesundheit“, das mit seinem integrierten Konzept ein Zukunftsmodell für die ambulante medizinische Versorgung sei, so Kahl.
Rechts des alten Direktorenhauses an der Clayallee entsteht der neue Gesundheitskomplex. Die meisten alten Gebäude sind bereits abgerissen, in der Mitte klafft eine riesige Baugrube, in der Kopp, Kahl und Arnold Ernst von der KEC GmbH kurz nach 12 Uhr die Zeitkapsel versenkten. Darin enthalten waren neben der üblichen Tageszeitung und einem Satz Münzen auch ein künstliches Hüftgelenk aus Titan und ein Skalpell.
Auf fast 25.000 Quadratmetern sollen an der Clayallee Angebote zur Prävention, der fachärztlichen Behandlung und der Rehabilitation entstehen. Etwa 40 Ärzte werden sich am Gesundheitsstandort ansiedeln, 95 Prozent von ihnen stammen aus Steglitz-Zehlendorf, versicherte Peter Wulff von der Blue Health GmbH. Der Schwerpunkt liege dabei vor allem auf den Bereichen Sportmedizin, Onkologie und – in Anlehnung an die Geschichte des Oskar-Helene-Heims – Orthopädie. Die meisten Flächen seien bereits vermietet, so Wulff.
Die Mediziner, die bisher am Standort arbeiten, werden in den Neubauten Räume erhalten und praktizieren bis dahin in Ausweichquartieren auf dem Gelände. So wie etwa Privat-Dozent Dr. Philipp Kiewe vom Onkologischen Schwerpunkt am Oskar-Helene-Heim. Kiewe arbeitet seit 2000 mit seinen Kollegen an dem Standort, den er, wie er sagte, sehr schätzt. Es sei ein grüner Standort mit guter verkehrlicher Anbindung. Allerdings sei er in den vergangenen Jahren „verwaltet statt gestaltet“ worden, der Verfall des geschichtsträchtigen Geländes sei nicht mehr zu übersehen gewesen. „Wir sind froh, dass sich hier etwas entwickelt und dass wir nicht mehr allein sind“, so Kiewe, der sich auf das neue Umfeld – neue Kollegen, eine Apotheke und die Möglichkeit, „auch mal ein Brötchen zu kaufen“ – freut.
Herausgelöst aus dem Areal wurden zwei Flächen, zum einen für die Pflegeeinrichtung „Ayano-Residenzen“. 120 seniorengerechte Appartements sollen auf dem Gelände entstehen, erläuterte die Geschäftsführerin der Ayano-Residenzen, Josefine Janssen. Diese werden medizinisch flexibel versorgt, auch vollpflegerische bis palliative Betreuung werden angeboten. Dafür sollen ab 2015 rund 120 Mitarbeiter sorgen. Herzstück soll eine Wohnküche werden, in der sich wie in einer Wohngemeinschaft des gesellige Leben abspielt. Ergänzt wird das Wohnheim durch eine Tagespflege und zahlreiche kulturelle Angebote, erklärte Janssen ihre Ideen. Der Standort an der Clayallee sei dafür ideal, weil die Bewohner alles direkt vor der Tür hätten – Ärzte, eine Apotheke und das neue MeridianSpa. Das entsteht auf dem zweiten herausgelösten Grundstück. Der Hamburger Fitness- und Wellness-Anbieter errichtet auf rund 9.000 Quadratmetern eine Wellness-Oase. „Wir waren lange auf der Suche nach einem Grundstück. Der Standort hier hat uns von Anfang an begeistert“, erklärte Leo Eckstein, Geschäftsführer der MeridianSpa Deutschland GmbH. Das liege zum einem an dem etwas von der Straße zurückliegenden Grundstück und dem angrenzenden Wald. Für Mitglieder und Tagesgäste werden Fitness, Wellness und Beauty Care in Premiumqualität angeboten, dazu gehören ein Pool, sechs bis sieben Saunen und bis zu 170 Kurse in der Woche. Novum ist ein 3.000 bis 4.000 Quadratmeter großer Garten für die Gäste.
Ebenfalls auf dem Heimgelände baut der Kindergartenbetreiber „Kiddies International“ eine Kindertagesstätte für bis zu 100 Kinder.
Kopp findet das Konzept für den Gesundheitsstandort sehr gelungen und freut sich vor allem darüber, dass auch die derzeit noch ansässigen Ärzte und Einrichtungen in den neuen Medizinstandort integriert werden. Auch von der geplanten Seniorenresidenz ist er angetan, denn so eine Einrichtung könne Steglitz-Zehlendorf gut gebrauchen. Dass der Standort bereits Ende kommenden Jahres – 100 Jahre nach Einweihung des Oskar-Helene-Heims – fertig sein soll, fand Kopp „ambitioniert“ und wünschte deshalb des Investoren und Bauherren, dass sie den Zeit- und Kostenrahmen halten können.
Für Wulff und Kahl ist ein integrierter Medizinstandort wie der an der Clayallee die Zukunft der ambulanten Versorgung: Ein Areal, auf dem sich verschiedene Anbieter medizinischer Leistungen gemeinsam um die Patienten kümmern, mit kurzen Wegen und ohne die Gefahr doppelter Untersuchungen, behindertengerecht und mit guter Verkehrsanbindung.
Auch auf dem zweiten Teil des Oskar-Helene-Heims sind die Arbeiten im Gang. Auf dem künftigen Wohnareal finden derzeit Abrissarbeiten statt, Mitte November sollen neue Erschließungsleitungen verlegt werden, so Stephan Allner, Geschäftsführer der Wohnkompanie, die das Projekt realisiert. Er geht davon aus, dass dort die Grundsteinlegung vor Weihnachten erfolgen kann.
(go)












Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Damit auch alles glatt läuft für die Radfahrer, wurde jetzt das Kopfsteinpflaster abgefräst.
Vor gut einem halben Jahr wurde auf dem Tietzenweg zwischen Unter den Eichen und Gardeschützenweg die Fahrradstraße fertiggestellt. Hier haben Radfahrer Vorrang, Kraftfahrzeuge werden als Anlieger weiterhin zugelassen. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, für alle gilt die Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h. Ausnahmen gelten für Müllfahrzeuge, Rettungswagen sowie für Polizei und Feuerwehr.
Eine Weiterführung der Vorrangstraße für Radfahrer ist ab dem Gardeschützenweg perspektivisch bis zum Hindenburgdamm vorgesehen. Damit Radfahrer in Richtung Augustastraße weiter komfortabel unterwegs sein können, wird derzeit das Kopfsteinpflaster geglättet. Zunächst hat sich die große Maschine durch den Tietzenweg zwischen Gardeschützenweg und Viktoriastraße gescheppert. Derzeit wird das nächste Teilstück bis zur Augustastraße fertiggestellt.
Im Zuge dessen wird die Kreuzung Tietzenweg/Sophienstraße/Viktoriastraße asphaltiert und barrierefrei ausgebaut. Gehwegvorstreckungen sollen die Wegebeziehungen verbessern und Übergänge sicherer machen.
Die Kosten für die bisherigen Maßnahmen liegen bei rund 800.000 Euro. Nach Angaben des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) wurden für den ersten Abschnitt 155.000 Euro ausgegeben. Für den zweiten Teil werden insgesamt 650.000 Euro fällig, davon alleine 300.000 Euro für das Abfräsen des Pflasters.
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Frisch gefrästes Kopfsteinpflaster: eben und mit kleinen Rillen. | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
In einem dritten Abschnitt soll im nächsten Jahr der dritte Bauabschnitt bis zum Hindenburgdamm fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, so Stadtrat Aykal, „eine sichere Radverbindung von Lankwitz und Lichterfelde zur FU und zur City West zu schaffen“. Auch vor dem Hintergrund, dass an der Drakestraße aufgrund der geringen Breite kein Radweg angelegt werden könne, sei das „sehr wichtig“.
Als Urban Aykal die Ideen im Juni vergangenen Jahres erstmals im Rahmen des Runden Tisches vorstellte, sprach er von einem „Campus Lichterfelde West“. Gemeint sind verkehrliche Maßnahmen für die dortigen 10 Schulen und zahlreichen Kitas mit ihren rund 10.000 Kindern und Jugendlichen.
Der Tietzenweg, der Teil des Berliner