
Karl Maurer und seine Kollegin vom Mowo luden am S-Bahnhof Zehlendorf Kinder und Jugendliche zum Wählen ein. Foto: Gogol
Die CDU hat die Bundestagswahl gewonnen. Jedenfalls die kleine, für unter 18-Jährige. 27,4 Prozent der Wähler haben sich für die Christdemokraten um Angela Merkel entschieden.
Am Freitag konnten bundesweite Kinder und Jugendliche genauso wählen wie die Großen. Auch in Steglitz-Zehlendorf hatten alle, die noch nicht 18 sind, die Chance, zwei Kreuzchen zu machen auf einem Wahlzettel, der dem der Bundestagswahl am 22. September entsprach.
34 Wahllokale hatten in Steglitz-Zehlendorf geöffnet. Unter anderem am S-Bahnhof Zehlendorf, wo das Mowo zur Wahl einlud. Doch viele Kinder und Jugendliche liefen an dem roten Kleinbus und der Wahlurne vorbei. Sie hatten schon in ihren Schulen abgestimmt. „Wir sind das Opfer unseres eigenen Erfolgs“, sagte Karl Maurer, zuständig für die Jugendarbeit des Mowo, lachend. Vor vier Jahren habe das Mowo im Bezirk die meisten Stimmen eingesammelt, um die 700. Das sich die Aktion aber mittlerweile herumgesprochen habe, gebe es in viel mehr Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen nun Wahllokale. Es freut ihn, dass die U 18- Wahl immer beliebter wird. „Das ist Demokratie live“, findet Maurer. Und wie sollten Kinder und Jugendliche Demokratie lernen, wenn nicht so.
Doch auch wenn es viele Wahllokale gab, gab es trotzdem Jugendliche, die die Aktion noch nicht kannten oder noch keine Gelegenheit hatten, abzustimmen.
So wie Stella. Die 14-Jährige nutzte die Gelegenheit, am S-Bahnhof zu wählen und setzte ihre Kreuzchen bei den Grünen. Sie sei für Umweltschutz, sagte sie. Außerdem habe sie bei einer Wahlveranstaltung in ihrer Schule, dem Schadow-Gymnasium, die Partei am meisten überzeugt. „Sie hatten die besten Argumente.“
Lorenzo hingegen hatte die SPD gewählt. Er habe sich das Kanzlerduell angeschaut, sagte der Elfjährige. Peer Steinbrück habe für ihn die besseren Argumente gehabt. Er sei schon ein wenig an Politik interessiert, erzählte Lorenzo, spreche auch manchmal mit seiner Nachbarin darüber. An der Wahl hatte er das erste Mal teilgenommen. Ebenso wie ein Achtjährige, die mit Mutter und Freundin von Karl Maurer am S-Bahnhof angesprochen wurde. Das Mädchen entschied sich für die CDU. Die Wahl sei gerade Thema in ihrer Schule, sagte sie. Und die CDU finde sie gut.
Die meisten Kinder und Jugendlichen seien sehr interessiert, sagt Maurer. „Sie sagen, dass wenn sie 18 sind, sie unbedingt wählen wollen.
Die Ergebnisse des Bezirks Steglitz-Zehlendorf liegen bisher noch nicht vor. Wir reichen sie nach.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: