Alles neu macht 2014 – zumindest auf der Domäne Dahlem, denn dort sollen im neuen Jahr die Bauarbeiten beginnen, teilte die Stiftung der Domäne Dahlem jetzt mit. Mit Fördergeldern aus dem Europäischenn Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Berlin „wollen wir mit behutsamen Veränderungen unseren Besuchern künftig mehr Annehmlichkeiten bieten und zugleich die Domäne Dahlem zukunftsfähig machen.“
Dazu gehören ein neues Eingangsgebäude gegenüber dem U-Bahnhof, in dem dann auch der Hofladen untergebracht werden soll. Ein barrierefreier Weg soll über den Hof bis zur Remise führen. Dort soll ein neues Landgasthaus entstehen. Im historischen Stallgebäude ist ein „Culinarium“ geplant, das zum einen Platz für Veranstaltungen bietet, zum anderen aber auch eine Ausstellung zum Thema „Ernährung – viel mehr als essen“ zeigt. „Sie ist Deutschlands erste Dauerausstellung zur Kulturgeschichte der Ernährung und ergänzt zukünftig mit informativen und interaktiven Präsentationen das Bildungs- und Erlebnisangebot unseres besucheroffenen Bauernhofes“, teilt die Domäne mit.
Die ersten Arbeiten werden bereits im kommenden Jahr fertig sein, bis 2016 soll das Domäne-Gelände dann in neuem Glanz erstrahlen.
Doch das ist für die Besucher erst einmal mit Unannehmlichkeiten und eingeschränkten Öffnungszeiten verbunden. Voraussichtlich ab März wird es mehrere Baustellen auf dem Hof geben. So wird beispielsweise die Remise ab Frühjahr 2014 bis Jahresende nicht zugänglich sein. Allerdings werde man versuchen, dass Speise- und Getränkeangebot aufrechtzuerhalten. „Am Ausschank wird hierfür bereits zu Jahresbeginn eine dauerhafte Überdachung angebracht, wo Kitas und Schulklassen auch künftig ihre Stullen essen können.“ Zudem werden die Öffnungszeiten des Museums reduziert. Nach der Winterschließung im Januar und Februar wird das Museum dann bis voraussichtlich Ende des Jahres nur an den Wochenenden geöffnet sein.
(sn)











Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Das Erinnerungsprojekt „Sie wollten leben!“ macht 100 jüdische Menschen und ihre Lebensgeschichten auf Litfaßsäulen sichtbar. Einer der 25 Rundtürme steht in der Schloßstraße.
Die Litfaßsäulen sind so etwas wie die Überlebenden der Medienumbrüche. 1854, also vor 172 Jahren, stellte der Zeitungsverleger Ernst Litfaß die erste Säule auf, zehntausende folgten in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland. Damals wie heute haben die zweieinhalb bis dreieinhalb Meter hohen Türme den Zweck, Informationen und Botschaften zu verbreiten. Und wie sich heute in den Timelines der digitalen Netzwerke der Zustand einer Gesellschaft ablesen lässt, präsentier(t)en auch die Litfaßsäulen den Geist ihrer Zeit.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
1933 platzierten die Nationalsozialisten den Aufruf „Deutsche, verteidigt Euch gegen die jüdische Greuelpropaganda, kauft nur bei Deutschen!“ auf den runden Säulen. Die Aufforderung wurde von einer in weiten Teilen angepassten bis antisemitischen Bevölkerung antizipiert, welche die Vorbereitung eines bis dahin unvorstellbaren Massenmordes mehrheitlich teilnahmslos hinnahm. Einige Jahre später wurden die ersten Juden Berlin zwangsweise in Richtung der Arbeits- und Vernichtungslager verbracht.
Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder in die von deutschen Truppen besetzte polnische Stadt Łódź, in das Ghetto Litzmannstadt, verschleppt.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Zuvor mussten sich diese Menschen mit ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos, ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.
Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Insgesamt wurden aus Berlin mindestens 55.000 Jüdinnen und Juden deportiert und ermordet.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bis zum 16. November erinnern 25 großflächig gestaltete Litfaßsäulen in allen Berliner Bezirken an den Beginn der Deportationen jüdischer Menschen vor 85 Jahren. Das Projekt soll den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ein Gesicht geben und macht ihre persönlichen Geschichten mit Biografieauszügen und Fotografien im Berliner Stadtraum sichtbar.
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Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Eine der so gestalteten Säulen steht in der Hubertusstraße, Ecke Schloßstraße. Neben den allgemeinen Informationen zum Projekt und dem Gedenktag zeigen die Plakate die Schicksale dreier Personen. Der Jurist Heinrich Veit Simon, Vorstand der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, wurde 1942 im Verhör von der Gestapo erschlagen. Drei der sechs Kinder wurden nach Theresienstadt deportiert, eine Tochter überlebte. An Simon erinnert ein
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Lucie Charlotte Hulda Gerson (
Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Bianka Löwenherz (