Deutschlands erste Jakobsweg-Trafostation

Deutschlands erste Jakobsweg-Trafostation

Bild von Andre_Grunden auf Pixabay

2.960 km vom Drachenspielplatz bis nach Santiago de Compostela. Deutschlands erste Jakobsweg-Trafostation kommt nach Steglitz-Zehlendorf. Warum vom BER in den Urlaub fliegen, wenn der Jakobsweg vor der eigenen Haustür beginnt? Am 30. Oktober 2020 um 9 Uhr wird am Drachenspielplatz in der Steglitzer Sembritzkistraße die erste Jakobsweg-Trafostation eingeweiht. An dem Termin zur feierlichen Enthüllung des vom Künstler Mario Winkler gestalteten Trafohäuschens nehmen unter anderem teil:

Frank Mückisch, Stadtrat für Bildung, Kultur, Sport und Soziales des Bezirkes Steglitz-Zehlendorf
Thomas Schäfer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stromnetz Berlin GmbH
Jörg Steinert vom Präsidium der Jakobusgesellschaft Brandenburg-Oderregion

Seit über 30 Jahren stärkt der Europarat den Zusammenhalt durch länderverbindende Kulturwege. Der allererste Kulturweg war 1987 der Jakobsweg.

Die Pilgerwege in Deutschland sind zunehmend gut gekennzeichnet. In Berlin war dies lange kein Thema, bis Jörg Steinert, Berlin-Beauftragter der Jakobusgesellschaft Brandenburg-Oderregion e.V., im Jahr 2019 die Initiative ergriffen hat, den durch Berlin führenden Jakobsweg – die Via Imperii – auszuschildern.

Bereits im Sommer dieses Jahres wurden in Steglitz-Zehlendorf und dem Nachbarbezirk Tempelhof-Schöneberg einige Jakobsweg-Stromkästen mit Kilometer-Angaben eingeweiht. Künftig dient das deutschlandweit erste mit Jakobsweg-Motiven gestaltete Trafohäuschen von Stromnetz Berlin GmbH Pilgerinnen und Pilgern als Wegmarke.

Dazu erklärt Bezirksstadtrat Frank Mückisch:

„Es freut mich sehr, dass Stromnetz Berlin die künstlerische Gestaltung eines Trafohäuschens in unserem Bezirk unterstützt. Der Pilgergedanke führt seit dem Mittelalter Menschen zusammen und lässt sie über ihr gemeinsames europäisches Erbe nachdenken. Ob religiös und/oder sportlich motiviert: Pilgern tut Leib und Seele gut und als Kulturstadtrat von Steglitz-Zehlendorf begrüße ich es ausdrücklich, dass wir den Verlauf des historischen Jakobswegs auch in unserem Bezirk sichtbar machen. Damit wird unser lebens- und liebenswerter Bezirk noch ein Stück weit attraktiver. Wir heißen alle Pilgerinnen und Pilger herzlich willkommen bei uns.“

Ab dem Drachenspielplatz in Steglitz-Zehlendorf sind es noch 2.960 Kilometer nach Santiago de Compostela. Für die Reise ab hier benötigen erfahrene Fuß-Pilger etwa drei Monate.

Im Jahr 2019 kamen 347.578 Pilgerinnen und Pilger aus 190 Nationen in Santiago an. Aufgrund der Corona-Pandemie und der Vermeidung von Auslandsreisen pilgerten in diesem Jahr viele Menschen verstärkt auf Jakobswegen in Deutschland. Eine interreligiöse Friedensgruppe aus Berlin startete am 25. August am Brandenburger Tor und beendete seine Pilgerreise am 26. September in Biberach (Baden-Württemberg).

 

(BA Steglitz-Zehlendorf)

 

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„Perspektiven der Kinder und Jugendlichen machen unsere Entscheidungen besser“

[caption id="attachment_103286" align="aligncenter" width="400"] Johanna Martens in der BVV am 22. April 2026, Rede zum Thema Kinder- und Jugendparlament | Foto: Grüne Fraktion[/caption]   Steglitz-Zehlendorf bekommt ein Kinder- und Jugendparlament. Das hat die BVV in der vergangenen Woche beschlossen. Wir dokumentieren die Rede von Johanna Martens, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen, im Wortlaut: Wir haben vor anderthalb Jahren einstimmig beschlossen, ein Beteiligungsgremium für Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen. Seitdem ist viel passiert: Es gab einen strukturierten Beteiligungsprozess, Gespräche in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und mit Fachkräften. Und vor allem mit den jungen Menschen selbst. Wir haben uns bewusst nicht vorab auf eine Struktur für ein solches Gremium festgelegt und diese den Kindern- und Jugendlichen vorgesetzt, sondern den Beteiligungsprozess ernst genommen. Das Ergebnis dieses Prozesses war eindeutig: Die Kinder und Jugendlichen in Steglitz-Zehlendorf wollen ein Kinder- und Jugendparlament. Das Kinder- und Jugendparlament wird demokratisch gewählt, breit zusammengesetzt aus Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen und weiteren Organisationen. Es gibt klare Regelungen zur Repräsentanz und zur Einbindung verschiedener Gruppen im Bezirk. Und mit der Änderung der Geschäftsordnung integrieren wir dieses neue Gremium in unsere Arbeit in der BVV: Das Kinder- und Jugendparlament wird zu den Sitzungen eingeladen, kann eigene Anträge in die BVV einbringen und erhält eine nachvollziehbare Rückmeldung, wenn Anträge abgelehnt werden sollten. Auch Rederechte sind vorgesehen. Das sind notwendige strukturelle Veränderungen, die echte Mitwirkung ermöglichen. Warum ist das so wichtig? Weil wir damit zeigen, dass wir die Anliegen junger Menschen ernst nehmen. Weil wir damit Vertrauen in die Bezirkspolitik schaffen. Und weil wir somit ganz konkret in und mit diesem Gremium etwas gegen Politikverdrossenheit tun. Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass Politik über sie hinweg entscheidet, sie nicht ernst nimmt. Doch wer früh erlebt, dass die eigene Stimme gehört wird und Einfluss hat, entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse. Mit diesem Beschluss heute können wir zeigen: Eure Perspektiven sind nicht nur willkommen – sie haben Gewicht. Gleichzeitig profitieren auch wir als Bezirksverordnete und der Bezirk selbst: Kinder und Jugendliche nehmen ihren Bezirk anders wahr als wir Erwachsene, haben oft einen anderen Blick auf ihren Alltag: auf Schulwege, Freizeitangebote oder öffentliche Räume. Sie sehen Probleme, die wir vielleicht übersehen würden und haben Ideen, auf die wir selbst nicht kommen würden. Diese Perspektiven machen unsere Entscheidungen als BVV besser. Deshalb geht es heute auch um Vertrauen: Vertrauen darin, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen können und wollen. Und dass sie uns als Bezirkspolitik vertrauen können. Und es geht um Respekt: Respekt vor der Zeit, dem Engagement und den klaren Forderungen, die im Beteiligungsprozess formuliert worden sind. Ich möchte mich deshalb im Namen der Grünen Fraktion ausdrücklich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben: bei allen Kindern und Jugendlichen, die sich eingebracht haben, bei den Einrichtungen, Fachkräften und der Verwaltung, die diesen Prozess getragen haben. Sie haben die Grundlage dafür geschaffen, dass wir heute diesen Schritt gehen können.

Johanna Martens

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