
Als 21-Järiger trat Joachim Bonack am 10. Oktober dem THW bei. 50 Jahre später ist er immer noch dabei. Foto: THW
Bewegend sei es gewesen. „Die Worte haben mich aufgebaut“, sagt Joachim „Achim“ Bonack. Am Mittwoch wurde der 71-Jährige ausgezeichnet – für 50 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Technischen Hilfswerk (THW) erhielt er Urkunde, Orden und jede Menge Glückwünsche von Kameraden, vom Landesbeauftragten des THW für Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Manfred Metzger,sowie vom Ortsbeauftragen für Steglitz-Zehlendorf. Sie lobten vor allem die freundliche Art des Kameraden, „von dessen Höflichkeit und Zuvorkommen sich viele eine Scheibe abschneiden könnten“.
Genau auf den Tag, am 10. Oktober, war Bonack, damals 21-jährig, in das THW eingetreten. Nach einem Jahr Ausbildung war er dann Helfer. Schwierig wurde es, als Bonack nicht nur ehrenamtlich in seinem Ortsverband, sondern auch hauptamtlich für das THW tätig war. In der Zentralwerkstatt West-Berlin kümmerte er sich im Laufe der Zeit um hunderte von Fahrzeuge. Doch sowohl haupt- als auch ehrenamtlich im THW beschäftigt zu sein, sei nicht einfach gewesen, erinnert sich der Rentner. Als Hauptamtlicher habe man manchmal Dinge erfahren, die er als Ehrenamtler eigentlich nicht wissen sollte.
Viel habe sich verändert in den 50 Jahren, so Bonack. Vor allem die technische Ausstattung. Heute sind beispielsweise zwischen 200 und 300 Fahrzeuge berlinweit für das Hilfswerk im Einsatz, 1962 waren es gerade einmal zwölf, erinnert sich der Geehrte. Kein Wunder also, dass Bonack dann auch schon mal mit dem eigenen Käfer ausrückte, etwa um Weihnachtsbeleuchtung anzuschließen. Doch es gebe auch etwas, das weniger geworden ist im Laufe der 50 Jahre, das sei die Kameradschaft, bedauert Bonack. Früher sei der Ortsverband eine große Familie gewesen. „Jeder kannte jeden. Auch privat hat man etwas zusammen unternommen“. Das sei heute nicht mehr ganz so. „Der Haufen war kleiner“, so Bonack.
Nach einem Einsatz, der ihn besonders in Erinnerung geblieben ist, muss man Achim Bonack nicht lange fragen: „Goma“, sagt er sofort. Goma liegt in der Republik Kongo, nahe der Staatsgrenze zu Ruanda. Zahlreiche Flüchtlinge kamen während des Bürgerkrieges Mitte der 1990er Jahre in die Stadt. Zusammen mit seinen Kameraden stellte der THW-ler die Wasserversorgung für die Flüchtlinge sicher. „Das geht sehr nahe“, so Bonack, der sich damals für den Einsatz freiwillig gemeldet hatte. Er habe viel Elend gesehen, sagt er, aber auch, dass „der Mensch, auch wenn es ihm dreckig geht, noch fröhlich sein kann“.
Heute ist Achim Bonack Schirrmeister in seinem Ortsverband, kümmert sich um die Ausstattung – die Kleidung und die Geräte.
So lange im Verband, „da weiß man, wie der Hase läuft“, sagt der Rentner lachend. Und so sei ihm schon klar gewesen, dass er seine Auszeichnung für 50 Jahre beim THW bekommt. Dass es aber nun wirklich an dem Tag passiert, an dem er eingetreten ist, das sei Glück.
(go)












Foto: Haus der Jugend Zehlendorf[/caption]
Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren können vom 19. Bis 23. Oktober an einer Fahrt nach Krakau und zu den Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau teilnehmen. Interessierte können sich bis zum 22. Juni anmelden.
In einem gemeinsamen Projekt wollen vier Steglitz-Zehlendorfer Jugendeinrichtungen ein „starkes Zeichen für die Stärkung der Erinnerungskultur und die Förderung der Gedenkstättenpädagogik“ setzen. Vom 19. Oktober bis 23. Oktober findet eine Bildungsfahrt nach Krakau statt, bei der die Teilnehmenden die historischen Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau besuchen sowie eine Stadtführung in Krakau erleben werden.
Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren, die durch diese Reise nicht nur wertvolles Wissen über die Geschichte des Holocaust erlangen, sondern auch die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit den Themen Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen.
Geplant sind zwei Exkursionen mit fachkundigen Führungen in das Auschwitz Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau mit der Chance auf tiefe Einblicke in die Geschichte und die Auswirkungen des Holocaust. In Krakau steht eine Stadtführung auf dem Programm, bei der die Teilnehmenden mehr über die kulturellen und historischen Hintergründe der Stadt und die jüdische Community erfahren.
Wichtig: die Anmeldefrist endet am 22. Juni. Alle Infos: