
Der Kirchturm der Matthäuskirche in Steglitz ist marode und muss dringend saniert werden. Foto. Wolf Birke, Denkmalschutzbehörde
Eine Kirche ist ein Raum der Religion. Und der Künste. In der Stadt wirkt sie oft als Point de Vue, ein in der Ferne Orientierung bietender Blickfang. Für das Wohnumfeld bietet sie mit der Stundenglocke den vertrauten Klang des Heimischen. Im Bau einer Kirche stellt der Mensch seine architekturästhetischen, städteplanerischen, ingenieurtechnischen und künstlerischen Fähigkeiten in den Dienst des Glaubens. Und so ist im August ein Gotteshaus, oder besser gesagt deren Turm das Denkmal des Monats: der Turm der evangelischen Matthäuskirche.
Kaiser Wilhelm I. beklagte, wenn er auf dem Weg nach Potsdam Steglitz passierte, stets die marode Ansicht der alten Dorfkirche. So lange, bis diese schließlich 1881 gegen einen zeitgemäßen – sprich neogotischen – Neubau nach den Plänen des königlichen Bauinspektors Emil Gette ersetzt wurde. Die neu entstandene dreischiffige Hallenkirche, die später den Namen des Evangelisten Matthäus erhielt, fasst mehr als 1.200 Besucher. Nach 1897 dominierte sie noch über ein halbes Jahrhundert die Umgebung, als die Landgemeinde Steglitz einige Schritte entfernt ein veritables Rathaus fertig stellte und sich ganz auf ihre Stadtwerdung vorbereitete. Mit dem Bau des 118 Meter hohen „Kreisels“ aber legte sich ein Schatten über den Ort. Und möglicherweise begannen auch der Kirchturm und dessen in 68 Metern Höhe aufragendes Kreuz sich zu neigen.
Dramatisch wurde es im Sommer vergangenen Jahres. Ziegel lösten sich vom Turm. Zunächst musste die Kirche gesperrt werden. Spezialkletterer erklommen den Helm und entfernten weitere lose Steine. Witterung, Frost und Materialverschleiß hatten die Oberflächen des Helms in Mitleidenschaft gezogen. Die eiserne Armierung der Spitze muss saniert werden. Dass heißt, sie muss komplett abgetragen und neu aufgebaut werden. Am gesamten Turm sind schadhafte Ziegel gegen aufwendig neu gebranntes Material auszutauschen. Wie groß die Stückzahl ist, kann erst während der Arbeiten beziffert werden.
Aufwendige Untersuchungen fanden statt, nach letzten Schätzungen sind für die Turmsanierung 830.000 Euro notwendig. Obwohl schon Förderzusagen von Seiten der Lottostiftung, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Landesdenkmalamtes vorliegen, ist für die Finanzierung der Baumaßnahmen jeder weitere Euro hilfreich. Die Gemeinde sucht daher dringend nach Steinpaten: www.matthaeus-steglitz.de, Telefon (030) 7 91 90 44.
Es besteht ein besonderes öffentliches Interesse an der denkmalgerechten Sanierung des Turmes, auch weil die Matthäuskirche das älteste Beispiel im Berliner Südwesten nach dem sogenannten Eisenacher Regulativ für protestantischen Sakralbauten ist und diese mit dem Pfarr- und Gemeindehaus wahrlich das historische Stadtbild prägt.
Dr. Jörg Rüter
Denkmalschutzbehörde Steglitz-Zehlendorf












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: