„Fahrspaß mit Rückenwind“ verspricht das Projekt E-Bike-Pendeln des Berliner Senats. Das geht jetzt in die nächste Runde – mit dabei: zwölf Mitarbeiter des Helios-Klinikums Emil von Behring in Zehlendorf. Die „Probanden“ aus Medizin, Pflege und Verwaltung steigen dafür von Juli bis September vom Auto aufs E-Bike um und dokumentieren ihr Fahrverhalten online. Für den Erprobungszeitraum gibt es die E-Bikes kostenlos.
„Das Projekt bietet eine gesunde und umweltschonende Alternative zum Auto – da unterstützen wir als Klinik gerne. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Spaß beim Radeln ‚mit Rückenwind‘“, sagt Klinikgeschäftsführer Ralf Lange.
Die Teilnehmer wurden aus mehr als 200 Bewerbern für die repräsentative Studie ausgewählt: „Ich freue mich sehr, dass ich mit dabei sein kann“, sagt Stephan Mitzschke, Krankenpfleger im Ambulanzzentrum des Zehlendorfer Klinikums. „Jetzt kann ich entspannt die zehn Kilometer zur Klinik radeln. Am Ende der Studie überlege ich das E-Bike zu kaufen. Das Auto lasse ich stehen und im nächsten Monat kündige ich mein S-Bahn-Abonnement – so spare ich sogar Geld“, freut er sich.
Caroline Wernicke, Krankenschwester der Klinik für Innere Medizin I – Kardiologie ist vom T5 aufs E-Bike umgestiegen. Die Vorzüge des elektronischen Verkehrsmittels liegen für sie auf der Hand: „Nach einem anstrengenden Arbeitstag kann ich jetzt den Nachhauseweg bei Sonne und frischer Luft genießen. Das entspannt mich sehr.“ Und Michaela Wenning-Klasen, Leiterin des Informations- und Beratungszentrums, fügt hinzu: „Das E-Bike ruft eine unerwartete Motivation hervor, sich per Rad fortzubewegen. Ab sofort ist der Berg auf der Havelchaussee kein Problem mehr. Ich finde es toll, dass die Klinikleitung uns das Mitradeln ermöglicht!“.
Initiiert wurde das Projekt von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, finanzielle Unterstützung bieten der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg. Seit Anfang 2014 fördert der Senat beispielhaft die E-Bike-Nutzung in insgesamt vier Testphasen. Um Potenziale sowie Hindernisse der Räder im Alltagsverkehr zu erschließen, werden die Teilnehmer in der jeweils achtwöchigen Erprobung vom Deutschen Institut für Urbanistik wissenschaftlich begleitet. Eine Auswertung des Fahrverhaltens dient nach Projektende als Grundlage für verkehrspolitische Entscheidungen des Senats – beispielsweise sollen geeignete Parkmöglichkeiten über sogenannte „Bike&Ride“-Stationen an S- und U-Bahnhöfen sowie geeignete Radrouten in Berlin und Nachbarkommunen geschaffen werden.
(sn)