In einer kleinen Weihnachtsserie werden wir in diesem Jahr verschiedene Ehrenamtsprojekte in Steglitz-Zehlendorf vorstellen. Heute beginnen wir mit dem Projekt „Känguru – hilft und begleitet“ der Diakonie.
„Mutter zu sein ist ein 18-Stunden-Tag mit sechs Stunde Rufbereitschaft“, sagt Kathrin Hoppe. Sie leitet das Projekt „Känguru – hilft und begleitet“ des Diakonisches Werkes Steglitz und Teltow-Zehlendorf. Das Projekt will genau dort einspringen, wo junge Mütter und Familien, das Gefühl, haben das sie überforderte sind, Unterstützung brauchen. „Im ersten Jahr verändert sich die Lebenssituation, vor allem, wenn es das erste Kind ist“, weiß Hoppe. „Darauf kann man sich nicht vorbereiten.“ Das hat auch das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz erkannt, das vor sechs Jahren das Projekt gründete. Steglitz-Zehlendorf war einer der ersten Bezirke, in denen die Kängurus sich an die Arbeit machten, derzeit sind es knapp 20.
Es gebe viel Zuzüge in Berlin, da fehlten die sozialen Netzwerke, so Hoppe. Die wollen die Ehrenamtlichen ersetzen. Die Arbeit sei so etwas wie „Nachbarschaftshilfe“, man übernimmt das, was im Idealfall eine Mutter, Oma oder Nachbarin tun würde oder hat einfach nur Zeit für Gespräche. Eine Haushaltshilfe aber, betont Hoppe, das sei man nicht.
Angelika Bühlow ist seit fünf Jahren „Känguru“, hat in dieser Zeit zehn Familien begleitet. Bei ihr habe es damit angefangen, dass sie selbst Oma wurde, erzählt die 64-Jährige. „Nicht in jeder Familie läuft es so gut“, weiß sie. Und deshalb wollte sie Hilfe anbieten, „Ich wollte etwas Sinnvolles tun“. Wenn sie in die Familie komme, stelle sie erst einmal die Frage: „Wo kann ich helfen?“ Das kann vielfältig sein. Sie entlastet die jungen Mütter, wenn sie ein wenig Zeit für sich brauchen, zum Beispiel, um zum Sport zu gehen; sie begleitet sie zu Kinderärzten oder beim Einkaufen, holt die älteren Geschwister aus der Kita oder der Schule ab oder passt während eines Vorstellungsgespräches auf das Baby auf. „Ich helfe bei den täglichen Dingen des Lebens, ich will die jungen Mütter unterstützen und stärken.“
Eine Unterstützung, die sich auch Dunja Samson gewünscht hätte. Sie ist neu im Känguru-Projekt, hatte gerade ihren ersten Termin hinter sich. Die 42-Jährige ist selbst Mutter, hat zwei vier und neun Jahre alte Kinder. Bei ihr sind die Erinnerungen noch frisch, wie es war, im ersten Jahr mit einem Baby. „Ich selbst habe keine Familie in Berlin und mein Mann arbeitete viel“, erzählt sie. Manchmal sei einfach alles zu viel gewesen. Manche jungen Mütter bekommen dann Unterstützung aus der Familie oder von Freunden – das sei „Luxus“ findet Samson, einen Luxus, den sie nicht hatte und nun anderen geben möchte. Auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit sei sie im Internet auf das Känguru-Projekt gestoßen. „Ich habe vieles wiedererkannt“, sagt sie. Und auch wenn sie selbst durch ihre Kinder zeitlich eingeschränkt ist, will sie trotzdem anderen Müttern helfen, sie an ihren Erfahrungen teilhaben lassen.
Ein halbes Jahr maximal dauert der Einsatz der Helferinnen, dann gehen sie wieder. „Das ist ganz grausam“, sagt Bühlow. Denn man habe ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, kennt und mag die Familien und Kinder. Dann wieder zu gehen, sei schwer. Doch zu einigen Familien habe sie noch Kontakt. „Wenn ich gehe, sage ich: Im Notfall bin ich da.“
Unterstützung zu holen, sei für viele junge Mütter nicht einfach, weiß Hoppe. Dabei seien viele Frauen überlastet – unabhängig von ihrem sozialen Status. Die Kängurus sollen ihnen Erziehungskompetenzen vermitteln und ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind. „Bevormundung ist nicht das, was hilft.“
Auf ihre Aufgabe vorbereitet werden die Ehrenamtlichen in Seminaren. Es gibt Fortbildungen unter anderem zu den Themen Säuglingspflege, Kinderschutz und Erste Hilfe am Kind. Und nicht nur die jungen Mütter haben etwas von der Hilfe. „Ich war noch nie so viel an der frischen Luft“, scherzt Bühlow, die findet, dass das Engagement auch ihr weiterhilft.
Junge Mütter, die die Hilfe der Kängurus in Anspruch nehmen möchten, können sich unter der Telefonnummer (030) 7 71 09 72 an das Diakonische Werk wenden. Weitere Informationen gibt es unter www.kaenguru-diakonie.de.
(go)












Symbolbild: Der unvergessene "Zick-Zack-Radweg" in der Leo-Baeck-Straße in Zehlendorf (2018). | Foto: Baumann[/caption]
Der ADFC will’s wissen: Bis zum 30. November können Radfahrerinnen und Radfahrer bewerten, wie fahrradfreundlich Berlin ist.
Wie ist der Zustand der Radwege? Wie viel wird fürs Radfahren schon getan? Macht Radfahren Spaß oder ist es eher Stress? Wie bewerten die Menschen das Fahrradklima in Berlin? „Die Ergebnisse zeigen, wo Berlin beim Radverkehr wirklich steht und wo noch nachgebessert werden muss. Wir rufen alle Radfahrerinnen und Radfahrer dazu auf, bei der großen Umfrage mitzumachen“, sagt Marlene Alber, Politische Referentin des ADFC Berlin. Die Erhebung wird seit 2012 alle zwei Jahre durchgeführt und vom Bundesverkehrsministerium gefördert. Im Jahr 2024 beteiligten sich rund 213.000 Menschen in über 1000 Orten in Deutschland. Das bundesweite Ranking der fahrradfreundlichsten Städte und weitere Ergebnisse der Befragung werden im Frühjahr 2027 vorgestellt.
Zum ersten Mal widmet der ADFC Kindern und Jugendlichen eine eigene Umfrage im ADFC-Fahrradklima-Test. Was brauchen junge Menschen, um selbstständig mit dem Rad unterwegs zu sein? Die Umfrage soll zeigen, was beim Radfahren gut funktioniert, was Schwierigkeiten macht und was sich verändern muss, damit Kinder und Jugendliche gerne oder überhaupt auf das Fahrrad steigen.
Wie sicher fühlt sich Radfahren an? Sind die Radwege breit genug und in einem guten Zustand? Wie häufig wird das Fahrrad genutzt? Die Online-Befragung zum ADFC-Fahrradklima-Test besteht aus 27 Fragen, dauert rund zehn Minuten und läuft bis zum 30. November 2026.
Infos zum ADFC Fahrrad Klima Test: