So soll das Technologie- und Gründerzentrum an der Fabeckstraße einmal aussehen. Jetzt braucht es noch einen passenden Namen. Entwurf: Numrich Albrecht Klumpp Gesellschaft von Architekten mbH

So soll das Technologie- und Gründerzentrum, das Fubic, an der Fabeckstraße einmal aussehen. Entwurf: Numrich Albrecht Klumpp Gesellschaft von Architekten mbH

Das Fubic, das geplante Technologie und Gründerzentrum an der Fabeckstraße, ist eines der wichtigsten Projekte in Steglitz-Zehlendorf. Jahrelang kämpften Bezirkspolitik und -verwaltung für das Zentrum, seit zwei Jahren befindet es sich in der Planungsphase. Nun drohte der Rückzug der Entwicklungsgesellschaft Wista Management GmbH und damit eine Verzögerung wenn nicht sogar das Ende des Projektes. Grund: Die Senatsverwaltung für Finanzen verlangt von der Wista den Erbpachtzins in voller Höhe. Bisher waren die Erbpachtzinsen, die von auf dem Gelände ansässigen privaten Unternehmen gezahlt werden, der Wista als Gegenleistung für ihre erheblichen Erschließungskosten überlassen worden.

Die Entscheidung des Senats rief die Fraktionen von CDU und Grünen auf den Plan, die dazu eine dringende Große Anfrage stellten. Das Fubic sei „kein bloßes Prestigeprojekt“ für den Bezirk, erklärte Lukas Uhde. Es sei von wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Bedeutung für das gesamte Land Berlin. „Wer das Fubic in Gefahr bringt, der droht einen schweren Schaden für den Bezirk und das Land zu bringen“, so Uhde. Auch David Eckel von der CDU betonte, wie wichtig das Projekt für Steglitz-Zehlendorf sei. 150 Unternehmensgründungen habe es in den vergangenen 20 Jahren im Bezirk gegeben – 70 Prozent von ihnen hätten den Bezirk aber verlassen, weil die nötige Infrastruktur fehle. Dem Finanzsenator warf er vor, zu kurzsichtig zu agieren. Zwar müsse er zunächst auf Einnahmen durch die Erbpacht verzichten, doch dies würde sich durch die Einahmen, die das Fubic generiere, auf Dauer rechnen.

Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne) appellierte an die Fraktionen, alle politischen Kanäle zu nutzen, um die Entscheidung zur Erbpacht im Sinne des Fubic zu beeinflussen.

Quasi als Deus ex Machina erwies sich der Fraktionsvorsitzende der SPD, Norbert Buchta, der die Aufregung der Grünen und der CDU nicht verstand. Er habe Matthias Kollatz-Ahnen einen Tag vorher getroffen, der Senat hätte beschlossen, dass die Wista die Einnahmen aus dem Erbpachtrecht behalten könne. Eine Aussage, die für reichlich Irritation aber auch Misstrauen in der Zählgemeinschaft sorgte. Seine Große Anfrage werde er nicht zurückziehen, erklärte Uhde, bis nicht im Abgeordnetenhaus in der kommenden Woche die Entscheidung gefallen sei. Auch Markl-Vieto mahnte, sich nicht zu früh zu freuen. Man wisse nie, wie eine Abstimmung ausgeht.

(go)