Statt "Thielplatz" könnte auf dem Schild bald "Freie Universität" stehen. Foto: Gogol

„Nächster Halt: Freie Universität“. So könnte es bald auf der U-Bahn-Linie 3 tönen – wenn es nach dem Willen der Freien Universität in Dahlem geht. Die treibt derzeit die Umbenennung des Bahnhofes „Thielplatz“ in „Freie Universität“ voran.

Man habe in den vergangenen  Monaten „intensivere Gespräche mit der BVG, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf geführt, um die Umbenennung voranzutreiben“, bestätigt Goran Krstin, Sprecher des FU-Präsidenten Dr. André Alt.

Den „Thielplatz“, nach dem die Station benannt ist, gibt es nicht, nur einen Thielpark und eine Thielallee.

Der U-Bahnhof sei eine „zentrale Zulaufstation für die Freie Universität Berlin, über die auch der Gründungscampus der Universität mit dem zentralen Hörsaalgebäude, dem Henry-Ford-Bau, und auch die Universitätsbibliothek und viele weitere Institute der  Universität erschlossen werden“, erklärt Krstin die Gründe für die Initiative der Universität. “Eine Umbenennung soll Studierenden, Wissenschaftlern und Gästen in Berlin und Dahlem die Orientierung erleichtern, es besteht aber auch das Interesse, die herausragende Bedeutung der Freien Universität großräumig, in Berlin, aber auch im Bereich des Stadtteils hervorzuheben.“

Viele Studenten, Wissenschaftler und Mitarbeiter der Freien Universität nutzen den Bahnhof. Foto: Gogol

Bereits 2007 hatte die Universität die Umbenennung in Angriff genommen – damals mit Unterstützung der Bezirkspolitik. Die Bezirksverordneten hatte  – auf Initiative der FDP – damals per Antrag das Bezirksamt aufgefordert, sich für eine Umbenennung einzusetzen. Die Universität sei ein „Leuchtturm der Wissenschaft“, begründete die FDP den Antrag. „Entsprechend der Bedeutung der Universität sollte daher der zentrale U-Bahnhof zum Erreichen des Geländes den Namen der Universität tragen .“

Über die Umbenennung entscheidet aber nicht der Bezirk, sondern die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Die würde sich dem Anliegen nicht verschließen, „wenn sich eine deutliche Mehrheit der Anwohnerschaft für die Umbenennung ausspricht“. Um den Willen der Bürger zu erfragen, legt die Verwaltung Bezirk und FU nahe, ein Partizipationsverfahren anzustrengen. „Die Umbenennung sollte nicht über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger vor Ort hinweg erfolgen“, heißt es von dort.

Deshalb laden die FU und der Bezirk für den 10. März um 19 Uhr zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Henry-Ford-Bau ein, um mit Anwohnern und interessierten Bürgern über die Umbenennung des U-Bahnhofes Thielplatz zu diskutieren.

Würde sich die Senatsverwaltung für eine Umbenennung entscheiden, würde man das natürlich umsetzen, erklärt BVG-Pressesprecher Markus Falkner. Doch die BVG sieht das Ansinnen auch kritisch. „Wir warnen in diesem Zusammenhang vor einer möglichen Irreführung, da die FU keinen zentralen Campus hat und viele Institute und Einrichtungen der FU näher am U-Bahnhof Dahlem Dorf liegen“, so Falkner.

Die Kosten für die Umbenennung müssten FU und Bezirk tragen. Die könnten nach Angabe der BVG bei mehreren 100.000 Euro liegen. „ Es muss ja nicht nur die Beschilderung des Bahnhofs geändert werden, sondern unter anderem auch sämtliche Netzpläne – egal ob als Printprodukt oder Aushang in den Bahnhöfen und Fahrzeugen.“ Und das betrifft nicht nur die Pläne der BVG, sondern auch der S-Bahn, so Falkner.

Das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST (RMSW) unterstützt die Pläne zur Umbenennung, da die Station zentrale Haltestelle der Freien Universität sei. „Eine Umbenennung würde Bürgern, Studenten, Wissenschaftlern, Touristen und anderen die räumliche Orientierung im U-Bahnnetz der Stadt sehr erleichtern und wäre der renommierten, international ausgerichteten Exzellenzuniversität angemessen“, lässt das RMSW auf seiner Homepage verlautbaren.

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 (go)