Kann man über einen Satz wie „Unschuldige Jungs spielen mit Nintendo und nicht mit dem Schwanz des Nachrichtensprechers“ lachen? Ja, man kann. Zumindest tat es das Publikum am Sonnabend im Schlosspark Theater, wo Sam Peter Jacksons „Öffentliches Eigentum“ seine deutschsprachige Erstaufführung feierte.
Dabei ist „Öffentliches Eigentum“ keine Komödie, sondern ein Drama. Ein Drama um zerstörtes Vertrauen, Neid und Missgunst und eine Kritik an einer Medienwelt in der es heißt: „Friss im Dschungel ein paar Ratten, und der Pöbel vergibt dir alles“; in der es von größerer Bedeutung ist, mit wem man schläft, als was man leistet; in der es wichtiger zu sein scheint, sich für private Verfehlungen telegen beim Zuschauer zu entschuldigen, als bei den Menschen, die man mit seinem Verhalten wirklich verletzt hat. Eine Medienwelt, in der intrigiert und gelogen wird, in der man sich auf niemanden verlassen kann – erst recht nicht auf seinen PR-Berater. In der die Grenzen zwischen privat und öffentlich manchmal bis zur Unkenntlichkeit verwischen.
Mit Miley Cyrus „Wrecking Ball“ („Abrissbirne“) beginnt das Spiel auf der Bühne. Und wie eine Abrissbirne platzt auch der 16-jährige Jamie Sullivan in das Leben von Englands beliebtesten Nachrichtensprecher Geoffrey Hammond. Der hat schon längst die Liebe zu seinem Job verloren, mühsam hält er seine Scheinehe mit seiner Frau Elaine aufrecht, während er mit seinem Lebenspartner Paul einen Neuanfang plant. Bei einem gemeinsamen Abendessen erfährt er von seinem Pressesprecher Larry De Vries, dass seine Autobiografie von den Kritikern verrissen wurde. Die Schuld dafür sieht Geoffrey beim verschuldeten und drogenabhängigen Larry, den er mit sadistischem Vergnügen feuert.
Doch das Blatt wendet sich, als Geoffrey auf einer Lesereise Jamie begegnet – und von einer lauernden Pressemeute beim Sex mit dem Jugendlichen fotografiert wird. Gedemütigt, verzweifelt und verfolgt von Fotografen klopft Geoffrey an Larrys Haustür und bittet um dessen Hilfe. Während die beiden daran arbeiten, den Schaden so klein wie möglich zu halten, sucht auch Jamie bei Larry Zuflucht vor dem Blitzlichtgewitter. Und schnell wird klar: Larry ist nicht der Retter in der Not, sondern ein Manipulator, der mit allen Mitteln versucht, seinen Job und seinen Ruf zu retten und schließlich seiner eigenen Intrige zum Opfer fällt.
Die Sprache des Stücks ist derb, es wird geflucht und geschrien, Fäkalausdrücke fliegen nur so über die Bühne.
Zum zweiten Mal stehen Ulrich Gebauer und Rainer Hunold gemeinsam auf der Bühne des Schlosspark Theaters. Gebauers skrupelloser Pressesprecher ist ein – um in der Sprache des Stücks zu bleiben – absolutes Arschloch. Er schreit, flucht, beleidigt. Dabei geht der 58-Jährige so in seiner Rolle auf, dass am Ende sogar die Stimme gelegentlich nachlässt. Hunold füllt die Rolle des Geoffrey nicht immer aus, wirkt in seinem Spiel manchmal zu steif. Andererseits gelingt es ihm, die unterschiedlichen Facetten des desillusionierten, verzweifelten und überheblichen Nachrichtensprechers herauszuarbeiten. Zwischen den beiden Kontrahenten steht Jamie, der von Arne Gottschling als quirliger und verspielter Jugendlicher überzeugend gespielt wird.
Auch wenn das Stück auf der Bühne nur Opfer hinterlässt, für Autor Jackson und Regisseur Michael Bogdanov endete der Premierenabend erfolgreich – laut wurden sie ebenso ausdauernd beklatscht wie die drei Darsteller. Und da kann es ruhig mal ein Küsschen geben – auch unter Männern.
(go)










Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt mit 50.000 Euro die Sanierung der Dachkonstruktion und Dachhaut im westlichen Querschiff der Dreifaltigkeitskirche in Lankwitz. Die Gemeinde ist weiter auf Spenden angewiesen.
Denn insgesamt sollen nach den Berechnungen des beauftragten Planungsbüros die Arbeiten rund zwei Millionen Euro kosten, davon muss die Gemeinde 150.000 Euro selbst tragen. In drei Bauabschnitten werden zunächst die Portaltürme, das Kirchenschiff und die Querhäuser erneuert. Danach folgt der Kirchturm, zuletzt werden Apsis und Sakristei neu eingedeckt.
Das Gotteshaus hat ein neues Dach dringend nötig. Stürme der letzten Jahre haben der Konstruktion stark zugesetzt, teilweise sind Dachziegel auf den Kirchhof und die stark frequentierte Paul-Schneider-Straße und die Gallwitzallee gestürzt. Die Kupferbekrönungen, so hält es der Denkmalplaner in seinem Gutachten weiter fest, sind korrodiert, die darunterliegende Schalung ist durchfeuchtet. An der Dachkonstruktion fehlen Ziegel. Wo eine Dämmung vorhanden ist, ist sie durchfeuchtet und besteht aus krebserregenden Baustoffen. Kurz gesagt: hier musste etwas passieren, und zwar schnell.
Die Dreifaltigkeitskirche gilt mit ihrem imposanten hoch aufragenden Turm als Wahrzeichen und Zentrum von Lankwitz. Der Sakralbau wurde im Stil der märkischen Backsteingotik ab 1903 errichtet und 1906 geweiht. Der Detailreichtum der Fassade setzt sich nach oben hin fort; die Dachlandschaft ist durch eine Vielzahl an verschiedenen Konstruktionen unterschiedlicher Dach- und Turmformen, Material und Verzierungen geprägt. Der dominierende Vierungsturm mit seiner Zier verleiht der Dreifaltigkeitskirche ihr markantes Aussehen.
Die Gemeinde beheimatet in ihren Gebäuden unter anderem eine Pflegestation, die Haltestelle Diakonie für die Unterstützung psychisch oder an Demenz Erkrankter und ein Sozialcafé. In Zusammenarbeit mit der „Berliner Tafel“ gibt es wöchentlich eine Lebensmittelausgabe, die 140 Haushalte versorgt. Jährlich zum Totensonntag im November gibt es eine interreligiöse Gedenkfeier zur Erinnerung an Menschen, die einsam verstorben sind und behördlich bestattet wurden.
Spenden für die Sanierung der Kirche sind möglich auf das Konto
Dreifaltigkeitsgemeinde Lankwitz
IBAN: DE03 5206 0410 6803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Spendenzweck: Kirchendach
Der Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommt aus Spendengeldern der Stiftung und aus Lottomitteln.