Nicht wachsweich, sondern kerzenbunt

Nicht wachsweich, sondern kerzenbunt

Regina Balzer, Foto: privat

 

Regina Balzer stellt aus Wachsresten neue Kerzen her. Das Ergebnis ist jedes Mal eine Überraschung. Die Kreationen entstehen zuhause in ihrer kleinen Küche. Ihren Stand beim Kunstmarkt findet man: im Schatten.

Wie sind Sie zu Ihrem Kunsthandwerk gekommen und was ist das Besondere daran?

Ich möchte voranstellen, dass ich mich nicht für eine Künstlerin halte. Es macht mir lediglich Spaß, ein wenig kreativ zu sein und aus dem verbrauchten Kerzenwachs nachhaltig neue Kerzen herzustellen. Auf die Idee hat mich meine Cousine gebracht, die mit ihren Kindern ganz einfach mit Konservendosen und Kerzenresten im Keller ihres Hauses Kerzen gemacht hat. Ich habe das Ganze verfeinert, indem ich mir andere Formen, Fettfarben und Dochte besorgt habe und dann in meiner Miniküche losgelegt habe. Es macht viel Arbeit, weil die Kerzenreste vom Ruß gesäubert, die Dochte entfernt und der Wachs geschmolzen werden muss. Außerdem ist es notwendig, die Küche und die Arbeitsflächen mit entsprechenden Planen auszulegen, weil ein Kleckern mit heißem Wachs nicht zu verhindern ist.

Das Besondere an diesem Hobby? Es ist immer wieder spannend, wenn die Kerze fest aus ihrer Form kommt, wie sie geworden ist. Oft denke ich, dass die eine oder andere doch nicht so gelungen ist. Aber meist bin ich dann doch ganz zufrieden mit dem Ergebnis.

Ist Steglitz-Zehlendorf ein guter Ort für Kunstschaffende?

Leider kann ich zu der Frage, wie Kunstschaffende unseren Bezirk bewerten, nichts sagen. Was den Kunstmarkt der Generationen betrifft, denke ich, dass hochpreisige Gemälde sicher nicht hierher gehören. Da wäre vielleicht eine Galerie eher geeignet. Aber ich bin wirklich kein Experte.

Tauschen sie sich öfter mit anderen Kunstschaffenden aus?

Nein. Ich habe nur hin und wieder Kontakt mit Frauen, die ebenfalls Kunstgewerbe als Hobby betreiben.

Wann waren Sie das erste Mal auf dem Kunstmarkt der Generationen und was gefällt ihnen dort

besonders gut?

2015 war ich zum ersten Mal beim Kunstmarkt dabei. Die Atmosphäre hat mir sofort gefallen: Ein schöner Park, überdachte Marktstände, ein nettes Programm, Austausch mit den Nachbarn, eine kompetente Organisation, Versorgung mit Getränken, Snacks und im Gutshaus auch eine Toilette.

Wo können Interessierte Sie treffen?

An meinem Stand kann mich jeder ansprechen, der Näheres wissen will.   

Kunstmarkt der Generationen

Der Kunstmarkt der Generationen findet seit 2014 jährlich statt. Kleine und mittlere Kunstwerke von haupt- und nebenberuflichen Künstlerinnen und Künstlern treffen hier auf interessiertes Publikum. Ein Rahmenprogramm richtet sich an die ganze Familie.

24. Juni 2023

12 bis 18 Uhr

Im Park des Gutshauses Lichterfelde

Hindenburgdamm 28, 12203 Berlin

Alle Infos:
https://www.stadtteilzentrum-steglitz.de/2023/05/familien-willkommen-beim-kunstmarkt-der-generationen/

 

 

Anna Schmidt

 

 

 

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Unter den Eichen: Radweg-Rückbau erfolgt nicht sofort

[caption id="attachment_104422" align="aligncenter" width="622"] Ehemaliger Rad- und Fußweg Unter den Eichen - geht jetzt alles auf Anfang? Back to the Roots? | Foto: Daniela von Treuenfels[/caption]   Die umkämpfte rund 600 Meter lange Radspur auf der B1 entlang des Botanischen Gartens bleibt bis auf Weiteres bestehen. Eine Sondersitzung des Verkehrsausschusses der BVV geriet zum wahlkampfgeprägten Schlagabtausch. Die Bezirksverwaltung sieht vor einer Umsetzung des von der Senatsverwaltung angeordneten Rückbaus der Radwegeanlage auf der Straße Unter den Eichen (die Stadtrand-Nachrichten berichteten) rechtliche Bedenken. Weil die Sicherheit der Fußgänger nicht gewährleistet sei, sehe sein Amt Haftungsrisiken, so Stadtrat Urban Aykal (Grüne) in einer von der CDU beantragten Sondersitzung des Ausschusses für Mobilität, Verkehr und Ordnung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Hinzu komme, so Aykal, dass der Bezirk keine Mittel für die Arbeiten zur Verfügung habe. Die Maßnahme würde 65.000 Euro kosten, die auch bei der Senatsverwaltung angefordert worden seien. Auf eine Reaktion der übergeordneten und für das Hauptstraßennetz zuständigen Behörde warte man nun seit einem Monat. „Sobald das Geld da ist, schreiben wir aus“, so der Stadtrat. Der Radstreifen war 2022 von der Senatsverwaltung unter der damaligen Senatorin Bettina Jarasch (Grüne) angelegt worden. Die Begründung damals: der damalige Radweg sei zu schmal und zu kaputt. Das ist er auch heute noch, hier hat sich nichts verändert – außer der Einschätzung der Verwaltung unter der jetzigen Senatorin Ute Bonde (CDU). Wenn die Radfahrer auch den Fußweg zugeschlagen bekommen, heißt es in der Rückbauanordnung, passe die Breite. Das ist dünnes Eis – und für Urban Aykal kein rechtskonformer Weg. Der lasse sich nur erreichen, wenn entlang des Botanischen Gartens die Bäume gefällt werden. „Das wäre die Vollkatastrophe, das würde ich nicht mitmachen“, so der Stadtrat. Thorsten Hippe bezweifelte, dass die Mittel für den Rückbau nicht im Bezirksetat vorhanden seien. Auch der Hinweis der zuständigen Verwaltungsmitarbeiterin, dass der Etat für dieses Jahr entweder ausgegeben oder verplant sei, überzeugte den CDU-Fraktionsvorsitzenden nicht. Er werde das überprüfen. Das BVV-Urgestein Hippe hat seine ganz besondere Abneigung gegen Urban Aykal, die er besonders in den Sitzungen des Bezirksparlamentes auslebt. Da kommt es schon mal vor, dass der scharfzüngige Jurist den Dezernenten in der laufenden Debatte körperlich bedrängt, indem er, sich vor dem Redepult aufbauend, den Stadtrat in ein Zwiegespräch verwickelt. Wenn nun also Torsten Hippe, der eigentlich dem Verkehrsausschuss gar nicht angehört, in einer Sondersitzung den Wortführer seiner Fraktion gibt, geht es nur am Rande um pragmatische Lösungen. Hippe hat seine eigene Agenda, und die heißt Aykal. Daher muss sich der Ausschussvorsitzende Jens Kronhagel (CDU) für die formal ungenügende und aggressiv formulierte Tagesordnung entschuldigen, die er „Eins zu Eins“ von seiner Fraktion übernommen hatte. Hippes Angriffe zerschellten am Dienstag zum einen an einem sonst eher defensiven Aykal, der mehrfach und unmissverständlich deutlich machte, dass er nicht die Absicht habe, sich vorführen zu lassen. Außerdem hatte der CDU-Politiker Schwierigkeiten, Zweifel an den Aussagen des Stadtrates zu säen. Seine Mitarbeiter erläuterten bei Bedarf die Überlegungen des Amtes und ordneten die rechtliche Situation ein. Die Bezirksverordneten sind unter anderem gewählt, um die Verwaltung zu kontrollieren. Man darf nun gespannt sein, ob die CDU in den Winkeln des Bezirkshaushaltes irgendwo noch 65.000 Euro für den Rückbau der Radwegeanlage Unter den Eichen findet.

Daniela von Treuenfels

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