Umgestaltung des Johanneskirchplatzes nimmt Gestalt an

Umgestaltung des Johanneskirchplatzes nimmt Gestalt an

Fortschritte der Umgestaltung des Johanneskirchplatzes sehen und hören: Landschaftsarchitekt Lutz Keil erklärt Interessierten, was sich bereits seit März 2023 getan hat. Links neben der Gruppe sind die ersten Testbeete mit Staudenpflanzen zu sehen.

 

Keine Boulebahn, dafür erste Testbeete: Neuerungen sorgen für Diskussionen unter Anwohnern und Anwohnerinnen

Der Johanneskirchplatz in Lichterfelde, der von der Ringstraße in Ost-West-Richtung geteilt wird, soll sich verändern. Er soll klimaresilienter und grüner werden und zum Verweilen einladen. Erste Ideen wurden bereits umgesetzt. Landschaftsarchitekt Lutz Keil informierte am Montag, den 10. Juli ab 17 Uhr die circa fünfundzwanzig Anwesenden über den aktuellen Stand.

Bereits am 22. März konnten Interessierte bei einer Veranstaltung des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf erfahren, welche Pläne es zur Umgestaltung gab und eigene Anregungen einbringen (wir berichteten: https://stadtrand-nachrichten.de/plaene-fuer-johanneskirchplatz/).

 

Der Lageplan auf einem Aufsteller zeigt, was an welchen Stellen des Platzes geplant ist und ab Herbst 2023 umgesetzt werden soll. Foto: Junia Greb-Georges

 

In der Zwischenzeit hat sich etwas getan. Bereits umgesetzt hat David Zimmerling, Mitarbeiter der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik e.V. (LVGA) Großbeeren die Bepflanzung eines Versuchsstreifens auf der Nordseite des Platzes. Zwölf verschiedene staudenartige Pflanzen wachsen schon in vier unterschiedlichen Bodensubstraten. Der Johanneskirchplatz wird dabei Teil eines Forschungsprojekts, dessen Ziel es ist, die Resilienz des Stadtgrüns gegenüber dem Klimawandel zu erhöhen. Die Pflanzen werden dabei auf deren Widerstandsfähigkeit gegenüber erhöhten Stressfaktoren, insbesondere Trockenheit untersucht. Um die Ergebnisse nicht zu verfälschen, erklärt Landschaftsarchitekt Keil, sollten Anwohner und Anwohnerinnen die Pflanzen in der Testphase nicht gießen.

Die alte Buche, die sich auf der nördlichen Seite des Platzes befindet, kann erhalten werden. Wie Keil mitteilte, sei diese von einem Sachverständigen geprüft worden. Die Gefahr, dass die Buche bricht oder umstürzt, bestehe derzeit nicht.

Um den Platz sauber zu halten, werden bedarfsentsprechend drei bis fünf Mülleimer von der Berliner Stadtreinigung (BSR) geliefert und aufgestellt. Das Besondere daran: Es soll sich um historische Mülleimer handeln, die sich optisch gut auf dem Platz einfügen. Auch das Straßenschild auf der Nordseite, das den Platz als Johanneskirchplatz erkennbar macht, soll durch ein historisch anmutendes Schild ersetzt werden. Jeweils zwei bereits bestehende Trampelpfade auf der Nord- und Südseite würden ertüchtigt und mit einer wassergebundenen Deckschicht ausgelegt, wie Keil erklärt.

 

Dieses Schild auf der Nordseite des Johanneskirchplatzes wird es bald nicht mehr geben. Es soll durch ein zukünftig durch ein historisches Schild ersetzt werden. Foto: Junia Greb-Georges

 

Uneinigkeit herrscht über den Teil des Johanneskirchplatzes, der als Spielfläche für Kinder vorgesehen ist. Planmäßig soll dieser sich zukünftig neben den Stauden-Versuchsflächen befinden. Ein älterer Herr ist entsetzt. „Wenn Kinder dort Fußball spielen, kann man die neue Bepflanzung vergessen“, ärgert er sich. Die Kinder könnten auf der anderen Seite des Platzes spielen, dort sei ohnehin mehr Fläche. Die anderen Anwesenden sind einhellig der Ansicht, dass auch Kinder lernen können, den Ball nicht dahin zu schießen, wo Schönes gedeiht. Die Debatte kühlte sich erst ab, nachdem Landschaftsarchitekt Keil den Vorschlag einer Umgrenzung der Beete in Betracht zog.

Einen Treffpunkt für Zusammenkünfte, den so genannten „Findling – come together“, wird es in einem von der Spielwiese abgegrenzten dreieckigen Bereich mit Pflasterstein-Belag auf der nordöstlichen Seite geben. Außerdem werden auf dem Platz sechs bis zehn Fahrradständer aufgestellt.

Einige Altglascontainer auf der Südseite, die nach einhelliger Ansicht der Anwohnenden und des Landschaftsarchitekten das Bild des Platzes stören, sollen an die Kommandantenstraße versetzt werden. Die Genehmigung des Fachbereichs Tiefbau, der im Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf für solche Umsetzungen zuständig ist, steht noch aus.

Eine von Anwohnern und Anwohnerinnen gewünschte Tischtennisplatte wird hinter der Bushaltestelle, ebenfalls südseitig aufgestellt. Eine Boulebahn soll es nicht geben. Eine der wenigen jüngeren Anwesenden zeigt sich enttäuscht. „Ich habe früher in Kreuzberg gewohnt, dort gab es ein solches Angebot. Damals habe ich häufig mit Freunden Boule gespielt,“ sagt sie. Eine Nachbarin aus der Umgebung des Platzes sieht das Problem nicht. Sie meint, bevor es eine Boulebahn gebe, müssten sich Gruppen finden, die gemeinsam dort spielen möchten. Am Ende der Diskussion wird man sich einig: Die Schotterfläche, die am Rand der Testfläche für die Staudenpflanzen an der Nordseite verläuft, bekommt einen zum Boule-Spielen geeigneten Belag und kann somit auch dafür genutzt werden.

 

Die Johannes-Kirche gibt dem Platz seinen Namen. Foto: Junia Greb-Georges

 

Die am Montag besprochenen Umgestaltungsmaßnahmen auf dem Johanneskirchplatz sollen im Herbst 2023 erfolgen

 

Junia Greb-Georges

 

 

 

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„Perspektiven der Kinder und Jugendlichen machen unsere Entscheidungen besser“

[caption id="attachment_103286" align="aligncenter" width="400"] Johanna Martens in der BVV am 22. April 2026, Rede zum Thema Kinder- und Jugendparlament | Foto: Grüne Fraktion[/caption]   Steglitz-Zehlendorf bekommt ein Kinder- und Jugendparlament. Das hat die BVV in der vergangenen Woche beschlossen. Wir dokumentieren die Rede von Johanna Martens, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen, im Wortlaut: Wir haben vor anderthalb Jahren einstimmig beschlossen, ein Beteiligungsgremium für Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen. Seitdem ist viel passiert: Es gab einen strukturierten Beteiligungsprozess, Gespräche in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und mit Fachkräften. Und vor allem mit den jungen Menschen selbst. Wir haben uns bewusst nicht vorab auf eine Struktur für ein solches Gremium festgelegt und diese den Kindern- und Jugendlichen vorgesetzt, sondern den Beteiligungsprozess ernst genommen. Das Ergebnis dieses Prozesses war eindeutig: Die Kinder und Jugendlichen in Steglitz-Zehlendorf wollen ein Kinder- und Jugendparlament. Das Kinder- und Jugendparlament wird demokratisch gewählt, breit zusammengesetzt aus Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen und weiteren Organisationen. Es gibt klare Regelungen zur Repräsentanz und zur Einbindung verschiedener Gruppen im Bezirk. Und mit der Änderung der Geschäftsordnung integrieren wir dieses neue Gremium in unsere Arbeit in der BVV: Das Kinder- und Jugendparlament wird zu den Sitzungen eingeladen, kann eigene Anträge in die BVV einbringen und erhält eine nachvollziehbare Rückmeldung, wenn Anträge abgelehnt werden sollten. Auch Rederechte sind vorgesehen. Das sind notwendige strukturelle Veränderungen, die echte Mitwirkung ermöglichen. Warum ist das so wichtig? Weil wir damit zeigen, dass wir die Anliegen junger Menschen ernst nehmen. Weil wir damit Vertrauen in die Bezirkspolitik schaffen. Und weil wir somit ganz konkret in und mit diesem Gremium etwas gegen Politikverdrossenheit tun. Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass Politik über sie hinweg entscheidet, sie nicht ernst nimmt. Doch wer früh erlebt, dass die eigene Stimme gehört wird und Einfluss hat, entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse. Mit diesem Beschluss heute können wir zeigen: Eure Perspektiven sind nicht nur willkommen – sie haben Gewicht. Gleichzeitig profitieren auch wir als Bezirksverordnete und der Bezirk selbst: Kinder und Jugendliche nehmen ihren Bezirk anders wahr als wir Erwachsene, haben oft einen anderen Blick auf ihren Alltag: auf Schulwege, Freizeitangebote oder öffentliche Räume. Sie sehen Probleme, die wir vielleicht übersehen würden und haben Ideen, auf die wir selbst nicht kommen würden. Diese Perspektiven machen unsere Entscheidungen als BVV besser. Deshalb geht es heute auch um Vertrauen: Vertrauen darin, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen können und wollen. Und dass sie uns als Bezirkspolitik vertrauen können. Und es geht um Respekt: Respekt vor der Zeit, dem Engagement und den klaren Forderungen, die im Beteiligungsprozess formuliert worden sind. Ich möchte mich deshalb im Namen der Grünen Fraktion ausdrücklich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben: bei allen Kindern und Jugendlichen, die sich eingebracht haben, bei den Einrichtungen, Fachkräften und der Verwaltung, die diesen Prozess getragen haben. Sie haben die Grundlage dafür geschaffen, dass wir heute diesen Schritt gehen können.

Johanna Martens

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